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Elmshorn

Kulturkritik: Für einen Abend im LaLeLu-Land

m März stehen die vier Musiker von LaLeLu wieder auf der Bühne des Stadttheaters in Elmshorn.

m März stehen die vier Musiker von LaLeLu wieder auf der Bühne des Stadttheaters in Elmshorn.

Foto: Mirjam Rüscher

Die A-cappella-Gruppe begeister mit Gesang und Humor im Stadttheater Elmshorn.Wechsel zwischen bekannten Hits und launigen Sprüchen.

Elmshorn.  Mal rot, mal blau, mal gelb – in verlässlicher rhythmischer Regelmäßigkeit blinkt der kleine Weihnachtsbaum hinten auf der Bühne. Es ist die einzige Konstante an diesem Abend, denn im Programm von LaLeLu wechseln die Gesangsstimmen, die Stimmungen und auch die Kostüme am laufenden Band. Mit ihrem Weihnachtsprogramm hat die A-cappella-Gruppe das Publikum im Stadttheater in Elmshorn am Sonnabend sofort im Griff. Schon mit der ersten Textzeile beginnt das Gekicher und Gelächter.

„Immer mehr Männer haben ja Angst vor Weihnachten, weil sie nicht sensibel genug sind, um die Wünsche der Frauen zu spüren“, erklärt Jan Melzer bevor er als George Michael verkleidet eine Neudichtung des Klassikers „Last Christmas“ („Letzte Weihnacht, brachst du mir das Herz“) performt. Von Anfang an, werden die vier Sänger und Entertainer ihrem Ruf gerecht, sie verzichten nicht nur auf Instrumente, sondern sie machen auch mitreißende A-cappella-Comedy.

Thema sind die kleinen und großen Desaster zum Fest

So wechseln sich verschiedene bekannte Hits mit neuen weihnachtlichen Texten und launigen Sprüchen ab. Thema ist die schrecklich schöne Weihnachtszeit mit allen Schwierigkeiten und kleinen oder großen Desastern, die die zwischenmenschliche Kommunikation so mit sich bringen. „Weihnachten ist für Beziehungen ja so, wie der Vesuv für Pompeji“, heißt es da zum Beispiel. Oder es geht um Beziehungskrisen – ausgelöst durch den Katzenkalender, den Opa wieder vergessen hat zu besorgen.

Der Anspruch der vier Musiker ist es, vor allem zu unterhalten. Doch sie bieten auch launig verpackte Gesellschaftskritik. Da bekommt jeder und alles sein Fett weg – vom Paketewahnsinn über übermäßigen Fleischkonsum und Egoismus bis hin zu Politikern und Fußballclubs.

Auf der Bühne gibt es keine Instrumente

Beeindruckend ist wie LaLeLu ganz aktuelle Themen aufgreifen und verpacken, wie den CDU-Parteitag. Zu der Melodie von „Leise rieselt der Schnee“ heißt es dann „Leise schluchzt Friedrich Merz, Jens Spahn bricht das Herz . . . Merkel, wie machst du das bloß“. Das Publikum quittiert diesen Einsatz mit viel Gelächter. Überhaupt wirkt das Programm selten einstudiert, sondern vielmehr leicht und spontan.

Völlig ohne Instrumente klingen die Lieder teilweise so, als stünde da doch ein Orchester auf der Bühne. Von menschlicher Beatbox bis glockenhellem Sologesang reicht das Repertoire der vier Sänger, das mal als Rap, mal als Musicalstück und mal als klassisches Quartett daherkommt.

Zwischenspiel mit Stimmimitationen

Es ist schwer zu sagen, was an diesem Abend am meisten Spaß macht: Der Weihnachtsmann, der sich den amourösen Offerten eines finnischen Engels nicht erwehren kann, das Puppentheater, das aus Rolf Zuckowskis „In der Weihnachtsbäckerei“ kurzerhand „In der Weihnachtsmetzgerei“ werden lässt, Angela Merkel, die ein Adventsgedicht aufsagt oder Julio Iglesias, dem mit „Der Weihnachtsmann ist müde“ endlich einmal wieder ein Hit gelingen könnte.

Vielleicht ist es auch der Part des Abends, der ohne Musik auskommt: Denn Bass Tobias Hanf begeistert durch seine tiefen Gesangstöne und noch mehr mit seinen Stimmenimitationen. Egal, ob als Rainer Calmund, als Jogi Löw, als Peter Maffay, Edmund Stoiber oder Angela Merkel – er trifft immer den richtigen Ton und liefert dazu die passende Mimik und Gestik.

Tobias Hanf, Frank Valet, Jan Melzer und Sanna Nyman können nicht nur wahnsinnig gut singen, sie sind wahnsinnig komisch. Davon können sich Besucher im März wieder überzeugen. Dann kommt LaLeLu zurück nach Elmshorn. Im neuen Programm geht es dann um die Liebe. „Also eigentlich alles, wie im Weihnachtsprogramm, nur der Tannenbaum fehlt“, verabschiedet sich das Hamburger Quartett nach geforderten Zugaben vom Publikum. Der passende Abschluss für einen beschwingt-besinnlichen Abend.

Weitere Infos:

Stadttheater Elmshorn – das Programm

Am Dienstag, 19. März, um 20 Uhr kommen LaLeLu wieder nach Elmshorn, Königstraße 56 . Dann zeigen sie ihr Programm „Die Schönen und das Viest“. Der Eintritt kostet 31,99 Euro, Studenten und Schüler zahlen 28,69 Euro. Der Spielplan des Stadttheaters hält aber bis dahin noch mehr bereit. Am Dienstag, 11. Dezember, gibt es für Kinder ab 5 Jahren „Der Zauberer von Oz“ zu sehen, einen Tag später feiert der kleine Vampir Weihnachten. Am Freitag, 14. Dezember, um 20 Uhr steht die Komödie „Eine Stunde Ruhe“ auf dem Programm. Am Sonnabend, 15. Dezember, um 20 Uhr, werden „Die Känguru-Chroniken“ gezeigt. „Aschenputtel“ (18.12.) und „Pippi plündert den Weihnachtsbaum“ (19.12.) werden noch gespielt, und mit dem Lustspiel „Dicke Luft in Rönnekamp“ geht das Theaterjahr am Mittwoch, 26. Dezember, zu Ende. Im neuen Jahr geht es mit „Alfons – jetzt noch deutscherer“ am 5. Januar los. Und am 12. Januar ist Anna Haentjens zu Gast. Tickets und weitere Informationen zum Programm des Stadttheaters, Klostersande 30, gibt es online auf www.stadttheater-elms horn.de. mrü