Pinneberg
Wedel

Marek Erhardt ermittelt auch am Willkomm-Höft

Marek Erhardt (l.) und Garry Fischmann sind Hauptdarsteller der ZDF-Serie „Soko Hamburg“.  Am Dienstag begannen die Dreharbeiten, erster Drehort war das Willkomm-Höft in Wedel.

Marek Erhardt (l.) und Garry Fischmann sind Hauptdarsteller der ZDF-Serie „Soko Hamburg“. Am Dienstag begannen die Dreharbeiten, erster Drehort war das Willkomm-Höft in Wedel.

Foto: Thomas Pöhlsen

Für die ZDF-Krimiserie „Soko Hamburg“ dreht der Schauspieler mit Hauptdarsteller-Kollege Garry Fischmann in Wedel.

Wedel.  Clever, clever, die Serienmacher von ZDF und Network Movie. Der Fernsehsender und die Produktionsfirma lassen die Polizisten der „Soko Hamburg“ nicht nur in der Freien und Hansestadt ermitteln, sondern länderübergreifend auch in Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Jede Menge schöne Motive bieten sich den Fernsehmachern damit an. Und eine der besten Locations im Norden wurde für den Start der Dreharbeiten am gestrigen Dienstag genutzt. Das Schulauer Fährhaus mit dem Willkomm-Höft in Wedel bildete den Hintergrund. Die Dreharbeiten in der Rolandstadt werden noch am Mittwoch fortgesetzt.

Die Kommandozentrale der Schiffsbegrüßungsanlage, mit der Kapitäne in Wedel die Schiffe aus aller Herren Länder willkommen heißen, ist originalgetreu auf der verglasten Aussichtsplattform neben dem Fährhaus nachgebaut worden. Und dort findet die Polizei eine Leiche. Marek Erhardt und Garry Fischmann spielen die Kommissare, die den Tatort inspizieren.

Das Häuschen ist so klein, dass Kamerafrau Monika Plura von außen in den Raum filmen muss. Neben dem Gebäude müssen extra Plattformen errichtet werden. Die spiegelnden Fensterscheiben machen Probleme, also werden sie mit großen, schwarzen Decken und Platten abgedeckt. Regisseur Sven Nagel steht unten neben dem Gebäude, hat einen Monitor in der Hand, auf dem er beobachten kann, was gerade gefilmt wird. Wer das Bild eines lautstark Anweisungen brüllenden Despoten vor Augen hat, wird bitter enttäuscht. Der Regisseur gibt nur kurze Anweisung. Jeder weiß, was zu tun ist. Insgesamt arbeiten an diesem Tag fast 50 Männer und Frauen in Wedel. Es wirkt, als ob bei der Arbeit ein Zahnrad ins andere greift.

In den Drehpause sitzen die beiden Schauspieler in einem Polizeiauto, checken Mitteilungen auf dem Handy und haben auch keine Problem damit, sich interviewen zu lassen. Erhardt schätzt den Ansatz der Krimiserie, interessante Plätze außerhalb der Hansestadt als Drehorte zu nutzen. „In Hamburg ist schon so viel gedreht worden, und es fällt schwer, gute Locations zu finden“, sagt er. Als angenehm empfindet es Erhardt, in und um seine Heimatstadt arbeiten zu können. Für Fischmann sieht die Anreise anders aus. Er kommt zu den Dreharbeiten aus Berlin nach Hamburg – wie übrigens die anderen Hauptdarsteller der 45-Minuten-Serie auch.

Dann ist die nächste Szene eingerichtet. Erhardt und Fischmann steigen aus ihrem Polizeiauto, es folgt eine kurze Absprache mit dem Regisseur, und schon wird wieder gedreht. Die beiden Darsteller gehen routiniert mit dem Zeitdruck um, unter dem gearbeitet wird. Jeden Tag müssen vier bis fünf Minuten „im Kasten“ sein. An manchen Tagen schreibt der Drehplan auch sechs oder sieben Minuten vor.

Mit dem Boot geht es für die Kommissare zum Einsatzort

Maritimes Flair zieht sich durch alle Soko-Folgen, die die Produktionsfirma mit Sitze in Hamburg, Berlin und Köln für den Mainzer Sender herstellt. Das Kommissariat, von dem aus sich die Polizisten zur Aufklärung der Mordfälle aufmachen, befindet sich am Rande der Stadt direkt an der Elbe. Zufälligerweise fand das Produktionsteam den Rotklinkerbau in Finkenwerder. Die Räume wurden zum Kommissariat umgebaut. Dort wird die Mehrzahl der Innenaufnahme gedreht. Auf die Dienste eines Fernsehstudios kann damit für die Soko Hamburg verzichtet werden. Und viele der Einsatzorte entlang des großen Flusses sind per Boot gut zu erreichen. Ein schickes, stahlgraues Gefährt flitzt da über das Wasser. So wurde am Dienstag auch die Szene gedreht, wie die beiden Kommissare am Ponton Wedel ankommen.

Ein „Hamburger Jung“ steht im Mittelpunkt der Serie. Marek Erhardt – der Sohn des Regisseurs Gero Erhardt und Enkel des Humoristen Heinz Erhardt – spielt den erfahrensten Polizisten im Kommissariat und einen wahren Instinktbullen. An seiner Seite stellt Anna von Haebler eine junge, ehrgeizige Ermittlerin mit guter Beobachtungsgabe dar. Reibungen sind da programmiert.

Den Dritten im Ermittlerbunde verkörpert Garry Fischmann. Er geht gern mit dem Kopf durch die Wand, hat aber auch eine weiche Seite als leidenschaftlicher Vater. Serien-Vielseher müssen sich bei der resoluten Chefin der Soko umgewöhnen. Sie wird von Pegah Ferydoni gespielt, noch bekannt als renitente Tochter aus der ARD-Serie „Türkisch für Anfänger“. Das jugendliche Element verkörpert Paula Schramm, die als Cyber- und Technikspezialistin frisch von der Polizeischule kommt.

Die Soko Hamburg geht mit den neuen Folgen in die zweite Runde. Zehn Sendungen werden noch bis Ende Juni gedreht. Die sechs Folgen der ersten Staffel waren im Frühjahr 2018 ausgestrahlt worden. Die Sendetermine für die neuen Folgen stehen noch nicht fest.