Pinneberg
Stadtmarketing

Pinnebergs neue Citymanagerin schmeißt hin

Ann-Kristin Borcherding verlässt Pinneberg schon wieder.

Ann-Kristin Borcherding verlässt Pinneberg schon wieder.

Foto: Katja Engler

Ann-Kristin Borcherding hatte erst vor fünf Monaten den Posten übernommen. Nun hat sie gekündigt.

Pinneberg.  Fünf Monate, schon ist ihr Gastspiel wieder vorbei: Ann-Kristin Borcherding hat den Job als Citymanagerin von Pinneberg wieder an den Nagel gehängt. Ihren letzten Tag hatte sie bereits am Mittwoch. „Ich bin noch bis 16 Uhr zu erreichen, dann stelle ich das Telefon um und bin nicht mehr im Dienst“, sagte Borcherding im Gespräch mit dem Abendblatt. Dabei hatte sie erst am 2. Januar die Nachfolge von Dirk Matthiessen angetreten.

Fünf Monate – keine besonders lange Zeit. „Aber genug für mich, um zu wissen, dass der Job nicht der richtige ist“, betont Borcherding. „Es macht einfach keinen Sinn, wenn man unglücklich ist.“ Sie habe sich viele Gedanken gemacht. Schon vor zweieinhalb Monaten habe sie „die gelbe Karte“ gezeigt, kürzlich fiel dann die Entscheidung zu kündigen und das noch während der Probezeit.

Einen neuen Job hat sie bereits, wieder im Kreis Pinneberg und dieses Mal wieder in der freien Wirtschaft. „Ich bin eine Macherin, ohne einen neuen Job, hätte ich nicht gekündigt. In meinem Lebenslauf gibt es keine Lücken“, sagt sie. Vor ihrem Intermezzo in Pinneberg leitete sie das Marketing bei Möbel Schulenburg in der Halstenbeker Wohnmeile.

Die Hürden in Pinneberg seien für viele Ideen einfach zu hoch, der Handlungsspielraum zu klein, sagt sie. Abgesehen von der fehlenden Finanzierung, gebe es in der Stadt das eine oder andere Politikum. „Bevor ich etwas umsetzen kann, muss ich erst mit 10 bis 15 Leuten sprechen.“ Mehr Mut zeigen und einfach mal machen, das sei in Pinneberg kaum möglich gewesen. „Es ist mehr ein Verwalterjob. Das ist für mich einfach nicht das richtige“, so Borcherding.

Es sei auch eine Frage der Struktur des Vereins und seine Position innerhalb der Stadt. Das Stadtmarketing habe nicht das Gewicht und nicht den Spielraum, den es bräuchte. Stadtmarketing bestehe aus mehr als nur Saubermach-Aktionen und verkaufsoffenen Sonntagen. „Pinneberg braucht frischen Wind, aber dafür ist auch das richtige Drumherum nötig. Ich kann nur sagen: Macht ruhig weiter so, aber ohne mich“, so Borcherding. Menschlich sei es schade. Sie wolle sich im Guten trennen und auch keine schmutzige Wäsche waschen.

Während die Citymanagerin am Mittwoch die letzten Stunden auf ihrem Stuhl saß, traf sich der Vorstand des Stadtmarketings am Nachmittag zu einer Sondersitzung. Der Vorstandsvorsitzende Thilo Binné erklärte hinterher, man suche mit Hochdruck nach einem Nachfolger. Der Posten soll so schnell wie möglich wieder besetzt werden. Es gebe bereits Kandidaten und es würden Gespräche geführt. „Das könnte auch ganz schnell gehen“, so Binné. Die Entscheidung von Borcherding habe den Vorstand überrascht. Erst seit einer Woche wisse man von der Kündigung.

Bis ein Nachfolger gefunden ist, soll sich Pinnebergs Wirtschaftsförderer Stefan Krappa um aktuelle Anliegen kümmern. Die anstehenden Veranstaltungen, erklärt Binné, seien aber ohnehin alle gesichert.