Pinneberg
Barmstedt

Ein Künstler voller Sehnsucht nach der Figur

Aus alten, schroffen Hölzern schafft Bildhauer Ronny Denner sinnliche Figuren, die Karin Weißenbacher ab 2. März auf der Schlossinsel zeigt.

Aus alten, schroffen Hölzern schafft Bildhauer Ronny Denner sinnliche Figuren, die Karin Weißenbacher ab 2. März auf der Schlossinsel zeigt.

Foto: Burkhard Fuchs

Der Thüringer Bildhauer Ronny Denner zeigt im Galerie-Atelier III auf der Barmstedter Schlossinsel sinnliche Skulpturen aus altem Holz.

Barmstedt.  Es sind grazile, fast engelhafte Figuren, die Ronny Denner aus altem, morschem Holz geschaffen hat. Der Holzbildhauer aus dem thüringischen Empfertshausen stellt seine neuesten Werke erstmals im Galerie-Atelier III auf der Barmstedter Schlossinsel aus.

Eröffnet wird die Ausstellung am Sonnabend, 2. März, im Beisein des Künstlers mit einem musikalischen Rahmenprogramm. „Ich lasse mich bei meiner Arbeit von der Form der Natur inspirieren“, sagt der gelernte Holzbildhauer. So besorgt er sich sein Rohmaterial oft bei Wanderungen, vor allem in den Bergen. Denn Denners Lieblingsholz ist das der Zirbelkiefer, die nur oberhalb von 1500 Metern im Gebirge wächst und bis zu 1000 Jahre alt werden kann. Aber auch am Strand oder im Wald wird er fündig und entdeckt das richtige Holz für seine Arbeiten. „Mich reizt vor allem das Raue und Schroffe am Holz“, sagt er. Das kann er dann in verschiedenen Techniken mit neuem Holz kombinieren und so ganz außergewöhnliche Formen und Strukturen schaffen, die jetzt in Barmstedt zu bestaunen sind.

Sie habe Denner bei einer Ausstellung in Hamburg kennengelernt und sogleich nach Barmstedt eingeladen, sagt Galeristin Karin Weißenbacher. „Ronny Denner gelingt es, aus alten Holzstämmen, Wurzeln und Ästen etwas völlig Neues entstehen zu lassen, ohne dem Holz seine Geschichte und seinen Charakter zu nehmen.“ Seine künstlerischen Arbeiten erinnern sie an die „Sakralfiguren der frühbarocken Holzbildhauerei“. So sind einige seiner Skulpturen mit Farbpigmenten, Kupfer, Gold, Silber oder Schellack bearbeitet, was im Kontrast zur wilden, oft schroffen Beschaffenheit des Holzes steht. „So entstehen eine ausdrucksstarke, sinnliche Figürlichkeit und spannende Gegensätze“, sagt Karin Weißenbacher. Darum habe sie die Ausstellung auch als „die Sehnsucht nach der Figur“ benannt.

Sein Lieblingsmaterial, die Zirbelkiefer, sei ein ausgesprochen gutes Holz zum Schnitzen und Anfertigen von Möbeln, erklärt der Künstler. Zudem sei es für seinen wohligen Geruch und seine Heilkraft bekannt. Aus den Zapfen werde ein Zirbenschnaps gebraut, der als Heil- und Genussmittel gilt. „Ich liebe den Geruch des Holzes beim Arbeiten.“

Die Ausstellung eröffnen Hans Hansen, Vorsitzender des Kulturausschusses in Barmstedt, und Elke Ferro-Goldstein, Vorsitzende des Kreiskulturverbandes. Der Hamburger Musiker Björn Vollmer spielt dazu klassische Gitarre. Die Ausstellung ist bis zum 22. April jeweils dienstags bis donnerstags von 14 bis 18 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 12 bis 18 Uhr zu besichtigen.