Pinneberg
Wedel

Smarte Projekte von Wedeler Studenten

Foto: Katy Krause / krk

Übergreifendes Uniprojekt: Erstmals arbeiten die Wedeler mit Studenten von Hochschulen in Hamburg und Lüneburg zusammen.

Wedel.  Es ist eine Premiere besonderer Art, bei der sowohl die Studenten als auch die Professoren noch eine Menge lernen konnten. Am Donnerstag, 31. Januar, endet mit der öffentlichen Präsentation der Ergebnisse ein übergreifendes Uniprojekt, das es so bislang noch nicht gegeben hat. Denn dabei taten sich Studenten von drei Einrichtungen aus drei verschiedenen Bundesländern zusammen. In gemischten Gruppen arbeiteten Studenten der Fachhochschule Wedel, der Hamburger Akademie Mode&Design sowie der Leuphana Uni Lüneburg gemeinsam an Projekten für die Zukunft – und das in Kooperation mit Unternehmen. Die Initiative für das smarte Projekt ging dabei von den Wedelern aus.

Denn Schuld an der hochschulübergreifenden Kooperation ist Professor Ulrich Hoffmann. Er unterrichtet an der FH Wedel und ist Leiter des neuen Studiengangs Smart Technology. Dessen Studenten sollen laut Lehrplan im jetzt fünften Semester ein praxisnahes Projekt realisieren. Hoffmann suchte Partner und fand sie über Ländergrenzen hinweg – was ihn besonders freut, denn er hat auch schon ganz andere Erfahrungen gemacht. Zum Beispiel als Studentinnen zur Weiterentwicklung einer Helfer-App für einen sicheren Nachhauseweg Fördergelder in Kiel beantragen wollten. Weil die Wedeler Studentinnen aber in Hamburg leben, wurde ihnen eine Förderung verwehrt. „Manchmal stellt die Ländergrenze eine sehr große Barriere dar“, sagt Hoffmann. Umso mehr freut es ihn, dass interdisziplinäre Zusammenarbeit der Universitäten daran nicht scheiterte.

Einen starken Partner für seine Idee fand Hoffmann in der Hamburg Kreativ Gesellschaft, einer städtischen Einrichtung zur Förderung der Hamburger Kreativwirtschaft. Deren Mitarbeiter stellten Verbindungen zu den Unis sowie zur Hamburger Kommunikationsagentur BrawandRieken her. Letztere suchte wiederum nach Wirtschaftspartnern, die praktische Projekte für die Studenten parat hatten.

Nach einem Jahr Vorbereitungszeit startete im Oktober vergangenen Jahres die erste Cross Innovation Class in der Metropolregion Hamburg. Insgesamt 26 Studenten aus den drei Unis arbeiteten in fünf Teams seither an der Realisierung verschiedener Projekte. Herausgekommen sind Prototypen, zu denen so viel gesagt werden darf: Es handelt sich um einen intelligenten Trinkbecher, ein smartes Essenstablett, einen „Dezibel-Bauer“, eine interaktive Erntebox sowie einen Messeautomaten, der die Arbeit der Seenotretter spielerisch verdeutlichen soll. Entwickelt wurden die Projekte mit und für die Unternehmen Apetito, den Kartoffelchipshersteller HeiMart sowie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.

Und wer jetzt neugierig geworden ist, der kann sich von den Ergebnissen der ersten übergreifenden Zusammenarbeit selbst ein Bild machen – und zwar am Donnerstag, 31. Januar. Dann präsentieren die Studierenden ihre Prototypen der Öffentlichkeit. Im Zuge der Abschlussveranstaltung im Hamburger Oberhafenquartier von 19 bis 21 Uhr haben die Zuschauer und -hörer auch eine gewichtige Rolle. Sie sollen entscheiden, welches Team die beste Arbeit abgeliefert hat. Am Ende des Abends wird der Preis an den Zuschauerfavoriten verliehen. Der Eintritt ist frei.

Mit von der Partie sind an diesem Abend Malte Petersen und André Höhnke. Beide studieren an der FH Wedel und haben an dem Projekt teilgenommen. Petersen arbeitete im Team an der Werbekampagne für die Seenotretter mit, und Höhnke war in dem Studententeam, das den intelligenten Trinkbecher für Senioren entwickelte. Letzterer soll dabei helfen, dass ältere Menschen das regelmäßige und ausreichende Trinken nicht vergessen.

„Das war eine große Erfahrung“, sagt Höhnke. Er und Petersen loben, dass es durch das übergreifende Arbeiten in der Gruppe zu mehr kreativen Ideen kam. „Ich denke oft erst darüber nach, ob es überhaupt technisch realisierbar ist“, so Höhnke. Diese Denksperre gab es für die Kreativen von Akademie für Mode&Design nicht. Doch nicht alles war schön. Kritisch sehen die Studenten den zum Teil großen Altersunterschied und die Kommunikation. „Es ist schon erstaunlich, wieviel Zeit man damit verbringt, die Gruppe zu koordinieren“, berichtet Petersen.

Nicht nur die Studenten haben festgestellt, dass Kommunikation ein großes Hindernis darstellen kann. Auch bei den beteiligten Professoren bereitete die Koordination über verschiedene Kanäle Probleme. Da konnte auch Professor Hoffmann noch einiges lernen. Sein simpel klingendes Fazit: „Manchmal ist es besser, sich einfach kurz zu treffen.“ Ein weiterer Verbesserungspunkt für das nächste Cross Mediale Projekt: Die Studenten sollten möglichst aus einem Jahrgang kommen. Jetzt waren Studenten vom Unineuling bis Abschlussjahrgang dabei, was sich in der unterschiedlichen Arbeitsweise und dem Anspruch ans Projekt niederschlug. Klar ist für Hoffmann aber, dass das übergreifende Lernprojekt weitergehen soll und gern auch noch weitere Partner dazukommen können.