Pinneberg
Horst

Täter soll nach Messer-Attacke dauerhaft in Klinik

Am 3. August 2018 ereignete sich an der Straße Am Bahnhof ein Verbrechen: Ein 31-Jähriger erstach seinen Lebenspartner.

Am 3. August 2018 ereignete sich an der Straße Am Bahnhof ein Verbrechen: Ein 31-Jähriger erstach seinen Lebenspartner.

Foto: Peter Steffen / dpa

Ermittlungen abgeschlossen: 31-Jähriger, der im August in Horst seinen Lebenspartner (55) erstach, ist laut Gutachten schuldunfähig.

Horst.  Nach einer tödlichen Messerattacke in Horst hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen den 31 Jahre alten Tatverdächtigen aus dem Kreis Pinneberg jetzt abgeschlossen. Eine Anklage ist gegen den Mann nicht möglich, weil er im Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt hat. Daher wurde ein Sicherungsverfahren beim Landgericht Itzehoe eingeleitet, das eine dauerhafte Unterbringung des Täters in einer psychiatrischen Klinik ermöglichen soll.

Das Verbrechen hatte sich gegen 18.40 Uhr am Abend des 3. August in einem Mehrfamilienhaus an der Straße Am Bahnhof ereignet. Nachbarn wurden auf einen lautstarken Streit in einer Wohnung aufmerksam und riefen daraufhin die Polizei. Als die Beamten dort eintrafen, bot sich ihnen ein schreckliches Bild. Sie fanden einen 55 Jahre alten Mann regungslos am Boden in einer Blutlache liegend vor. Ein zweiter Mann hielt das Tatmesser noch in der Hand. Dieser war ebenfalls erheblich verletzt, wehrte sich aber trotzdem massiv gegen seine Festnahme. Die Beamten mussten daraufhin Verstärkung anfordern. Mit vereinten Kräften gelang es dann, den 31-Jährigen zu überwältigen.

Täter und Opfer erst kurz vor der Tat umgezogen

„Wir werfen dem Beschuldigten Totschlag, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und versuchte gefährliche Körperverletzung vor. All das soll er im Zustand der Schuldunfähigkeit begangen haben“, sagt Peter Müller-Rakow, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Itzehoe. Nach seinen Angaben wurde das Opfer „durch eine Vielzahl von Messerstichen in den Oberkörper getötet“.

Der 31-Jährige, der in einem kleinen Ort im Kreis Pinneberg gemeldet gewesen sein soll, kam ins Klinikum nach Elmshorn. Dort wurde er notoperiert und während seines Klinikaufenthalts von Polizisten bewacht. Nach seiner Genesung entschied ein Richter, den Mann vorläufig in einer psychiatrischen Fachklinik unterzubringen. Dort sitzt er derzeit noch ein. Täter und Opfer waren erst wenige Wochen vor der Bluttat in das Mehrfamilienhaus gezogen. Sie hatten dort als Paar zusammengelebt. Worum es bei dem Streit ging, der letztlich tödliche Folgen hatte, ist Bestandteil des Sicherungsverfahrens vor dem Landgericht.

Einen Verhandlungstermin gibt es noch nicht. Laut Strafprozessordnung muss das Verfahren bis spätestens 4. Februar beginnen. Im Mittelpunkt steht das Gutachten eines psychiatrischen Sachverständigen, der dem 31-Jährigen zur Tatzeit eine Schuldunfähigkeit bescheinigt. Bleibt es dabei, wird der Mann laut Paragraf 63 Strafgesetzbuch in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen.