Pinneberg
Agenda 2019

Elektroautos und elektronische Akten im Kreis

Landrat Oliver Stolz gibt einen Überblick, was im neuen Jahr im Kreis Pinneberg passieren soll.

Landrat Oliver Stolz gibt einen Überblick, was im neuen Jahr im Kreis Pinneberg passieren soll.

Foto: Burkhard Fuchs

Was tut sich im neuen Jahr im Kreis Pinneberg? Landrat Oliver Stolz gibt einen Überblick über die wichtigsten Projekte 2019.

Burkhard Fuchs.  Was passiert 2019 bei den Bürgern vor ihrer Haustür? In einer zehnteiligen Serie berichtet das Abendblatt von heute an über Projekte und Vorhaben in den Städten und Gemeinden. In der ersten Folge geht es um den Kreis selbst, in dem Digitalisierung und Elektrifizierung im Fokus stehen.


Personal
: Die Zahl der Mitarbeiter in der Kreisverwaltung wird kräftig aufgestockt. Allein im Jahr 2019 werden 60 neue Stellen geschaffen. Im Jahr darauf sind es weitere 14. Damit erhält Landrat Oliver Stolz fast das gesamte Kontingent, das er sich gewünscht hat. Etwa 1000 Mitarbeiter werden dann auf 790 Vollzeitstellen arbeiten. Der größte Bedarf herrscht im Fachbereich Jugend, Soziales, Schule und Gesundheit. Hier werden 23 neue Sozialarbeiter gebraucht, um die steigenden Fallzahlen zu bewältigen. Um sieben auf elf Stellen wird die Vergabe von Bau- und Beschaffungsaufträgen aufgestockt, die zentral für die Städte und Gemeinden gemacht werden soll.


E-Government
: Die Kreisverwaltung will ihre Dienstleistungen künftig auch online anbieten. „Die Kunst wird sein, die Verwaltung so denken zu lassen, wie der Bürger bereits denkt“, beschreibt Landrat Stolz dieses Umdenken. So soll es bald möglich sein, Bauanträge digital zu stellen und Termine im Internet zu bekommen, kündigt er an. Akten und Bescheide sollen elek-tronisch angelegt, bearbeitet und verschickt werden. Sechs Mitarbeiter kümmern sich unter Leitung von Birgit Köhnke um diesen Prozess, der so gut wie alle Dienstleistungen digitalisieren soll. „Auf lange Sicht wird das den Fachkräftemangel abmildern können“, hofft Landrat Stolz. Manches bleibe aber auch analog wie die Abfallfibel, die weiterhin als gedrucktes Heft an die Haushalte verteilt werde.


Kreisstraße 22
: Der Planfeststellungsbeschluss für den Ausbau der K 22 liegt vor, wird aber von zwei Anwohnern in Tornesch beklagt. Bis das voraussichtlich Ende 2019 gerichtlich geklärt ist, wird es keinen Bau geben. Allerdings hat das schwarz-grüne Bündnis im Kreistag 250.000 Euro an Planungskosten in den Haushalt eingestellt, um die Ortskerne von Uetersen und Tornesch verkehrlich zu entlasten und eine Velo-Route zu planen. Rein formal darf das Geld nicht für die K 22 ausgegeben werden. Aber warum sollte es nicht andere Maßnahmen geben können wie zum Beispiel einen Schienenbus, der beide Orte weniger verkehrsbelastend miteinander verbinde, sagt Stolz.


Kreisberufsschule Elmshorn
: Die Berufsschule in Elmshorn wird für 2,7 Millionen Euro saniert. So werden in der Einrichtung mit ihren 2000 Schülern die Fassade gedämmt, neue Fenster eingebaut, die Klimatechnik und die Raumakustik verbessert. Durch Landeszuschüsse sinkt der Eigenanteil des Kreises Pinneberg auf 800.000 Euro.


Heidewegschule Appen
: Die Förderschule in Appen wird nach jahrelanger Verzögerung endlich komplett saniert und erneuert. Für insgesamt sechs Millionen Euro werden neue Klassenräume gebaut, der Bewegungsraum erweitert und ein Lehrerzimmer angebaut.


Kreisstraße 2
: Die Kreisstraße, die Barmstedt und Lutzhorn mit Bokel verbindet, wird für 5,6 Millionen Euro komplett erneuert. Darin enthalten sein wird auch ein neuer Radweg, der allein schon 800.000 Euro kostet und zuvor vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub als einer der schlechtesten im Kreis Pinneberg beurteilt worden war. Damit einher geht ein neues Radverkehrskonzept, das die Verwaltung jetzt auf den Weg bringen soll und das ab 2020 mit 1,5 Millionen Euro jährlich ausgestattet wird.


Elektro-Mobilität
: Der Fuhrpark mit 30 Fahrzeugen der Kreisverwaltung wird auf Elektrofahrzeuge umgestellt. Bislang gibt es erst zwei E-Autos. Dafür erhalten Kreis-Areale wie Berufsschulen in Pinneberg und Elmshorn, die Straßenmeisterei in Moorrege und Sozialdienste in Pinneberg und Uetersen Ladestationen. Das erfordert eine neue Vergabe der Dienstwagen, die sich nach der Reichweite der Fahrzeuge und der Entfernung der Termine richtet.


Landdrostei
: Die Kreiskulturstätte soll den Aufzug bekommen, der Menschen mit Behinderung den Zugang zu den Ausstellungen und Konzerten ermöglicht. Dieses soll über eine Rampe von außen in das Nottreppenhaus und von dort mit einem Treppenlift relativ einfach und kostengünstig geschehen. Das Landesdenkmalamt habe dieser Idee bereits zugestimmt.