Pinneberg
Forum Theater

Was Frauen in Pinneberg einander zu sagen haben

Szene aus dem Stück „Hundswetter“: Gudrun Göller (l.) spielt eine Geschäftsfrau, Jana Engel die lebenslustige Lulu.

Szene aus dem Stück „Hundswetter“: Gudrun Göller (l.) spielt eine Geschäftsfrau, Jana Engel die lebenslustige Lulu.

Foto: Forum Theater Pinneberg

Forum Theater Pinneberg führt neue Komödie „Hundswetter“ auf. Erst fließt Champagner, dann fangen die Fassaden an zu bröckeln.

Pinneberg.  Es schüttet draußen. So sehr, dass die Leute das Café stürmen, um nicht klatschnass zu werden. So kommt es, dass Hélène, Lulu und Gabrielle aufeinanderprallen. Drei Frauen, die sich bei Sonnenschein wahrscheinlich nie über den Weg gelaufen wären, weil sie viel zu unterschiedlich sind. Drei Frauen, die sitzen bleiben, wenn die anderen längst wieder gegangen sind. Über dieses Aufeinandertreffen der drei Pariser Grazien schrieb die französische Theater-Autorin Brigitte Buc das Stück „Hundswetter“. Am 1. Mai feiert das Forum Theater damit Premiere im Ratssitzungssaal des Pinneberger Rathauses.

Es ist eine Komödie. Wenn auch keine, bei der sich das Publikum pausenlos auf die Schenkel klopft. Eher eine, bei der hin und wieder das Lachen im Hals stecken bleibt. Aber das sind Freunde dieser engagierten Amateurbühne gewöhnt. Schließlich hat sich das Forum Theater in der Stadt damit einen Namen gemacht, dass es mit seinem nicht-kommerziellen Ansatz eben auch Stücke spielt, die ungewöhnlich sind, Stücke für Kenner und Feinschmecker.

In der Komödie „Hundswetter“ geht es „um Erwartungen, Ziele und Werte“, formuliert es Pressemann Lars Korinth neutral. Kommentiert würden die schnellen Dialoge von einem schroffen, spöttischen Kellner (Christian Eikhof). Er ist der einzige Mann auf der Bühne. Da das Forum Theater im Ratssitzungssaal spielt, können die Paris-Bezüge nur angedeutet werden. Ansonsten ist das Stück in einem ähnlich eleganten Konversations-Ton geschrieben wie die Komödien von Yasmina Reza („Gott des Gemetzels“). Bereits das erste Theaterstück von Brigitte Buc, „Der Garten“, wurde mit großem Erfolg in Paris aufgeführt. Der französische Autoren- und Komponistenverband zeichnete sie dafür als „Theaterentdeckung des Jahres“ aus. „Hundswetter“ wurde 2014 am Théâtre Montparnasse uraufgeführt. In Pinneberg spielen Gudrun Göller die überlastete Geschäftsfrau Hélène, Jana Engel die lebenslustige Lulu und Nicole Heubach die tablettensüchtige, dauerbedrückte Gabrielle.

Bedingt durch das miese Wetter draußen und die drangvolle Enge drinnen kommen sie einander näher, ob sie wollen oder nicht. Anfangs zeigen sie sich noch von ihrer Schokoladenseite, sind hilfsbereit und höflich. Aber als erst mal der Champagner fließt, bröckeln die Fassaden. Rigoros werden Illusionen zum Einsturz gebracht, Schwächen gestanden und ganze Lebenspläne zu den Akten gelegt. Als wachsamer Beobachter fungiert, wie gesagt, der spöttische Kellner, unter dessen kritischen Augen die Nacht zum Tage wird…