Pinneberg
Kampagne

Wofür Pinnebergs Abfallentsorger einen Preis gewinnt

VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche (v. l.) GAB-Geschäftsführer Jens Ohde, Tanja Schweitzer, Geschäftsführerin Schweitzer media GmbH und Michael Ebling, ehrenamtlicher VKU-Präsident VKU und Mainzer Oberbürgermeister, bei der Preisverleihung.

VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche (v. l.) GAB-Geschäftsführer Jens Ohde, Tanja Schweitzer, Geschäftsführerin Schweitzer media GmbH und Michael Ebling, ehrenamtlicher VKU-Präsident VKU und Mainzer Oberbürgermeister, bei der Preisverleihung.

Foto: Christian Lietzmann / Paulina Bonkowski

Am Projekt #wirfuerbio des kommunalen Abfallentsorgers beteiligen sich mittlerweile mehr als 40 Partner. Es geht um Plastik im Biomüll.

Pinneberg.  Die vielbeachtete Aufklärungskampagne #wirfuerbio der Gesellschaft für Abfallbehandlung (GAB) ist mit dem Innovationspreis des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) ausgezeichnet worden. „Die diesjährigen Preisträger verdeutlichen: Kommunale Unternehmen sind wichtige Impulsgeber und Innovationstreiber für Wirtschaft und Gesellschaft“, so VKU-Präsident Michael Ebling anlässlich der Preisverleihung in Berlin.

Wie berichtet, fordern die Initiatoren von #wirfuerbio die Bürger dazu auf, kein Plastik mehr in den Bioabfall zu werfen. Plastiktüten, Getränkedosen, Handys und Laptops – all das haben Mitarbeiter der GAB in der Vergangenheit immer wieder im Biomüll gefunden. „So ist unser Bioabfall wirklich für die Tonne“, lautet passend dazu ein Kernsatz der Kampagne, in die GAB und 22 Mitstreiter aus Norddeutschland rund 200.000 Euro investiert haben. Gemeinsam mit acht Abfallwirtschaftsbetrieben hat GAB-Geschäftsführer Jens Ohde sie im Juni 2017 entwickelt; mittlerweile beteiligen sich an diesem Projekt mehr als 40 Entsorger deutschlandweit.

Die Botschaft wird in Anzeigen, auf Flugblättern und Aufklebern transportiert. Auf dem Musikvideokanal YouTube werben die Initiatoren außerdem mit einem eigenem Song und Musikvideos („Werd’ auch Du zum #wirfuerbio-Hero“) für ein Biomüllbewusstsein in in der Bevölkerung.

So wirbt die Branche für einen 100-prozentig reinen Bioabfall, der organisch abbaubar ist und über eine Fermentierungs- und Rotte-Anlage in Biogas- und -strom und hochwertigen Humusdünger umgewandelt werden kann. Denn der zurzeit beigemengte Plastikmüll macht diesem an sich rein biologischen Energiekreislauf einen gehörigen Strich durch die Rechnung.

Jens Ohde hatte zum Start der Kampagne erläutert: Wenn Kunststoffbestandteile erst einmal in Mikroplastik zerfallen seien, könnten sie nicht mehr aus dem Rohkompost herausgetrennt werden, sondern landeten auf Äckern.

Menge des Plastiks im Biomüll hat sich schon verringert

Die Landwirtschaft ist Hauptabnehmer der jährlich etwa 15.000 Tonnen Biokompost, die allein die GAB-Rotteanlage produziert. Regen spüle die Mikroplastikfasern zudem ins Grundwasser und verschmutze das wichtigste Lebensmittel, das Trinkwasser. Zudem verhindere beigemengter Plastikmüll, dass der Bioabfall energetisch genutzt werden kann, weil Plastik bei der Erhitzung in der Vergärungsstufe schmilzt und die Biogas- und -stromanlage zerstören würde.

Die Auswirkungen der Aktion seien „nicht von heute auf morgen spürbar, aber die Menge der Störstoffe im Bioabfall hat sich seit Kampagnenbeginn gesenkt“, so Jens Ohde.