Pinneberg
Kreis Pinneberg

Halstenbek und Rellingen gehen auf Tore-Jagd

Marc Trampe (l.) und Claudius von Rüden lassen ihre Gemeinden im Fußball gegeneinander antreten. Der Sieger erhält den Wanderpokal von 1983.

Marc Trampe (l.) und Claudius von Rüden lassen ihre Gemeinden im Fußball gegeneinander antreten. Der Sieger erhält den Wanderpokal von 1983.

Foto: Arne Kolarczyk

Am Sonnabend treten die beiden Nachbargemeinden in einem Fußballspiel gegeneinander an. Eine Tradition aus den 1980er-Jahren kehrt zurück.

Halstenbek/Rellingen.  Zwei Bürgermeister, ein Essen beim Griechen – und eine verrückte Idee: Wie wäre es, wenn unsere Gemeinden beim Fußball gegeneinander antreten? Marc Trampe und Claudius von Rüden setzen diesen Plan am Sonnabend in die Tat um. Und das auf neutralem Boden: Die Teams aus Halstenbek und Rellingen treten auf der Anlage der SV Halstenbek-Rellingen zum Vergleich an. Dann stehen nicht nur die Verwaltungschefs selbst auf dem Platz. So schnürt auch Kreispräsident Helmuth Ahrens für Halstenbek die Stiefel – und Landrat Oliver Stolz wacht als Schiedsrichter über den fairen Verlauf.

Durchs Duell sollen sich Bürger der Gemeinden kennenlernen

Das Duell Halstenbek gegen Rellingen soll ein Spektakel mit möglichst vielen Zuschauern werden und dazu beitragen, das sich die Bürger der beiden Gemeinden näher kennenlernen. „Wir haben etwas gesucht, wo wir die freundschaftliche Rivalität unser Gemeinden austragen können. Und weil wir beide früher Fußball gespielt haben, kam uns schnell die Idee, uns in dieser Sportart zu messen“, so Rellingens Bürgermeister Trampe. Beide hätten diesen Vorschlag „für innovativ gehalten“, ergänzt von Rüden aus Halstenbek. Dann habe sich herausgestellt, dass die Idee keinesfalls neu ist.

1983 stifteten die damaligen Bürgermeister Gerhard Flomm (Halstenbek) und Hans-Werner Tellkamp (Rellingen) extra einen Wanderpokal, als Verwaltungsmitarbeiter und Kommunalpolitiker beider Gemeinden erstmals dem runden Leder nachjagten. Vier Mal ging dass über die Bühne, zuletzt 1986. Weitere Duelle blieben aus – bis heute. „Nach einem Tipp unseres pensionierten Büroleitenden Beamten Uwe Grünefeldt habe ich diesen Pokal in einem Schrank des Rathauses gefunden“, so von Rüden.

Dort stand das gute Stück 33 Jahre lang herum. Die Gravur beweist: Drei der vier damaligen Duelle entschied Halstenbek für sich. Nur einmal, im Jahr 1985, gelang Rellingen ein Sieg. Der fiel mit 7:0 dafür ziemlich deutlich aus.

Ob es auch bei der Neuauflage 33 Jahre später zu einem Schützenfest kommt? Das wollen beide Bürgermeister natürlich verhindern. „Wir haben bereits zwei Mal trainiert“, so von Rüden. Er will als Vorstopper dafür sorgen, dass Rellingens Stoßstürmer Trampe „keine Tore schießt“. Der Optimismus der Halstenbeker ist möglicherweise gerechtfertigt. Mit Pastor Nobert Dierks im Team ist göttlicher Beistand gesichert – und mit Helmuth Ahrens trägt der höchste Repräsentant des Kreises ebenfalls das Halstenbeker Trikot. Von Rüden: „Wir haben auch einen Zahnarzt im Team, man weiß nie, wofür das gut sein wird.“

Extra für das Duell haben die beiden Gemeinden neue Trikots bestellt. Halstenbek tritt – passend zu den Farben im Gemeindewappen – mit grünen Trikots, schwarzer Hose und gelben Stutzen an. Rellingen läuft in rot-schwarz auf und trägt das Gemeindewappen auf der Brust. „Wir werden noch ein Geheimtraining machen“, kündigt Trampe an. Er hat einen Kader von 22 bis 24 Mann zur Verfügung – aus Verwaltung, Politik, Vereinen und den Schulen. Möglicherweise wird auch ein ehemaliger Bundesliga-Spieler mit Rellingen-Bezug für die Gemeinde auflaufen.

Eintritt ist frei, Fairness und Spaß im Vordergrund

„Wir nehmen keinen Eintritt, weil der sportliche Wert das wohl nicht rechtfertigen würde“, sagt Trampe. Die Bürgermeister hoffen auf ein sportlich faires und möglichst verletzungsfreies Duell, das aus ihrer Sicht zu einer neuen Tradition werden könnte. Gespielt wird übrigens, wie bei den Alten Herren üblich, zwei Mal 35 Minuten. Und sollte es beim Abpfiff des Landrats, der zwei Linienrichter aus der Kreisverwaltung mitbringt, keinen Sieger geben, werden sich die Protagonisten nicht in eine Verlängerung quälen. Trampe dazu: „Wenn es nach dem Abpfiff tatsächlich unentschieden stehen sollte, gehen wir sofort ins Elfmeterschießen.“