Pinneberg
Kreispolitik

FDP-Urgestein Klaus Bremer tritt aus Partei aus

Klaus G. Bremer verlässt die FDP im Zorn

Klaus G. Bremer verlässt die FDP im Zorn

Foto: Burkhard Fuchs / HA

Der frühere Fraktionschef ist von seinen Nachfolgern im Kreistag schwer enttäuscht und wirft ihnen Unfähigkeit vor.

Elmshorn.  Jahrzehntelang war er Kopf und Vordenker der Liberalen im Kreis Pinneberg. Jetzt hat Klaus G. Bremer (76) mit einem großen Knall an Heiligabend seiner Partei den Rücken gekehrt. „Ich kann und will nicht mehr mit den Unfähigen in einer Partei sein“, begründet der frühere Studiendirektor den sofortigen Parteiaustritt. Immerhin gehört er der FDP seit mehr als 50 Jahren an. Doch die jüngsten Entscheidungen und Entwicklungen auf Kreisebene hätten ihn zu diesem Schritt bewogen. „Es hat schon lange in mir gebrodelt.“

Im Mai nach der Kommunalwahl wurde Bremer, der zum neunten Mal in den Kreistag gewählt worden war, dem er 36 Jahre lang angehörte, von seinen Mitstreitern als Fraktionschef abgesetzt. Daraufhin legte er enttäuscht sein Mandat nieder. Doch er fühlt sich nicht nur ausgebootet, sondern ist schwer enttäuscht, wie seine Nachfolger sein politisches Erbe verwalten.

"Ich werde weiter FDP wählen"

Der neue FDP-Fraktionschef Olaf Klampe und dessen Stellvertreter Jens Petersen, die beide den Ratsgremien ihrer Heimatstädte Pinneberg und Elmshorn angehören, hätten zu sehr die Orts- statt die Kreispolitik im Auge. So hätte sich Petersen für eine Senkung der Kreisumlage um vier Punkte stark gemacht. „Als Kreispolitiker musst du doch die Kreisfinanzen im Blick haben“, sagt Bremer.

Und dass beide der entscheidenden Sitzung des Kreis-Verkehrsausschusses ferngeblieben seien, als es um die Kreisstraße 22 gegangen sei, könne er nicht nachvollziehen. „Für mich war es immer eine Herzensangelegenheit dieses Kreisstraßenprojekt zu stoppen.“

Aber er werde sein liberales Herz in seinem politischen Verständnis nicht gänzlich aufgeben, sagt Bremer. „Was den Bund und das Land angeht, werde ich weiter die FDP wählen.“