Pinneberg
Adventsserie

Diese Freiwilligen brennen für ihre Aufgabe

Foto: Mirjam Rüscher

Hausnummer-Adventskalender: An Tag 5 geben die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr aus Prisdorf Einblick in ihren Alltag.

Prisdorf.  Der Piper ist immer dabei – auch beim Weihnachtsessen oder bei der Bescherung unterm Tannenbaum. Tim Hoyer ist Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Prisdorf. Seine Kameraden und er müssen jederzeit damit rechnen, dass sie zu einem Einsatz gerufen werden. Die Feiertage bilden da keine Ausnahme. Im Gegenteil, die Aufmerksamkeit ist sogar noch etwas höher als sonst. „Kerzen, Tannenbäume, Lichterketten – die Gefahr, dass ein Feuer ausbricht, ist an Weihnachten schon etwas höher“, erklärt Hoyer.

Das schlage sich glücklicherweise aber nicht in der Zahl der Einsätze nieder. „Vielleicht sind die Menschen zu Hause auch achtsamer“, vermutet Hoyer. Vermehrt zu Einsätzen komme es eher nach dem Fest, wenn die Gestecke und Tannenbäume schon trockener seien. Wenn dann noch ein Tischfeuerwerk hinzukäme, ginge es manchmal ganz schnell. Geht der Alarm los, dann piepen die Funkmeldeempfänger aller Aktiven in Prisdorf.

48 Mitglieder sind das im Moment. Die Jugendfeuerwehr zählt derzeit 15 Jungen und Mädchen. „Die Zahlen stimmen, wir sind noch in einem guten Bereich, aber wir wünschen uns mehr“, betont Hoyer. Fünf weitere Aktive wünscht er sich in seiner Wehr, und in der Jugendfeuerwehr gibt es sechs freie Plätze.

Der 37-Jährige ist selbst seit seinem elften Lebensjahr bei der Feuerwehr. Das Einstiegsalter bei der Jugendfeuerwehr beträgt zehn. „Das ist ein Problem. Tennis oder Fußball können Kinder schon viel früher spielen. Wenn sie dann im richtigen Alter für die Feuerwehr sind, haben sie oft andere Interessen und Verpflichtungen“, berichtet der Wehrführer. In Prisdorf kämpfe man daher mit dem Thema Mitgliederzahlen wie überall anders auch.

Zu etwa 25 bis 30 Einsätzen im Jahr werden die Kameraden aus Prisdorf gerufen. „Etwa alle zwei Wochen. Das ist eine Häufigkeit, die noch nicht zum Abgewöhnen ist“, so der Wehrführer. Was für Einsätze das sind, unterscheidet sich je nach Jahreszeit. „Die Wetterlage ist entscheidend. Im Herbst werden wir öfter zu Sturmschäden gerufen, im Winter gibt es aufgrund von Glätte häufiger Unfälle“, berichtet Hoyer. Und in diesem Sommer haben sich die ehrenamtlichen Einsatzkräfte besonders wegen der langanhaltenden Hitze und der Brandgefahr viele Gedanken gemacht.

Im Feuerwehrhaus im Hudenbarg 5 stehen vier Einsatzfahrzeuge und ein Oldtimer. „Der Bulli ist das erste motorisierte Einsatzfahrzeug, das die Feuerwehr Prisdorf bekommen hat“, sagt Hoyer. Die Räume und die Fahrzeughalle sind gut in Schuss. Vor etwa drei Jahren wurde renoviert, die Tore und die Absauganlage wurden erneuert. „Wir sind zufrieden mit der Situation, die Gemeinde unterstützt uns gut“, betont Hoyer. Ohnehin sei das Ansehen im Ort gut. „Wir als Feuerwehr erfahren hier noch eine hohe Wertschätzung, das ist nicht mehr überall so“, sagt Hoyer.

Engagement für das Gemeinwohl der Gemeinde

Die Feuerwehr in Prisdorf ist fest in der Gemeinde verwurzelt. Das liegt an ihrem großen Engagement. So lädt die Wehr beispielsweise die Bürger zum Jahresanfang immer zum Tannenbaumfeuer ein. Dieses Mal ist die Veranstaltung für Sonnabend, 12. Januar, geplant. Morgens um 9 Uhr sammelt die Jugendfeuerwehr die Tannenbäume in der Gemeinde ein. Von 18 Uhr an werden sie dann auf dem Gelände der Feuerwehr verbrannt. Dazu gibt es Getränke und Bratwurst. „Das wird gut angenommen. Jedes Jahr haben wir so 200 bis 300 Besucher. Es ist fast wie ein Neujahrsempfang, weil es das erste Mal im neuen Jahr ist, dass die Gemeinde zusammenkommt“, sagt Hoyer.

Das Zusammenkommen, die Gemeinschaft: Das ist ein wichtiger Bestandteil der Freiwilligen Feuerwehr. Zweimal im Monat gibt es einen Mannschaftsabend, hinzukommen Übungen, Lehrgänge und natürlich die Einsätze. „Mir macht es nach so vielen Jahren immer noch Spaß, es wird nie langweilig“, wirbt Hoyer. Es seien keine Vorkenntnisse nötig. „Und es ist egal, ob man 20 oder 50 Jahre alt ist. Die Hauptsache ist, dass man Lust dazu hat.“

Wer mehr über die Prisdorfer Feuerwehr erfahren möchte, kann dem Wartehäuschen am Bahnhof einen Besuch abstatten. Dort ist seit dem ersten Advent eine Ausstellung über die Freiwillige Feuerwehr zu sehen, die einen Einblick in die knapp 130-jährige Geschichte gibt.