Pinneberg
Uetersen

Feldmühle entlässt 220 von 400 Mitarbeitern

Die Feldmuehle: Uetersens größter Arbeitgeber streicht 220 von 400 Stellen.

Die Feldmuehle: Uetersens größter Arbeitgeber streicht 220 von 400 Stellen.

Foto: Sebastian Becht

Erst Ende November hatte das Unternehmen zum wiederholten Male Insolvenz angemeldet. Verhandlungen mit Betriebsrat gestartet.

Uetersen.  Die Feldmuehle setzt kurz vor Weihnachten mehr als die Hälfte ihrer Belegschaft vor die Tür. Das Management habe den Mitarbeitern am Freitag ein „Gesamtkonzept“ vorgestellt, heißt es in einer am Nachmittag desselben Tages veröffentlichten Mitteilung. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan seien angelaufen. Den ausscheidenden Beschäftigten werde angeboten, in eine Transfergesellschaft zu wechseln, um sich für den Arbeitsmarkt weiterzuqualifizieren.

Der Kahlschlag steht im Zusammenhang mit dem zweiten Insolvenzantrag des Unternehmens in diesem Jahr (wir berichteten). Das Insolvenzverfahren läuft in sogenannter Eigenverwaltung. Das heißt, die Geschäftsführung behält das Heft in der Hand, muss aber die Profitabilität verbessern und die Wettbewerbsfähigkeit der Firma nachhaltig verbessern.

Deshalb wird nun die Papiermaschine 2 stillgelegt und die Produktion ganz normalen Papiers eingestellt. „Die Feldmuehle GmbH konzentriert sich zukünftig auf die Produktion von Spezialpapieren, das heißt nass- und laugenfeste Etikettenpapiere sowie flexible Verpackungspapiere“, heißt es in der Erklärung. Dafür würden 180 Mitarbeiter gebraucht.

Zuletzt arbeiteten etwa 400 Menschen bei Uetersens größtem Arbeitgeber.

Das Unternehmen hatte im November einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt, nachdem es erst im Juni nach einer ersten Insolvenz von einer Tochterfirma der Berliner Beteiligungsgesellschaft Kairos Industries AG übernommen wurde. Zum vorläufigen Sachwalter ist der Hamburger Rechtsanwalt Dietmar Penzlin bestellt worden. Das 1904 gegründete Unternehmen hatte im Januar einen ersten Insolvenzantrag gestellt, weil eine Zwischenfinanzierung seitens der damaligen Eigentümer nicht geleistet wurde. Für die nunmehr gescheiterte Sanierung verzichteten die Arbeitnehmer bis Ende 2019 auf zehn Prozent ihres Gehalts. 20 Arbeitsplätze fielen damals schon weg.