Pinneberg
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Kommt der Drosteipark wieder zu altem Glanz?

Der Pinneberger Drosteipark wurde in der Barockzeit als Repräsentationsgarten angelegt und im  20. Jahrhundert um seine Symmetrie gebracht.

Der Pinneberger Drosteipark wurde in der Barockzeit als Repräsentationsgarten angelegt und im 20. Jahrhundert um seine Symmetrie gebracht.

Foto: Katja Engler

Pinnebergs denkmalgeschützter einstiger Barockgarten könnte ein innerstädtisches Kleinod werden. Heute berät der Umweltausschuss darüber.

Pinneberg.  Das Herz von Pinneberg braucht eine Kur: Der Drosteipark, einst Repräsentationsgarten des Barockpalais’, könnte in neuem Glanz erstrahlen, wenn der Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Kleingartenwesen grünes Licht dafür gibt. Historisch betrachtet sind die teils erhaltenen Baumalleen das Wertvollste in der mit Museum und Drostei 2016 komplett unter Denkmalschutz gestellten Gesamtanlage.

Im 18. Jahrhundert ging von dem Palais in Richtung Fahlt ein vierstrahliger Stern aus. „Deswegen ist es wichtig, die verbleibenden Wegeverbindungen in die Landschaft zu erhalten“, sagt die vom Denkmalamt mit einem Entwicklungsplan beauftragte Landschaftsarchitektin Gudrun Lang. Ihre Analysen und Anregungen stellt sie heute im Ausschuss vor.

„Jetzt geht es darum, diesen Plan grundsätzlich zu beschließen“, sagt Katja Oldenburg, Landschaftsplanerin in der Stadtverwaltung. Zwar würde der einstige Barockgarten wegen umliegender Häuser und Straßen wohl „nie wieder so hergestellt werden, wie er mal war“, dennoch könne viel Sinnvolles umgesetzt werden in dem Park, der „in letzter Zeit ein bisschen vernachlässigt wurde.“

Unsicherheit herrscht in der Stadt über die Finanzierung dieser entschlossenen Initiative des Denkmalschutz-Amtes. Tim Radtke, Pressesprecher im Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration, sagt dazu: „Natürlich fördern wir im Rahmen der Städtebauförderung derartige Projekte.“ Das bedeutet, dass die Kosten gedrittelt würden zwischen Bund, Land und Kommune, und dass die Chancen gut stehen.

Der Prinzesshof in Itzehoe hat seinen schönen Park zurück

Margita Meyer von Landesamt für Denkmalpflege stellt fest, „dass wir in den kleineren Städten Schleswig-Holsteins erhebliche städtebauliche Defizite bezogen auf die historischen Gärten und städtischen Parks haben“. Daher versuche ihre Behörde, durch Aufträge wie den an Gudrun Lang, die Gemeinden zu ermutigen. Beim Prinzesshof in Itzehoe, wo das Kreismuseum untergebracht ist, ist das vor zehn Jahren sehr gut gelungen: „Der Garten dort war vollkommen heruntergekommen“, so Meyer. Heute sei er ein Schmuckstück der Stadt. Gekostet habe das 250.000 Euro.

Auch zum einst stattlichen Drostei-Garten sagt Margita Meyer: „Der Park stellt einen städtebaulichen Missstand dar.“ Dass er vor Jahrzehnten durch den Bau der Straße „Am Drosteipark“ um ein Drittel verkleinert wurde und dadurch seine symmetrische Anlage eingebüßt hat, weiß heute kaum noch jemand. Für Gudrun Lang, die im Stadtarchiv alte Pläne studiert hat, steht fest, dass die Alleenachsen mit den teils sehr alten erhaltenen Bäumen „das Wertvollste aus jener Zeit“ sind. Deshalb liegt ihr die Wiederherstellung dieser Achse hin zum Von-Ahlefeldt-Stieg, wo die Linden einseitig noch stehen, besonders am Herzen. Um diese Alleenachse zu rekonstruieren, müssten die Parkplätze nahe den Hochhäusern „Am Drosteipark“ weichen und Bäume gepflanzt werden.

Darüber hinaus regt Gudrun Lang an, den stark gealterten Spielplatz zu erneuern, für das Kriegerehrenmal einen geeigneteren Platz zu suchen, das Teich-areal aufzuwerten und die Museumsumgebung mit Drostei-Vorplatz und -Garten „unter Berücksichtigung historischer Bezüge“ zusammen neu zu gestalten. Auch die Restaurantterrasse lasse sich harmonischer in den Park eingliedern.

Die Politik wird sich heute ein Bild machen und grundsätzlich über die Zukunft des beliebten Parks abstimmen. Das Meinungsbild ist uneinheitlich: „Ein schönerer Park ist toll, aber es drängt nicht. In der jetzigen finanziellen Situation wäre das nicht die richtige Maßnahme, um Pinneberg voranzubringen“, sagt Manfred Stache (Grüne/Unabhängige). Die SPD will sich erst mal alles anhören, bevor sie sich äußert. „Wir wollen den Park attraktiver machen“, sagt schon jetzt Ausschussvorsitzende Petra Springer (Bürgernahe). „Wir finden es gut, wenn etwas so Spürbares für die Bürger gemacht wird.“ Der Meinung ist auch die CDU: „Ich halte von der Vorlage sehr viel“, sagt Jürgen Jacob, Stellvertretender Ausschussvorsitzender. „Wenn sie umgesetzt wird, finde ich das gut. Wir müssen für unsere Natur viel mehr tun. Wenn wir jetzt Nein dazu sagen, wird da auf lange Sicht nichts mehr passieren.“ Jacob hatte früher mal vorgeschlagen, die Straße zurückzubauen und unter die Drosteiparkwiese ein Parkhaus zu setzen. Das fände er immer noch gut: „Man kann so was andenken. Man muss dafür bloß einen Investor finden.“ Um Unsummen wird es bei der denkmalgerechten Verschönerung wohl nicht gehen. Vorsichtig geschätzt, könnte mit 750.000 Euro als Minimum „schon viel in die richtige Richtung bewirkt werden“, so Gudrun Lange. Peu à peu ließe sich das Kleinod im Herzen von Pinneberg dann weiterentwickeln.