Pinneberg
Uetersen

Feldmuehle-Insolvenz: Politik ist in Sorge

Die Papierfabrik Feldmuehle in Uetersen ist insolvent

Die Papierfabrik Feldmuehle in Uetersen ist insolvent

Foto: Sebastian Becht

Papierfabrik hatte im November die zweite Insolvenz innerhalb eines Jahres angemeldet. Konsequenzen für Mitarbeiter erörtert.

Uetersen.  Die Uetersener Politik ist in Sorgen um den Wirtschaftsstandort und die Papierfabrik Feldmuehle, die im November die zweite Insolvenz innerhalb eines Jahres angemeldet hatte. Am Dienstagabend trafen sich die Mitglieder des Hauptausschusses deswegen. Die Krisensitzung im Rathaus dauerte etwa eine Stunde. In nichtöffentlicher Runde wurden dort die möglichen Konsequenzen für Mitarbeiter, Betrieb und Stadt erörtert, wenn demnächst eine der beiden Papiermaschinen abgestellt und mit 200 Beschäftigten etwa die Hälfte der Belegschaft vor die Tür gesetzt würde. Letztere hatten sich gerade erst zum Lohnverzicht bereiterklärt, um ihren Arbeitsplatz zu retten.

Was im Einzelnen besprochen wurde, wollte am Mittwoch keiner der beteiligten Politiker kommentieren. Man habe Stillschweigen vereinbart, wohl auch, um die letzten Fünkchen Hoffnung nicht zu ersticken. Seit Wochen laufen Verhandlungen zwischen Betriebsrat, Gewerkschaft und Geschäftsführung des Traditionsunternehmens. Vor Weihnachten hatte der Betriebsratsratsvorsitzende Thorsten Buthmann dem Hamburger Abendblatt noch gesagt, dass man um den Erhalt des gesamten Betriebes kämpft. Das Unternehmen stellt seit mehr als 100 Jahren in der Rosenstadt Papier her. Es gehörte lange zum Flick-Konzern, später zur schwedischen Stora und finnischen Enso-Gruppe. Bis weit in die 1990er-Jahre war es mit damals 700 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber und einer der größten privaten Landbesitzer der Stadt.

Bürgermeisterin Andreas Hansen sagt: „Wir hoffen alle, dass es bei der Feldmuehle weitergeht.“ Dabei dürfe es nicht nur wieder um einen weiteren Lohnverzicht gehen, fordert die Verwaltungschefin. „Aber wir wollen keine Panik schüren.“ SPD-Fraktionschef Ingo Struve findet die Entwicklung „nur traurig“. Aber dass hochwertige Bilderdruckpapiere, die die Feldmuehle mit der jetzt wohl bald stillgelegten zweiten Papiermaschine herstellt, nicht mehr gebraucht würden, zeige ja auch die Einstellung des Otto-Katalogs.