Pinneberg
Quickborn

Vom Insektensterben in der Stadtnatur

Diese Rote Mauerbiene sitzt an einer Nisthilfe. In der Stadt können Insektenhotels auch auf Balkonen aufgehängt werden.

Diese Rote Mauerbiene sitzt an einer Nisthilfe. In der Stadt können Insektenhotels auch auf Balkonen aufgehängt werden.

Foto: G. Fischer / picture alliance / blickwinkel/G. Fischer

Bürger erfahren, was Sie konkret tun können. Vortrag und Ausstellung des Bundesamtes für Naturschutz in der Bücherei am 22. Februar.

Quickborn.  Was Bürger in der Stadt konkret tun können, um Insekten zu helfen und die Artenvielfalt in der Natur ihrer Stadtumgebung zu gewährleisten, zeigt eine Ausstellung, die einen Monat lang in der Quickborner Bücherei gezeigt wird. Eröffnet wird sie am Freitag, 22. Februar, mit einem Vortrag von Wilhelm Flade-Krabbe vom Bund für Natur- und Umweltschutz (BUND) aus Pinneberg zum Thema „Insektensterben und Stadtnatur“.

„Wir wollen den Leuten erklären und Tipps geben, was sie selbst bei sich zu Hause machen können, um dem Insektensterben entgegenzuwirken“, sagt Hans-Joachim Bull, Sprecher des BUND in Quickborn. Wer einen Garten hat, könnte etwa insektenfreundliche Pflanzen einpflanzen, rät Bull. Wer in einem Mehrfamilienhaus lebt, sollte kleine Insektenhotels aus Holz auf dem Balkon aufstellen, die den wild lebenden Insekten Unterschlupf bieten.

Denn in ihrem Bestand akut gefährdet sei nicht die Honigbiene, die vom Imker geschützt werde. Vielmehr seien es die in der freien Natur lebenden Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten, die den Schutz des Menschen brauchten. „Wir müssen die Stadtnatur stärken und den heimischen Tierarten Rückzugsräume erhalten“, sagt Flade-Krabbe. In seinem Lichtbildervortrag wird er auch auf die Ursachen, das Ausmaß und die Folgen des Insektensterbens eingehen.

Die Ausstellung ist vom Bundesamt für Naturschutz konzipiert. Das schlägt mit neuesten Forschungsergebnissen Alarm. Demnach ist die Hälfte aller Insektenarten in ihrem Bestand rückläufig. Neueste Ergebnisse hätten gezeigt, dass die Gesamtbiomasse der Fluginsekten in Deutschland von 1989 bis 2014 um 76 Prozent zurückgegangen ist. Der Bestand an Großschmetterlingen sank um 56 Prozent, der der Schwebfliegen um 84 Prozent. Dabei gehörten Insekten zur artenreichsten Gruppe aller Lebewesen. Für den Erhalt der Biodiversität seien sie unersetzlich. So bildeten sie die Grundlage eines komplexen Nahrungsnetzes und dienten Spinnen, Vögeln, Reptilien, Amphibien und Säugetieren als Nahrungsquelle. „Für den Menschen sind die Leistungen der blütenbestäubenden Insekten von zentraler Bedeutung“, heißt es zur Ausstellung.

Vortrag und Ausstellung Fr 22.2., 19 Uhr, Forum, Bahnhofstraße 100. Der Eintritt zum Vortrag und zur Ausstellung ist frei.