Pinneberg
Ellerbek

Radweg zur Schule soll endlich gebaut werden

Die Eltern Steffi Engel (v. l.), Martina Greve, Kathleen Pösel, Bianka Stiller-Hoppe, Stephan Sense und Patricia Bach kämpfen um den Radweg für ihre Kinder.

Die Eltern Steffi Engel (v. l.), Martina Greve, Kathleen Pösel, Bianka Stiller-Hoppe, Stephan Sense und Patricia Bach kämpfen um den Radweg für ihre Kinder.

Foto: Burkhard Fuchs

Finanzausschuss beschließt Vorhaben. Eltern sind aber noch skeptisch, dass der Gemeinderat am 6. Dezember dieser Empfehlung auch folgt.

Ellerbek.  Ein langjähriger Streitpunkt zwischen Eltern und Politik in Ellerbek scheint sich in Wohlgefallen aufzulösen. So hat der Finanzausschuss einstimmig beschlossen, nächstes Jahr mit dem Bau eines Radweges am Rugenbergener Mühlenweg zur Hermann-Löns-Grundschule mit ihren 160 Schülern zu beginnen. Aber die Eltern bleiben skeptisch, dass der Gemeinderat auf seiner Sitzung am Donnerstag, 6. Dezember (Kulturtreff-Spiegelsaal, Rugenbergener Mühlenweg 2, 19.30 Uhr), tatsächlich wie vom Finanzausschuss beschlossen 350.000 Euro dafür in den Etat für 2019 einstellt.

„Wir trauen dem Frieden nicht“, sagt Bianka Stiller-Hoppe, deren vier und fünf Jahre alte Kinder noch in die Kita neben der Schule gehen, aber künftig mit dem Rad von der Kellerstraße zur Schule fahren sollen. „Der Beschluss im Finanzausschuss war für uns wie ein Weihnachtswunder, aber vor vier Jahren waren wir schon einmal genau so weit.“ Und da habe der Gemeinderat in letzter Minute doch noch die Planung für den Radweg gestoppt.

Baukosten scheinen niedriger als angenommen

„Wir glauben erst daran, wenn der Radweg wirklich auf den Weg gebracht ist“, sagt Stephan Sense, dessen Sohn (7) vom Burstah nicht allein mit dem Rad zur Schule fahren darf. „Wir hoffen, dass es dieses Mal keine Ausreden mehr geben wird.“

Besonders problematisch ist für die Eltern der nur drei Meter schmal asphaltierte Ihlweg zum Rugenbergener Mühlenweg, wo es zu gefährlichen Überholmanövern komme. Radfahrer und Fußgänger müssten dort oft auf den unbefestigten Randstreifen ausweichen, um sich vor den zum Teil vorbeirasenden Fahrzeugen in Sicherheit zu bringen, klagen die betroffenen Eltern.

Die Kuh vom Eis brachte jetzt zweierlei, erklärt Bürgermeister Günther Hildebrand (FDP). So sei lange von Baukosten von einer Million Euro für diesen Radweges ausgegangen worden, was sich die Gemeinde nicht habe leisten können. „Wir wollten dafür keine Kredite aufnehmen, um den Haushalt nicht von der Kommunalaufsicht genehmigen lassen zu müssen.“ Nun habe aber ein Kollege im Gemeinderat von einem Experten noch mal nachrechnen lassen und sei zu dem Schluss gekommen, der Bau des Radweges würde weniger als die Hälfte der ursprünglich veranschlagten Summe kosten. Die Grundstücke für den Radweg habe die Gemeinde schon vor Jahren erworben.

Der zweite Aspekt, der den gordischen Knoten in Ellerbek löste, war nun der Verkauf eines Grundstückes an der Posener Straße. Die dafür erwartete Einnahme von 350.000 Euro solle direkt in den Radwegebau investiert werden, beantragte die FDP Hildebrands, und alle im Finanzausschuss stimmten dieser Lösung zu.

Planung, Grunderwerb und sogar eine 20-prozentige Bezuschussung für den Radweg lägen vor, erklärt Hildebrand. Er geht davon aus, dass auch der Gemeinderat am 6. Dezember zustimmt und im Frühjahr mit dem Bau begonnen wird. „Wir fangen als Erstes mit den 600 Metern bis zum Langhoopweg an“, kündigt Hildebrand an. Das sei nach Aussage der Eltern der gefährlichste Teil des Schulweges.