Pinneberg
Tornesch

Bürgerinitiative macht kräftig Stimmung fürs dritte Gleis

Zeigen Flagge: Die BI und Unterstützer am Bahnhof Tornesch.

Zeigen Flagge: Die BI und Unterstützer am Bahnhof Tornesch.

Foto: Erhard Wasmann / Burkhard Fuchs

Die Tornescher Initiative „Starke Schiene im Kreis Pinneberg“ will den Druck auf die Politiker erhöhen. Kreistagsfraktionen für drittes Gleis.

Tornesch. Mit einer Plakataktion und einer hochrangig besetzten Delegation hat die Tornescher Bürgerinitiative (BI) „Starke Schiene im Kreis Pinneberg“ erneut versucht, Stimmung fürs dritte Schienengleis auf der Bahnstrecke Elmshorn–Tornesch–Pinneberg–Hamburg zu machen. „Drittes Gleis jetzt – für pünktliche und zuverlässige Züge“ steht auf Plakaten, die am Bahnhof in Tornesch und bald auch in Elmshorn hängen werden. „Wir geben unseren Kampf für das dritte Gleis nicht auf“, sagt BI-Sprecherin Gisela Hüllmann. „Die ganze Region muss Druck auf Berlin ausüben, damit das dritte Gleis endlich in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans kommt“, sagt BI-Vizesprecher Erhard Wasmann.

Die Initiative hat starke Unterstützung. Bürgermeister wie Elmshorns Rathauschef Volker Hatje oder Sabine Kählert aus Tornesch sowie Kreis- und Landespolitiker stehen hinter der Forderung. „Wir alle müssen massiv an diesem Thema weiterarbeiten“, sagt Kreispräsident Helmuth Ahrens. „Im Kreistag sind alle Fraktionen für das dritte Gleis.“ Dabei gehe es nicht nur um die Tausenden von Pendlern aus dem Kreis Pinneberg, die die Züge nach Hamburg nutzen, um zur Schule oder Arbeit zu kommen. „Wir brauchen auch endlich mal eine Entscheidung, um den Ausbau der Kreisstraße 22 weiter planen zu können“, so Ahrens. Denn für den notwendigen Tunnelbau unterhalb der Bahnstrecke müsse vorher geklärt sein, ob er zwei oder drei Gleise unterqueren soll.

„Ohne das dritte Gleis werden wir die Verkehrswende nicht hinbekommen“, sagt der CDU-Politiker Ahrens und fügt hinzu: „Ich habe aber das Gefühl, dass der Norden von einem CSU-Verkehrsminister nicht ernst genommen wird.“ SPD-Landtagsabgeordnete Beate Raudies verweist auf den Ausbau der Marschbahn nach Sylt. Dieser zweigleisige Ausbau sei auch erst kurzfristig in den vordringlichen Bedarf gerutscht.

Dass der Bahnverkehr im Land stark zugenommen hat, beweisen laut BI aktuelle Zahlen. So seien vor 30 Jahren elf Millionen Fahrgast-Kilometer pro Jahr auf allen Bahnstrecken in Schleswig-Holstein abgewickelt worden, inzwischen sind es 25 Millionen Kilometer.