Pinneberg
Schenefeld

Im Shopping-Center gibt es nun Büros statt Läden

Mercan Songül Aksu ist Centermanagerin im Stadtzentrum Schenefeld und macht das Einkaufscenter fit für die Zukunft.

Mercan Songül Aksu ist Centermanagerin im Stadtzentrum Schenefeld und macht das Einkaufscenter fit für die Zukunft.

Foto: Arne Kolarczyk

Das Stadtzentrum hat ein neues Konzept. Die Einzelhandelsfläche wird immer kleiner. Umnutzung wirkt dem aktuellen Leerstand entgegen.

Schenefeld.  Der Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz des Stadtzentrums Schenefeld ist der größte, den ein Shoppingcenter zu bieten hat. Die große Auswahl, die das 1991 eröffnete Einkaufszentrum einstmals bot, ist allerdings geschwunden. Mit der Elektronikkette Medimax sprang zuletzt einer der Ankermieter ab. Und im ersten Obergeschoss, das bisher dem Einzelhandel vorbehalten war, nehmen immer mehr Praxen und Büros den Platz von Geschäften ein.

„Der Handel ist nicht einfacher geworden. Vor zehn bis 15 Jahren hatten wir eine Vollvermietung, heute sieht das anders aus“, sagt Centermanagerin Mercan Songül Aksu. Sie bestätigt, dass in dem Einkaufszentrum das bisherige Konzept verändert wurde. „Wir haben verschiedene Umnutzungen im ersten Obergeschoss vorgenommen, weil wir für diese Flächen vermehrt Anfragen für Büros und Praxen bekommen“, so die Centermanagerin. Die Nachfrage für Einzelhandel sei in diesem Bereich dagegen gering. „Wir passen uns der Nachfrage an“, so Aksu weiter.

Stadt hat der Umnutzung bestimmter Flächen zugestimmt

Im Nutzungskonzept für das Einkaufszentrum ist festgeschrieben, dass Erdgeschoss und erster Stock für Einzelhandel reserviert sind, das zweite Obergeschoss Büros und Praxen vorbehalten ist. „Wenn wir Nutzungskonzepte für den ersten Stock bekommen, die nicht aus dem Bereich Einzelhandel kommen, prüfen wir, ob und, wenn ja, wo es reinpasst“, so Aksu. Auf diese Weise habe sich die Praxis für Orthopädie vergrößern, auch ein Zahnarzt habe durch einen Umzug seine Fläche erweitern können. Ein Notar, eine IT-Firma sowie Büroräume für Harry Brot seien ebenfalls im ersten Stock entstanden. Die Stadt habe dieser Umnutzung jeweils zugestimmt.

„Wir haben trotzdem im ersten Stock die meisten Leerstände“, bilanziert die Centermanagerin. Gerade in diesem Bereich seien Mieter verloren gegangen – zum einen durch Insolvenz wie beim Bekleidungsgeschäft Chelsea, zum anderen, weil Ladeninhaber in den Ruhestand gehen. Aksu nennt hier das Sanitätshaus Labahn, das bereits Vergangenheit ist, und den Herrenausstatter Uwe Hansen, der zum Jahresende sein Geschäft schließen wird (wir berichteten). Der Rückzug von Medimax habe dagegen strategische Gründe gehabt. „Die haben auch andere Filialen in Hamburg geschlossen“, erläutert Aksu.

Aktuell stehen elf Mieteinheiten im Stadtzentrum leer

Für die 1200 Quadratmeter große Medimax-Fläche im ersten Stock gebe es einen ernsthaften Interessenten, der allerdings nicht aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik kommt. Aksu: „Wir werden diese Sparte nicht mehr ins Stadtzentrum bekommen.“ In der Branche, die aufgrund des starken Onlinehandels Probleme habe, gebe es nur drei große Anbieter – Electronic Partner, die sich mit ihrer Marke Medimax gerade aus Schenefeld verabschiedet haben, Media Markt und Saturn. „ Media Markt sitzt in Halstenbek, Saturn im Elbe-Einkaufszentrum, wir liegen genau dazwischen und haben da keine Chance.“

Laut der Centermanagerin stehen aktuell elf Mieteinheiten im Stadtzentrum leer. Wer die seit Ende September vakante Medimax-Fläche übernehmen könnte, will sie noch nicht preisgeben. Sie gehe jedoch davon aus, dass noch in diesem Jahr ein Mietvertrag unterzeichnet werden könne. Sehr positiv sehe es auch für ein Fitnessstudio aus, das eine 800 Quadratmeter große Fläche im ersten Stock des Neubaus über Rewe einnehmen wolle. „Es gab Probleme, was den Bodenbelag und die Akustik angeht, die sind behoben. Eine Unterzeichnung könnte noch dieses Jahr erfolgen“, sagt die Centermanagerin. Für eine ebenfalls leer stehende Fläche im zweiten Stock des Neubaus sei man derzeit mit einem Bestandsmieter im Gespräch.

Die Temepratur-Problematik im Sommer bleibt

Etwas Neues wird es im Erdgeschoss geben. In dem Seitenarm, der in Richtung LSE führt, ist eine Saft- und Salatbar geplant. Im Rewe-Markt, der privatisiert wurde, werden seit Kurzem auch kleinere Elektronik-Artikel verkauft. „Es wird nicht einfacher werden. Wir müssen umdenken, auch mal offen für Neues sein und das eine oder andere wagen“, sagt Aksu. Ein Beispiel sei das Online-Shopping-Projekt Lisa – Lisa steht für „Live Shopping Assistent“ –, das sich in der Testphase befindet. „Ich bin stolz, dass wir das ausprobieren können“, sagt Aksu.

Sie sieht ihr Center gut aufgestellt. „Wir sind das Stadtzentrum Schenefelds, vereinen Handel, Ärztekompetenz und haben unseren Marktplatz als Treffpunkt.“ Besucher könnten die erste Stunde frei parken, der Tageshöchstsatz sei mit drei Euro moderat. „Wir sind dabei, den Marktplatz zu optimieren. Das ist noch nicht abgeschlossen“, sagt Aksu. Keine Lösung gibt es für die Temperatur-Problematik im Sommer. „Das Center ist nun einmal komplett verglast. Eine komplette Klimatisierung ist nicht wirtschaftlich abbildbar.“

Weitere Infos: Weihnachtsmarkt

Am Montag ist auf dem Marktplatz des Stadtzentrums der Weihnachtsmarkt eröffnet worden, der bis 24. Dezember andauert. Ein Kinderschminken (1. Dezember, 13 Uhr bis 18 Uhr), der Besuch vom Nikolaus (6.Dezember, 15 bis 18 Uhr) und vom Weihnachtsmann (22. Dezember 13 bis 18 Uhr) sind geplant. Ein Wünschebaum und weitere Aktionen runden das Programm ab.