Kommunalpolitik

AfD gründet ersten Ortsverband im Kreis

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Die Alternative für Deutschland hat in Schenefeld ihren ersten Ortsverband im Kreis Pinneberg gegründet.

Die Alternative für Deutschland hat in Schenefeld ihren ersten Ortsverband im Kreis Pinneberg gegründet.

Foto: Ingo Wagner / picture alliance / dpa

In Schenefeld haben sich acht Mitglieder der Alternative für Deutschland zusammengeschlossen. Weitere Kommunen sollen demnächst folgen.

Schenefeld.  Sieben Prozent, vier Sitze: Mit diesem Ergebnis zog die AfD im Mai 2018 in den Pinneberger Kreistag ein. In den 49 Kommunen war die Partei nicht angetreten. Das dürfte sich bei der nächsten Kommunalwahl im Mai 2023 ändern. In Schenefeld hat die AfD jetzt den ersten Ortsverband im Kreis Pinneberg gegründet. Weitere sollen folgen – voraussichtlich in Elmshorn, Pinneberg, Quickborn, Halstenbek, Wedel und Tornesch.

Ortschef in Schenefeld ist Torsten Omland, der als bürgerliches Mitglied auf Kreisebene dem Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Gleichstellung und Senioren angehört. „Unser Ziel für Schenefeld ist der Einzug ins Parlament. Zum Glück haben wir bis zur nächsten Wahl noch einige Zeit, um uns einzuarbeiten“, sagt der 58-Jährige. Aktuell sitzen sechs Parteien in der Schenefelder Ratsversammlung, wovon mit der Offensive für Schenefeld (OfS, ehemals Schill-Partei) und der BfB bereits zwei eher konservative Positionen vertreten. „Ich sehe uns noch ein klein wenig konservativer als die OfS“, sagt Omland. Er hält jedoch für wichtig, dass im Ortsverband weder radikales Gedankengut noch Ausländerfeindlichkeit Platz finden werden. „Solche Leute fliegen mit aller Härte raus.“

Acht Gründungsmitglieder hat der Ortsverband, an dessen Spitze neben Omland Axel Schröer als Stellvertreter und Volkher Steinhaus sowie Altino Pereira da Fonseca als Beisitzer stehen. Warum Schenefeld der erste Ortsverband auf Kreisebene wurde? „Wir hatten hier viele Mitglieder, da hat sich das so ergeben“, sagt der Ortschef.

Omland, der gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann und inzwischen vollständig erwerbsunfähig ist, war in Schenefeld 18 Jahre bei der Feuerwehr und auch beim Motorradclub Proud Indians aktiv. Er ist verheiratet, hat fünf Kinder und ist seit Anfang vorigen Jahres Mitglied der AfD. „Ich hatte das Gefühl, dass sich Deutschland mit der derzeitigen Regierung selbst abschafft“, sagt der 58-Jährige. In Schenefeld wollen er und seine Kollegen „Dinge ansprechen, die sonst nicht angesprochen werden“. Er und seine Mitstreiter hätten bereits als Zuschauer einige Ausschusssitzungen besucht und Bereiche identifiziert, wo die Stadt aus AfD-Sicht Gelder falsch einsetze.

Nach und nach wollen der Ortschef und seine Mitstreiter versuchen, den ersten AfD-Ortsverband im Kreis bekannter zu machen und auch weitere Mitglieder in Schenefeld zu gewinnen. Dazu soll eine Internetpräsenz eingerichtet werden. „Wir überlegen auch, einen Stammtisch einzurichten, um uns über aktuelle Themen auszutauschen“, sagt Omland. Und er sagt weiter: „Ich habe keine Berührungsängste, mich mit Andersdenkenden auseinanderzusetzen.“

( kol )

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