Pinneberg
Elmshorn

Kranhaus wird mit Party wiedereröffnet

Foto: HA

Poetry Slammer und Musiker treten am Sonnabend, 15. Dezember, in Elmshorn auf. Abends wird live Heavy Metal gespielt.

Elmshorn.  Das Kranhaus in Elmshorn ist wieder freigegeben. Die Wiedereröffnung feiert der Verein Freundeskreis Knechtsche Hallen Keimzelle Kranhaus am Sonnabend, 15. Dezember. „Nach zwei Jahren Zwangspause sind Interessierte eingeladen, einen lebendigen Tag im Kranhaus zu verbringen“, so der Vorsitzende Jens Jähne. Er und Bürgermeister Volker Hatje werden um 15 Uhr die neue Nutzungsvereinbarung unterzeichnen.

Nach einem Umtrunk leitet Kim, eine junge Künstlerin, mit Gitarre und Gesang den kulturellen Teil ein. Die Poetry Slammer Jonas Stiefel, Nadia Ulrich, Anne Krüger und Tristan Qi erobern danach die Bühne. Die Klein Nordender Hip-Hop-Band „Correctlane“ hatte schon auf dem Fest für Demokratie in Elmshorn für Stimmung gesorgt. Daran wollen sie bei ihrem Auftritt im Kranhaus anknüpfen.

Den Nachmittag rundet „Bad Sisters“ mit einem Gig ab. Das Rockquintett hat nach einer längeren Spielpause seinen ersten Auftritt. „Und das in einer so einmaligen Atmosphäre“, sagt Sängerin Andrea Löhndorf. Zu hören ist melodiöser Hardrock. Außer einer Auswahl aus den ersten drei Alben werden auch einige Coversongs zu hören sein.

Musikalisch geht es weiter mit der Veranstaltung „Rock im Kranhaus“, die um 18 Uhr beginnt. Gespielt wird Heavy Metal in verschiedenen Varianten. Circus Blind (Heavy Groove Metal aus Kaltenkirchen), Wasted Roads (Alternative Blues Rock aus Henstedt-Ulzburg), Total Violence (Old School Trash Metal aus Kellinghusen) und Surface Hamburg (Trash Death Metal aus Hamburg) rocken die Bühne und vertreiben die bösen Geister des Stillstandes, dem das Kranhaus zwei lange Jahre ausgesetzt war.

Der Freundeskreis hat die Akustik verbessert – bislang ein Manko, das nun behoben ist. „Endlich können wir wieder loslegen, das Kranhaus und das Quartier beleben und die Blicke aller auf das Kranhaus und die Knechtschen Hallen richten“, so der Vorsitzende des Freundeskreises, der sich mit dem gesamten Verein und vielen Unterstützern auf einen Neustart freut.

Der Verein engagiert sich für den Erhalt der Knechtschen Hallen, möchte die Industriebrache den Elmshornern zugänglich machen. Das an die Hallen angrenzende und im Besitz der Stadt befindliche Kranhaus dient dem Verein dabei als Keimzelle. Dort sollen Ideen entstehen, wie nach einer Einigung mit dem Eigentümer der Knechtschen Hallen, Frank Sachau, das ehemalige Teppichlager genutzt werden könnte. Vor zwei Jahren musste das Kranhaus, das sich zu einem Kulturzentrum gemausert hatte, wegen statischer Mängel geschlossen werden. Das Vordach der angrenzenden Knechtschen Hallen war marode. Dieses hätte im schlechtesten Fall eine zum Kranhaus angrenzende Brandschutzwand mit umgerissen.

Seit 2006 stehen die Knechtschen Hallen in Elmshorn leer und verfallen. Der Erhalt des denkmalgeschützte Ensemble ist auch der Wille der Stadt und aller politischen Fraktionen. Die Industriebrache liegt mitten im Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen. Der Erhalt der Hallen hängt auch mit dem Städtebauförderrecht zusammen. Bei Abriss müssten Fördergelder in Millionenhöhe zurückgezahlt werden.

Drei Szenarien sind denkbar: Die Stadt kauft die Hallen. Dann legt der Gutachterausschuss des Kreises den Preis fest. Das wäre auch der Fall, wenn an einen Investor verkauft würde. Die dritte Möglichkeit: Sachau investiert selbst. Der Eigentümer hatte bislang die Ansiedlung von Einzelhandel erwägt. Doch ein Discounter an dieser Stelle widerspricht dem Einzelhandelsgutachten der Stadt. Diese will dafür keine Genehmigung erteilen. Verhandlungen mit Investoren sind bislang auch an zu hohen Preisvorstellungen seitens des Eigentümers gescheitert. Schätzungen zufolge müssten rund 15 Millionen Euro in die Sanierung des Baus gesteckt werden.

Das Kranhaus , Schlossstraße 8, wird am Sonnabend, 15. Dezember, geheizt sein. Jeder ist willkommen. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.