Pinneberg
Kreis Pinneberg

Kinderangeln: Staatsanwaltschaft ermittelt

Am Haken? Der Angelwettbewerb in Haseldorf hat für die Organisatoren ein juristisches Nachspiel.

Am Haken? Der Angelwettbewerb in Haseldorf hat für die Organisatoren ein juristisches Nachspiel.

Foto: P. Schuetz / picture alliance / blickwinkel/P. Schuetz

Tierrechtsorganisation Peta erstattete Strafanzeige gegen die Bürgermeister von Haseldorf und Haselau – wegen Wettangelns.

Haselau/Haseldorf.  Nach der Strafanzeige der Tierrechtsorganisation Peta, die den Angeltag der Gemeinden Haselau und Haseldorf ins Visier nahm, hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. „Ich kann bestätigen, dass wir die Bürgermeister der Gemeinden Haselau und Haseldorf als Beschuldigte führen“, sagt Peter Müller-Rakow, Oberstaatsanwalt und Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Die Tierrechtsorganisation beruft sich auf Paragraf 39 des Landesfischereigesetzes, der Wettangeln verbietet. Die Veranstaltung, an der in den Herbstferien 30 Kinder teilgenommen hatten, habe Wettbewerbscharakter, weil für den Fang des schwersten Fisches Pokale ausgelobt worden waren. Peta hatte alle erwachsenen Teilnehmer und die Gemeinden angezeigt – wegen Tierquälerei und Verstoß gegen das Landesfischereigesetz.

Die Staatsanwaltschaft hat die Anzeige geprüft – und einen Anfangsverdacht bejaht, sodass nun die offiziellen Ermittlungen anlaufen. Dabei sind die erwachsenen Teilnehmer außen vor, die Anklagebehörde konzentriert ihre Ermittlungen auf die Bürgermeister beider Gemeinden, Peter Bröker (Haselau) und seinen Haseldorfer Kollegen Klaus-Dieter Sellmann, als Veranstalter. Laut Müller-Rakow haben die Bürgermeister ein Schreiben erhalten, das ihnen den Status als Beschuldigte verleiht. Sie sollen in Kürze vernommen werden. Die Gemeinden werden vom Landessportfischerverband Schleswig-Holstein (LSFV SH) rechtlich vertreten. Robert Vollborn, Geschäftsführer des Verbandes, geht davon aus, dass die Ermittlungen ins Leere laufen werden.