Pinneberg
Advents-Serie

Hier werden in Elmshorn bedürftige Menschen versorgt

Betriebsleiter Frank Pieles und seine Vertretung Uta Claußen.

Betriebsleiter Frank Pieles und seine Vertretung Uta Claußen.

Foto: Anne Dewitz

Hausnummern-Adventskalender: An Tag 10 öffnet das Sozialkaufhaus in Elmshorn seine Türen. Das Weihnachtsgeschäft hat Einzug gehalten.

Elmshorn.  Ob Weihnachtsdeko oder Geschenke – auch im Sozialkaufhaus Elmshorn in der Gärtnerstraße 10 hat das Weihnachtsgeschäft Einzug gehalten. Ein mit roten Kugeln geschmückter Baum steht im Eingang der ehemaligen Margarinefabrik. Auf 800 Quadratmetern verteilt stehen neben Sofas, Tischen, Schränken auch Weihnachtsbaumschmuck, Keksdosen und Kerzenhalter auf zwei Tischen. „Krippen sind besonders beliebt und gleich weg“, sagt Betriebsleiter Frank Pieles.

Seit mehr als 20 Jahren gibt es die soziale Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt (Awo) an dieser Stelle. Der Zulauf ist groß. Menschen mit geringem Einkommen versorgen sich hier mit günstigen gebrauchten Kleidungsstücken, Schuhen, Möbeln, Elektrogeräten, Spielsachen, Geschirr, Küchenutensilien und Dekoartikeln. Das Angebot steht nur Geringverdienern und Hilfeempfängern zur Verfügung. Aufgrund des Flüchtlingszustroms hat sich der Anteil der Kunden mit Migrationshintergrund noch einmal erhöht, auf etwa 90 Prozent schätzt Pieles. Man verständigt sich notfalls mit Händen und Füßen, auch Pieles Spanisch- und Englischkenntnisse sind sehr nützlich.

Die Awo verfolgt mit dem Sozialkaufhaus diese Ziele: Zum einen werden gespendete Gegenstände sehr günstig an bedürftige Familien und einzelne Personen abgegeben, zum anderen ergibt sich daraus eine sinnvolle Beschäftigung für Menschen. Hier arbeiten Ein-Euro-Jobber, Bundesfreiwillige, Ehrenamtliche und festangestellte Beschäftigte Hand in Hand. In Elmshorn besteht das Team aus etwa 45 Mitarbeitern.

Spendenaufkommen in der Weihnachtszeit ist groß

„Darüber hinaus landen brauchbare Dinge nicht einfach auf dem Sperrmüll, sondern bleiben länger in Gebrauch“, sagt Pieles. So finden etwa zwei Drittel der Spenden den Weg in andere Haushalte. Die Menge der in den vergangenen Jahren weitergegebenen Textilien, Möbel und vielem mehr, bemisst sich in tausenden Tonnen.

Das Spendenaufkommen in der Weihnachtszeit ist groß. Aber auch nach freien Tagen kommt vermehrt Aussortiertes ins Sozialkaufhaus, weil die Leute Zeit zum Aufräumen hatten. „Die Spenden dürfen natürlich gebraucht sein, müssen aber funktionieren. Wir benötigen dringend Waschmaschinen und Kühlschränke“, so Pieles. Sehr große Schränke sind hingegen Ladenhüter.

„Wir geben den Menschen in unseren Häusern Arbeitsgelegenheiten durch die sinnvolle Tätigkeit, und die Arbeit in unserem Team gibt Zutrauen in die eigene Leistungsfähigkeit zurück“, sagt Projektleiter Wolfram Gambke bei der Awo Bildung und Arbeit im Kreis Pinneberg. Diese Bewährung sei wichtig, um später erneut im Arbeitsleben Fuß fassen zu können. Im Sozialkaufhaus gehe es nicht um die Steigerung von Umsatz und Gewinn, sondern um die Versorgung von Bedürftigen – ganz im Sinne von Weihnachten.

Wer spenden möchte, die Gegenstände aber nicht selbst in eines der Sozialkaufhäuser bringen kann, erhält Hilfe unter der zentralen Telefonnummer 04101/561 61 oder per E-Mail unter service@awo-bildungundarbeit.de. Ein Team holt ab, Kosten entstehen dem Spender nicht. Das Sozialkaufhaus Elmshorn, Gärtnerstraße 10, ist zwischen dem 21.12. und 6.1. geschlossen, dann wieder regulär Mo bis Do 8 bis 16 Uhr, Fr 8 bis 11 Uhr geöffnet.

Die Serie im Überblick:

In der Regionalausgabe Pinneberg des Hamburger Abendblatts schauen wir bis zum Weihnachtsfest an jedem Erscheinungstag (montags bis sonnabends) hinter eine andere Tür.Hier die Serienteile im Überblick: 1 Die Hausnummernexpertinnen; 3 In der Weihnachtsbäckerei; 4 Bei der Hebamme; 5 Bei der Feuerwehr; 6 Im Seniorenheim; 7 In der Sammelstelle für „Weihnachten im Schuhkarton“; 8 In der Kerzenfabrik; 10 Im Sozialkaufhaus; 11 In der Sternwarte; 12 Wo Bedürftige ein Weihnachtsessen bekommen; 13 Bei der Schenefelder Tafel; 14 In einer „Herberge“; 15 Wo Weihnachtsbäume wachsen; 17 Weihnachten in einem Krankenhaus; 18 Beim Pastor; 19 Auf dem Flugplatz; 20 Beim Goldschmied; 21 In der Aalkate; 22 Beim Sportverein; 24 Im Kino