Pinneberg
Gestern und Heute

Ehrenamtliche arbeiten Vergangenheit auf

Das Haus an der Hauptstraße 40 ist erhalten geblieben. Aber es hat sich nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich verändert. Das Geschäft firmierte als Colonialwaren Zimmer. Dann wechselten über die Jahre die Sortimente. Mal diente das Gebäude als Sattlerei, mal als Teppichhandel, dann als Verkaufsstelle für Papierwaren. Seit mehr als 30 Jahren bietet nun Augenoptik Jensen so etwas wie Kontinuität. Das inzwischen lila angestrichene Haus ist heute ein Blickfang im Ortskern der Gemeinde.

Das Haus an der Hauptstraße 40 ist erhalten geblieben. Aber es hat sich nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich verändert. Das Geschäft firmierte als Colonialwaren Zimmer. Dann wechselten über die Jahre die Sortimente. Mal diente das Gebäude als Sattlerei, mal als Teppichhandel, dann als Verkaufsstelle für Papierwaren. Seit mehr als 30 Jahren bietet nun Augenoptik Jensen so etwas wie Kontinuität. Das inzwischen lila angestrichene Haus ist heute ein Blickfang im Ortskern der Gemeinde.

Foto: Arne Kolarczyk

Gemeinde Halstenbek verfügt über kein eigenes Archiv. Die Mitglieder der Geschichtswerkstatt nutzen Raum in alter Schule.

Halstenbek.  Die Einrichtung von kommunalen Archiven gilt laut Landesarchivgesetz Schleswig-Holstein als Pflichtaufgabe der Kommunen. Trotzdem gibt es mehrere Dutzend Gemeinden, die kein eigenes Archiv unterhalten. Dazu gehört auch Halstenbek. „Langfristig wäre es wünschenswert, diese Aufgabe anzugehen“, sagt dazu Bürgermeister Claudius von Rüden.

Sollte die Verwaltung sich an diese Aufgabe herantrauen, müsste sie nicht bei Null anfangen. Die 1993 gegründete Geschichtswerkstatt, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bestehen feierte, leistet dazu eine wertvolle Vorarbeit. Sie ist aus einem Kursus der Volkshochschule hervorgegangen, der einen Blick in die Geschichte der Gemeinde versprach. Unter der Leitung des Historikers Holmer Stahncke fand sich eine kleine Gruppe von Halstenbekern zusammen, die auf Entdeckungsreise ging.

Zwei Jahre lang existierte die Gruppe unter dem Dach der VHS, ehe sie selbstständig wurde. Im Laufe der Jahre wechselten die Personen. Noch immer dabei ist Hildegard Lunau, die als eine der guten Seelen der Geschichtswerkstatt bekannt ist. Die 1936 geborene Tochter aus der Baumschuldynastie Helms wurde auch als langjährige Leiterin des Baumschulmuseums bekannt und hat zahlreiche Publikationen zur Halstenbeker Geschichte verfasst, zuletzt in diesem Jahr eine Abhandlung über die Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkriegs in Halstenbek.

Bereits im Januar 1994 starteten die Hobby-Historiker ihre erste Ausstellung mit Fotos von Halstenbek aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Zwischen 1994 und 2005 führen die Mitglieder der Geschichtswerkstatt mehr als 50 Interviews mit Zeitzeugen, die aufgezeichnet wurden und einen Einblick in das frühere Leben in der Gemeinde bieten.

Es folgen weitere Aussstellung – etwa zum Jubiläum „40 Jahre Erlöserkirche“, anlässlich der 700-Jahr-Feier der Gemeinde und zum 50-jährigen Bestehen der katholischen Herz-Jesu-Kirche. Außerdem haben die Mitglieder der Gruppe mehrere Bücher herausgebracht – etwa den „Blick ins alte Halstenbek“, oder „Halstenbek – Bilder vom Wachsen einer Gemeinde“.

Lange Zeit befanden sich die gesammelten Werke im Haus von Hildegard Lunau. Nachdem das Schulgebäude der Grundschule Nord freiwurde und zur Heimat von Bücherei und Volkshochschule umgebaut wurde, stellte die Gemeinde den ehemaligen Lagerraum der Schule der Geschichtswerkstatt zur Verfügung. Seitdem werden im Dachgeschoss des ehemaligen Schulgebäudes die gesammelten Schätze aufbewahrt – alte Fotos und Beschreibungen, sortiert in diversen Kisten, Schubladen und Aktenordnern. Derzeit sind Lunau und ihre Mitstreiter dabei, die Exponate gründlich zu inventarisieren. Noch ist unter dem Dach Platz für weitere historische Schätze, die auf diese Weise vor der Vernichtung bewahrt werden.

Historische Fotos von Gebäuden und Orten in der Gemeinde Halstenbek finden Sie in Ihrer Abendblatt-Regionalausgabe Pinneberg.