Pinneberg
Sonderausstellung

Der Elmshorner Trinkkultur auf der Spur

Elmshorns Königstraße auf einer historische Postkarte.

Elmshorns Königstraße auf einer historische Postkarte.

Foto: Industriemuseum Elmshorn

Ausstellung im Industriemuseum stellt Häuser der Königstraße vor, in denen Alkohol hergestellt, ausgeschenkt und konsumiert wurde.

Elmshorn.  Vom 18. Jahrhundert bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein prägten zahlreiche Brauereien und Gastwirtschaften Elmshorn. Die wohlhabenden Elmshorner Brauerfamilien waren durch Eheschließungen eng miteinander verbunden, so zum Beispiel die Familien Junge, Heins, Früchtenicht und Diercks.

In dem von der Kulturstiftung des Bundes geförderten Projekt „Königstraße Elmshorn – 773 Schritte durch die Zeit“ erarbeitet ein Team gemeinsam mit wechselnden Kooperationspartnern die Geschichte der Königstraße und zeichnet eine mögliche Zukunft der heutigen Fußgängerzone. Eine erste Teilausstellung geht der Trinkkultur auf die Spur.

In der Ausstellung im Industriemuseum Elmshorn, die bis zum 5. Mai zu sehen ist, erfahren Besucher, was die Industrialisierung mit der Abstinenzbewegung verbindet und wie sich der Cafébesuch in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Zudem wird erläutert, wo in der Königstraße Alkohol konsumiert und hergestellt wurde. Die Ausstellung stellt einzelne Häuser der heutigen Fußgängerzone vor, in denen Getränke hergestellt, ausgeschenkt und konsumiert wurden. Die Geschichten unterschiedlicher Betriebe und Familien lassen dabei einen Blick hinter die Kulissen der Gebäudefassaden werfen, so die Organisatoren.

So geht es auch um den Elmshorner Brauer Johannes Möhring, der 1885 von Michel Junge das Gebäude in der Königstraße 56 kaufte, das seitdem als „Möhringsches Haus“ bekannt ist. Junge hatte es 1780 als Brauerei und Brennerei bauen lassen. Bis 1917 setzte Möhring den Braubetrieb fort. Dann musste er diesen einstellen, da im Ersten Weltkrieg alle kupfernen Gegenstände an die Regierung abgegeben wurden. Danach führte die Familie eine Weinhandlung, bis 1970 bestand auch eine Schankwirtschaft. 1972 übernahm die Stadt das spätbarocke Bürgerhaus, das heute unter Denkmalschutz steht, und wendete damit den Abriss ab. Seit 1976 ist hier die Stadtbücherei untergebracht.

Möglich ist das Projekt durch Fördergeld aus dem Fonds Stadtgefährten von der Kulturstiftung des Bundes in Höhe von bis zu 150.000 Euro. Mit dem Geld werden bis zum Sommer 2020 Ausstellungen, Aktionen und interaktive Begleitprogramme realisiert, die sich um die Königstraße drehen.

Ausstellung: bis 5.5., Industriemuseum Elmshorn, Catharinenstr. 1, Di bis Sa 14–17 Uhr, So 11–17 Uhr, 4 Euro, Kinder frei