Pinneberg
Tornesch

K-22-Gegner klagen vor Verwaltungsgericht

Torneschs Stadtzentrum soll durch den Bau der K 22 entlastet werden.

Torneschs Stadtzentrum soll durch den Bau der K 22 entlastet werden.

Foto: Fabian Schindler / HA

Zwei Grundeigentümer aus Tornesch gehen rechtlich gegen den Planfeststellungsbeschluss für den Bau der Kreisstraße 22 vor.

Tornesch.  Zwei Grundstückseigentümer aus Tornesch-Esingen haben Klage gegen den Bau der Kreisstraße 22 eingereicht. Das bestätigt Harald Alberts, Sprecher des Verwaltungsgerichts Schleswig, auf Abendblatt-Anfrage. „Zwei Bürger, die Grundstückseigentümer sind, haben Klage erhoben.“ Die ist am 20. November eingereicht worden und trägt das Aktenzeichen 3 A 642/18. Einen Gerichtstermin werde es wohl frühestens Ende 2019 geben. Zur Frage, ob diese Klage aufschiebende Wirkung auf den Baubeginn hat, „kann die zuständige Kammer zurzeit keine Angaben machen, da die Akten noch nicht vorliegen“, sagt der Gerichtssprecher.

Für Michael Krüger aus Tornesch, Sprecher der Interessengemeinschaft Südtangente, die sich seit Jahrzehnten gegen den Bau der Straße ausspricht, ist der Fall klar: „Die können anfangen zu bauen. Aber am Ortsschild von Tornesch ist Feierabend.“ Doch dazu wird es nicht kommen. „Wir haben nach reiflicher Überlegung nicht Sofortvollzug beim Gericht beantragt“, sagt Jürgen Tober, Fachbereichsleiter in der Kreisverwaltung. „Der Planfeststellungsbeschluss ist nicht rechtskräftig. Wir warten jetzt das Gerichtsverfahren ab.“

Die beiden Kläger seien Mitglieder in der IG Südtangente und würden von dieser unterstützt, sagt Krüger. Juristisch beraten würden sie von einer erfahrenen Verwaltungsrechtlerin aus Hamburg. Diese habe nun Zeit bis Ende Januar 2019, die Klage zu begründen.

Ohne die beiden Grundstücke der Kläger würde die K 22 so nicht gebaut werden können, weiß der IG-Sprecher. „Sie sind dringend erforderlich.“ Das eine liege direkt an der 90-Grad-Kurve des Wischmöhlenweges, ohne dass die K 22 nicht am Ortseingang von Tornesch begradigt werden könnte. Das andere befinde sich direkt dort, wo nach den vorliegenden Plänen des Planfeststellungsbeschlusses der Tunnel unter die Eisenbahnstrecke Hamburg–Elmshorn gebaut werden soll. „Ohne das geht gar nichts“, sagt Krüger. Die Eigentümer müssten also enteignet werden.

Für die IG Südtangente sind die Pläne zum Bau der K 22 mit rund 40 Jahren veraltet, sie brächten keine befriedigende Entlastung des Verkehrs in Tornesch und insbesondere nicht für den Schwerlastverkehr auf der Ahrenloher Straße. Und: „Tornesch braucht ja dringend eine verkehrliche Entlastung.“

Den Antrag der CDU-Fraktion im Kreistag dazu, der ihm bekannt ist, hält Krüger aber nicht für eine gute Alternative. Darin sollen, wie berichtet, 250.000 Euro Planungskosten für „die verkehrliche Entlastung der Ortskerne von Tornesch und Uetersen“ in den Kreishaushalt eingestellt werden, wobei auch der Bahnübergang zwischen Prisdorf und Tornesch und eine Velo-Route entlang der Bahnstrecke zu berücksichtigen seien, ohne dass die K 22 explizit genannt wird. Nach Krügers Überzeugung ist dieses Geld für die K 22 vorgesehen.