Pinneberg
Haseldorf

Nachbarn sollen sich an Kosten für Brücke beteiligen

Bürger protestierten bereits gegen die Schließung der Brücke Grüner Damm in Haseldorf.

Bürger protestierten bereits gegen die Schließung der Brücke Grüner Damm in Haseldorf.

Foto: Thomas Pöhlsen

Brücke an der Straße Grünen Damm ist gesperrt und muss saniert werden. Gemeinde Haseldorf will nur ein Viertel der Kosten selbst tragen.

Haseldorf. 100.000 Euro – mehr will die Gemeinde Haseldorf nicht für den Neubau der derzeit gesperrten Brücke im Verlauf der Straße Grüner Damm ausgeben. Auf 400.000 Euro wird das Projekt geschätzt. Der Rest soll von Nachbargemeinden kommen, haben die Mitglieder des Finanzausschusses auf Vorschlag von Bürgermeister Klaus-Dieter Sellmann (BfH) jetzt beschlossen. Mit einer Protestaktion hatten Ende Februar Nutzer der Brücke darauf aufmerksam gemacht, dass das Bauwerk bereits seit fünf Jahren gesperrt ist und sich aus ihrer Sicht zu wenig getan hat, um diesen Zustand zu ändern (das Abendblatt berichtete).

Runder Tisch soll noch vor Sommerferien tagen

Frank Schoppa von der BfH weist darauf hin, dass die Brücke zwar auf Haseldorfer Gemeindegebiet liegt, sich jedoch direkt daneben Hetlinger und Heister Gebiet befindet. Mehrere Finanzausschussmitglieder strichen heraus, dass die Brücke zu einem geringen Teil von Haseldorfern genutzt würde. Um die Nachbardörfer in die Pflicht zu nehmen, soll mit deren Vertretern ein runder Tisch vor den Sommerferien tagen. Dazu werden auch betroffene Landwirte sowie Tourismusorganisationen eingeladen.

Die Gemeinde könnte nach dem Straßen- und Wegerecht dazu verpflichtet sein, die Brücke zu erhalten. Darauf wies ein Mitarbeiter des Amtes Geest und Marsch Südholstein die Politiker hin. Die Amtsverwaltung soll den Sachverhalt nun prüfen. Dies könnte bedeuten, dass die Gemeinde in jedem Fall die Brücke erneuern muss – egal, ob sich eine Nachbarkommune beteiligen.

Erst einmal soll die alte Brücke jedoch abgerissen werden. Das wurde während einer Sitzung des Bauausschusses auf Anraten der Verwaltung mehrheitlich beschlossen. „Die Brücke ist in einem Zustand, der jederzeit befürchten lässt, dass ohne äußere Einwirkung der Einsturz erfolgen kann“, stellt die Behörde fest. Sie sieht Gefahr für Leib und Leben, der Bürgermeister würde bei Schäden haften. Boris Steuer (SPD) hatte noch vorgeschlagen, die Brücke nur mit einem Bauzaun zu sichern, denn immer wieder schieben Radler ihre Drahtesel unter der bestehenden Barriere durch und passieren die Brücke. Doch die Mehrheit mochte dieser Lösung nicht folgen. Bis zu 10.000 Euro stellt der Finanzausschuss für einen Abriss vor den Sommerferien bereit.

Die Abrissverfügung trifft allerdings auf die scharfe Kritik des Wortführers der Brückenprotestler. „Da soll eine Brücke abgerissen werden, ohne dass es Pläne für einen Neubau gibt“, moniert Rolf Wassermann. Der Holmer kritisiert allerdings auch die „Kirchturmpolitik“ der Nachbardörfer und sieht sie in der Pflicht, sich im Sinne der touristischen Infrastruktur an dem Neubau zu beteiligen. Sollte sich vonseiten der Gemeinde nichts tun, hatte der Pastor im Ruhestand mit einem Happening an der Brücke gedroht, während dessen er mit dem Klingelbeutel Geld für den Brückenneubau sammeln wollte.