Pinneberg
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Abstrakte Bilder aus dem „Warteraum Leben“

Künstlerin Mouna Ramcke mit einem Doppel-Akt. Ihre aktuelle Ausstellung hat sie zum Thema „Zeit“ zusammengestellt.

Künstlerin Mouna Ramcke mit einem Doppel-Akt. Ihre aktuelle Ausstellung hat sie zum Thema „Zeit“ zusammengestellt.

Foto: Katja Engler

Künstlerin Mouna Ramcke stellt in ihrem Ladenlokal in der Pinneberger Rathauspassage ihre Werke aus. Zu sehen sind sie bis Januar 2019.

Pinneberg.  Den Wandel der Zeiten hat die Pinneberger Malerin Mouna Ramcke zum Thema ihrer Winter-Ausstellung in einem voll verglasten Ladenlokal der Rathauspassage gemacht. Auf der linken Seite tragen ihre Bilder viel sommerlich-sonniges Gelb, während auf der rechten das Schneeweiß des Winters Einzug gehalten hat: Auch Jahreszeiten bestimmen das Zeitempfinden. Was passiert mit der Zeit? Läuft sie weg? Oder ist das Leben ein großer Warteraum? Solchen Fragen geht Mouna Ramcke in ihren Bildern nach, die sie oft schon vor Jahren gemalt hat. Eines zeigt deshalb auch tatsächlich eine Art fantastischen Warteraum: Ein leeres, sonnendurchflutetes Zimmer mit zwei Fenstern, in dem ein leerer Stuhl steht...

„Manchmal sehe ich das Leben tatsächlich als Warteraum“, sagt die Malerin. „Aber das Warten ist nicht immer negativ. Wenn wir zum Beispiel auf Weihnachten warten oder auf die Geburt eines Kindes, ist das eine schöne Zeit.“ Dass das Frauenwahlrecht in Deutschland vor 100 Jahren eingeführt wurde und die Frauen seitdem so viel an Rechten und Freiheit gewonnen haben, hat sie dazu veranlasst, auch wenige Akte zu zeigen, denn „heute schockiert das zum Glück niemanden mehr.“

Die Körper arbeitet sie kaum plastisch heraus, sie bleiben flächig. Besonders fällt das bei einem Bild ins Auge, das ein Paar zeigt. Die Räumlichkeit entsteht ausschließlich durch Farbe und Lichtwerte, das Paar ist nur als Umrisslinie angedeutet.

Auf der rechten Seite hat Mouna Ramcke einige winterlich weiße, abstrakte und sehr reduzierte Landschaften aufgehängt. Gerade die kleineren Formate sind reizvoll durch das viele Weiß und die Konzentration auf nur wenige zeichenhafte Details. Hier hat die Malerin hin und wieder Teile der Farbschicht mit einem Kamm bearbeitet, sodass interessante Strukturen entstehen. In anderen Bildern traktiert die Künstlerin die obere Farbschicht so lange mit einem heißen Fön, bis sie abplatzt und der gewünschte Effekt erreicht ist. Besonders schön ist eine Landschaft, in der der dramatische Himmel das Spannendste ist – ein Naturschauspiel von Licht und Wolken in Öl .

Ausstellung Rathaus-Passage, bis 7.1.19, zu sehen durchs Schaufenster, auf Anfrage (0176/64 28 95 19) wird geöffnet.