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Kreis Pinneberg

Neue Kraft auf dem Heidgrabener Chefsessel

Foto: Thomas Pöhlsen

Premiere für die Regisseurin Anja Jansen beim Theoter op Platt in Heidgraben mit dem Stück „Bessen, Beer un Beaujolais“.

Heidgraben.  Mit Anja Jansen leitet ein Neuling auf dem Regiesessel die Arbeiten an dem neuen Stück des Theoter op Platt. Auch wenn sie mit 32 Jahren zu den Jüngeren unter den Heidgrabener Amateurschauspielern gehört, so gibt es keine Akzeptanzprobleme.

„Mir macht die Arbeit Spaß, ich bekomme viel Unterstützung, und wir arbeiten gut zusammen“, sagt sie. Am Freitag, 22. Februar, soll die Komödie „Bessen, Beer un Beaujolais“ von Helmut Schmidt unter ihrer Regie im Gemeindezentrum Premiere feiern.

Das Niederdeutsche kennt Anja Jansen von Kinderbeinen an aus ihrer Familie auf Rügen. Und in der Grundschule wurde ein Jahr Niederdeutsch unterrichtet. Ihr Lebenspartner kommt aus Nordfriesland, wo ebenfalls in der Familie viel Platt gesprochen wird. Hören und verstehen war also kein Problem, doch Niederdeutsch sprechen hat sie erst beim Theoter op Platt gelernt. Beruflich hatte es die Frau aus der IT-Branche nach Elmshorn gezogen, und dort hörte sie mehrfach von der guten Atmosphäre bei der Heidgrabener Laienbühne.

2010 nahm sie Kontakt auf – und war begeistert. Erst als Inspizientin, dann mehrfach als Schauspielerin war sie an Aufführungen beteiligt. Workshops oder Bücherstudium, um sich auf die Regiearbeit vorzubereiten? Das muss nicht sein. „Der Vertrieb ist auch eine Bühne“, sagt sie über ihr Berufsleben. Außerdem besucht sie regelmäßig Aufführung des Ohnsorg-Theaters. „Wenn man weiß, dass man Regie führen soll, guckt man schon anders hin“, so Anja Jansen.

Ein neuer Regisseur musste gefunden werden, weil Silke Reuß-Hennschen und Magda Lena Löper, die bei den Stücken der vergangenen Jahre die Probenarbeiten leiteten, unbedingt wieder auf der Bühne stehen wollten. „Ich bin eine Rampensau“, sagt Silke Reuß-Hennschen, die gleich die Hauptrolle der resoluten, aber gutmütigen Putzfrau übernommen hat.

In dem Lustspiel treffen ganz unterschiedliche Schichten und Charaktere aufeinander. Ein Arztehepaar bittet seine Putzfrau, während des Urlaubs in ihrer Villa einzuhüten. Die Putzfee genießt das feudale Leben. Weil sie ein gutes Herz hat, lädt sie eine Freundin an, die sonst auf der Straße lebt. Statt Dosenbier gibt es feinen Rotwein.

Allerdings tauchen dann nacheinander der Sohn des Ärztepaares, ein Staubsaugervertreter sowie – ein bisschen verfrüht – die Hausbesitzer selber auf. Das Kuddelmuddel in der Komödie ist perfekt.

Theater: 22., 23., 24., 26.2., 1., 2., 3.2., 20 Uhr, 24.2., 3.3. 15 Uhr, Uetersener Straße 8, 4-8 Euro, Vorverkauf am 26.1. ab 9 Uhr, Uetersener Straße 8, danach MarktTreff, Bürgermeister-Tesch-Straße 1-3, 04122/444 46