Pinneberg
Advents-Serie

Bei den Tannenbaum-Profis von Lutzhorn

Ingrid Körner-Bornholdt und Henning Bornholdt mit einer kleinen Nordmanntanne, dem beliebtesten Weihnachtsbaum.

Ingrid Körner-Bornholdt und Henning Bornholdt mit einer kleinen Nordmanntanne, dem beliebtesten Weihnachtsbaum.

Foto: Burkhard Fuchs / Burkhard Fuchs buf

Hausnummern-Adventskalender: An Tag 15 greifen Besucher aus dem ganzen Norden bei Familie Bornholdt selbst zur Säge.

Lutzhorn.  „Jede Familie braucht zu Hause einen geschmückten Tannenbaum – sonst ist es kein richtiges Weihnachtsfest“: Ingrid Körner-Bornholdt klingt überzeugt, und sie spricht offenbar für die Mehrzahl vieler Familien mit kleinen Kindern, wie deutschlandweit jährlich rund 30 Millionen verkaufte Tannenbäume vermuten lassen. Rund 1000 Besucher tummeln sich an jedem Adventswochenende auf dem Gelände der Bornholdts in Lutzhorn – auch sie auf der Suche nach einem schönen Baum.

Und auf der Suche nach einem Erlebnis. Der Tannenhof Bornholdt hat sich seit Jahren dem „Weihnachtsspektakel mit Tannenbaumschlagen“ verschrieben, das immer mehr Privatpersonen und auch ganze Firmenbelegschaften anlockt. Der Hof von Henning und Ingrid Bornholdt ist 70 Hektar groß. An den Wochenenden vor dem Fest gibt es auch Glühweinpunsch am heimeligen Lagerfeuer. Kleine Besucher können auf Ponys reiten und im Stroh hüpfen.

In diesem Jahr soll niemand nasse Füße bekommen

Damit die Besucher, die aus dem ganzen Kreis Pinneberg, den benachbarten Kreisen und sogar aus Hamburg nach Lutzhorn kommen, genügend Stellfläche für ihre Autos finden, steht ihnen ein 5000 Quadratmeter großer Hofplatz zur Verfügung. Neu ist der befestigte Weg in die Schonung, wo sich die Besucher ihre Tannenbäume in Ruhe aussuchen und, sofern sie es wünschen, selbst schlagen oder sägen können. Damit wollen die Bornholdts verhindern, dass die Besucher wieder nasse Füße bekommen, wie es im Vorjahr oft der Fall gewesen ist, als es in der Vorweihnachtszeit heftig geregnet hat.

Die Auswahl an Bäumen ist groß, auch wenn die allermeisten Besucher sich seit Jahren auf die Nordmanntanne als einzigen infrage kommenden Weihnachtsbaum festgelegt haben. „90 Prozent aller Weihnachtsbäume sind inzwischen Nordmanntannen“, sagt Ingrid Körner-Bornholdt. Deren lange, dichte Nadeln, der gleichmäßige Wuchs, die dunkle Farbe, das schöne Beiwerk, die längere Haltbarkeit und ihr Duft ließen viele Leute auf diese Art schwören, erklärt die Expertin. Wer mag, könne aber auch eine Rot- oder Blaufichte oder Korktanne für den gemütlichen Weihnachtsabend mit nach Hause nehmen. Die Preise lägen wie im Vorjahr bei 19 Euro je Meter für die Nordmanntannen und zwölf bis 14 Euro je Meter für die Fichten. Bis zu zehn Jahre seien sie hier in Lutzhorn gereift, bevor sie zu Weihnachten geschlagen werden.

Dass im Tannenwald der Bornholdts schöne, große Bäume wachsen, hat sich über die Region hinaus herum gesprochen. So zieren ihre Tannenbäume nicht nur den Platz vor dem Rathaus in Pinneberg oder die Zentrale der Comdirectbank in Quickborn. Auch in Hamburg-Harburg steht zu Weihnachten ein zwölf Meter hohes Exemplar vor dem Rathaus, das in Lutzhorn aufgewachsen ist.

Bei der Verköstigung der Besucher setzt der Tannenhof Bornholdt seit Jahren auf umweltfreundliche Nachhaltigkeit, betont die Hof-Betreiberin. „Bei uns gibt es keinerlei Plastik.“ Alle Getränke werden in Gläsern oder Bechern ausgeschenkt. Auch das Essbesteck ist aus Metall und nicht aus Plastik oder Kunststoff, es gibt Porzellanteller. „Das ist zwar ein großer Aufwand, wenn das Geschirr von 800 Besuchern abgewaschen werden muss. Aber unsere Cateringfirma hat sich gut darauf eingestellt“, sagt Bornholdt.

Damit dieses nachhaltige Bewusstsein bis zum Abtransport der Nadelbäume durchhält, bittet Ingrid Körner-Bornholdt die Besucher, eine Decke oder ein Laken von zu Hause mitzubringen, um die Autopolster vor den Tannennadeln zu schützen. Notfalls würde der Hof ihnen Einwegplastikfolien dafür zur Verfügung stellen. Aber nur ungern. Denn umweltfreundlicher sei natürlich die Decken-Variante, setzt die Tannenhof-Inhaberin auf den aufklärerischen Effekt ihres Appells. Sie sagt: „Mein Herz schlägt für Bio.“

Außer Privatleuten haben die Unternehmen aus der Region bis südlich der Elbe den Lutzhorner Hof für ihre Mitarbeiter und Kunden entdeckt. Immer mehr Firmen nutzten die Gelegenheit, um diese hierher einzuladen, damit sie einen Tannenbaum schlagen und sich dann bei Glühwein und Musik unterhalten lassen. „Darauf haben wir uns regelrecht spezialisiert“, sagt Henning Bornholdt. Drei Hütten in verschiedener Größe und Aufmachung, die natürlich weihnachtlich dekoriert sind, stehen den Firmen für solche geschlossene Veranstaltungen zur Verfügung, ausgestattet jeweils mit Biertresen und Lautsprechern. Essen und Trinken könne dazu nach Wunsch bestellt werden. „Diese Veranstaltungen haben Event-Charakter, die von vielen Stammkunden jedes Jahr aufs Neue gebucht werden.“ Hier wird die Tradition des Weihnachtsbaum-Aufstellens wach gehalten.

Tannenbäume selbst zu schlagen ist an zwei Orten im Kreis Pinneberg möglich: Tannenhof Bornholdt, Im Dorf 15, Lutzhorn, täglich 10–17 Uhr; Preis: 19 Euro je Meter Nordmanntanne und 12–14 Euro je Meter Fichte. An den Adventswochenenden (15., 16. und 22. Dezember) ist großes Spektakel mit Lagerfeuer, Ponyreiten, Treckerfahren und Weihnachtsmarkt mit Essen und Trinken in der gemütlichen, warmen Scheune.
Gartenhof Wittmoor, Wittmoorweg 1, Holm, Do/Fr 9–18 Uhr, Sa 9–14 Uhr, So 10–12 Uhr