Uetersen

Elisabeth Schlink feiert 108. Geburtstag

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Burkhard Fuchs
Elisabeth Schlink (108) mit Tochter Eveline Wulfgramm (l.) und Bürgervorsteher Adolf Bergmann.

Elisabeth Schlink (108) mit Tochter Eveline Wulfgramm (l.) und Bürgervorsteher Adolf Bergmann.

Foto: Burkhard Fuchs

Damit ist sie die älteste Frau aus dem Kreis Pinneberg feierte in Uetersen mit Tochter und Freundinnen ihren Geburtstag.

Uetersen.  Sie hat die Kaiserzeit, zwei Weltkriege und die dramatische Flucht aus Westpreußen überlebt. Jetzt feierte Elisabeth Schlink mit Tochter Eveline Wulfgramm und Freundinnen in Uetersen ihren 108. Geburtstag. Damit ist sie wohl die älteste Bürgerin im Kreis Pinneberg. Denn Datenerhebungen gibt es dazu nicht. Die rüstige Dame lebt immer noch weitgehend selbstständig in ihrer Zwei-Zimmer-Wohnung, geht mit dem Rollator einkaufen und kocht sogar – was ihre Tochter (84) etwas beunruhigt: „Ich hoffe immer nur, dass meine Mutter den Herd wieder ausmacht.“

Uetersens Bürgervorsteher Adolf Bergmann überbrachte die Glückwünsche und Ehrenurkunden von Stadt, Kreis und Ministerpräsident Daniel Günther. Bergmann gratulierte ihr bereits zum 19. Mal. Sie habe in ihrem langen Leben so manche stürmische See erlebt sowie Klippe umschifft und sei immer wieder in ruhigeres Fahrwasser geraten. „Ich wünsche Ihnen weiterhin gute Gesundheit und Glück.“ Den Blumenstrauß und 50 Euro, den die über 90-Jährigen früher zum Ehrentag bekamen, hat der Uetersener Rat aus Kostengründen vor ein paar Jahren eingespart.

Mit 100 Jahren noch Fahrrad gefahren

Dabei musste Bergmann mit seiner tiefen Stimme schon etwas lauter reden, da die Jubilarin nicht mehr so gut hört, wie die Tochter bedauert. Das sei vor einem Jahr besser gewesen. Im Alter von 100 Jahren sei sie sogar noch Fahrrad gefahren, erzählt die Tochter. In deren Nähe war Elisabeth Schlink mit 80 Jahren nach dem Tod ihres Mannes von Essen nach Uetersen gezogen. Heute kümmern sich ein ambulanter Pflegedienst und die sie rührend umsorgende Hausgemeinschaft mit Maria Marschall und Gerda Treichel um die 108-Jährige, die seit mehr als 20 Jahren mit der alten Dame im selben Haus leben.

Die Westpreußin, die mit ihrer Tochter 1945 aus dem heutigen Polen nach Schleswig-Holstein geflüchtet war und inzwischen Enkel und Urenkel hat, hat immer gearbeitet, lange für ein Maschinenbauunternehmen in Wedel. Als sie sich damals mit Mitte 30 vorstellte und vom Chef als fast schon zu alt bezeichnet wurde, habe sie zu ihm gesagt: „Dann sind Sie ja erst recht zu alt für Ihre Firma.“ So viel Mut und Zivilcourage imponierte dem Chef und er stellte sie doch ein.

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