Pinneberg
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Berufsschule bildet erstmals Online-Verkäufer aus

Sie sind die ersten Azubis, die an der Kreisberufsschule Pinneberg den neuen Ausbildungsberuf E-Commerce erlernen.

Sie sind die ersten Azubis, die an der Kreisberufsschule Pinneberg den neuen Ausbildungsberuf E-Commerce erlernen.

Foto: Burkhard Fuchs / Burkhard Fuchs buf

19 E-Commerce-Auszubildende lernen im dualen System, wie sie im Internet Produkte und Dienstleistungen an die Kunden bringen.

Pinneberg.  Die Digitalisierung verändert die Arbeits- und Berufswelt. Landesweit wurde jetzt von den Industrie- und Handelskammern mit den Berufsschulen der neue Ausbildungsberuf des E-Commerce-Kaufmanns geschaffen. Dabei ist die Kreisberufsschule in Pinneberg ganz weit vorn. 19 der 30 E-Commerce-Auszubildenden in Schleswig-Holstein lernen hier im dualen System diesen neuen Ausbildungsberuf.

„E-Commerce macht die Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau vielseitiger und anspruchsvoller“, sagt Berufsschulleiter Ulrich Krause, der im Vorfeld mit Info-Veranstaltungen bei den Unternehmen für dieses neue Angebote geworben hatte. „Für diesen spannenden Beruf der Zukunft gibt es ein großes Potenzial an Fachkräften im Kreis Pinneberg.“

Die Berufsschüler würden nicht nur in Theorie und Praxis im Internethandel ausgebildet, erklärt Fachlehrerin Olivia Kukawska. Sie lernten Online-Beratung, Produktpräsentation und Vermarktung, Warenwirtschaft, Pflege von Datenbanken und Sortimenten und Verkaufstechniken über Chat-Veranstaltungen. „Das betrifft nicht nur Waren und Produkte. Auch Dienstleistungen können vom E-Commerce-Kaufmann im digitalen Zeitalter besser vermarktet werden“, sagt die Berufsschullehrerin.

Regional operierende Firmen erkennen Potenzial

Die Auszubildenden aus den Kreisen Pinneberg, Steinburg und Segeberg, die seit August die dreijährige Ausbildung angefangen haben, sind begeistert. Es sind nicht nur große, weltweit agierende Firmen und Online-Händler, die sie ausbilden. Auch Blumengeschäfte oder Reiseveranstalter, die eher regional operieren, haben erkannt, wie wichtig heute eine gute Präsentation und Ansprache ihrer Produkte im Internet ist. „Das ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe“, hat Felix Hortung festgestellt, der im Sommer Abitur in Pinneberg gemacht hat. „Wir lernen, welche Internet-Strategien für welche Branchen passen“, erklärt Solveig Nielsen aus Itzehoe. „Wir studieren im Internet, was die Kunden wollen und wie wir uns darauf einstellen müssen“, sagt Philippe Ropers aus Krempe. Der Verdienst liege je nach Ausbildungsjahr zwischen 750 und 1000 Euro brutto im Monat. Ein mittlerer Schulabschluss oder Fachhochschulreife reichten als Bildungsabschluss. Die Berufsschüler in Pinneberg sind zwischen 19 und 29 Jahre alt.

Auch Rechtsfragen wie Datenschutz und Bildrechte gehörten zur dreijährigen Ausbildung, so Fachlehrerin Kukawska. Wenn die Auszubildenden die Produkte und Dienstleistungen mit Fotos oder Filmen auf der Homepage des Unternehmens präsentieren, müssten sie wissen, welche Copyright-Regeln dabei zu beachten sind.

Kreisberufsschule bekommt Fotostudio mit neuen PCs

Um die Ausbildungsmöglichkeiten an der Kreisberufsschule auf den neuesten Stand zu bringen, hat der Schulausschuss des Kreistages gerade 50.000 Euro bewilligt, damit dort ein Fotostudio mit neuen PCs und entsprechender Software angeschafft werden kann, erklärt Schulleiter Krause. „Es ist wichtig, dass wir jetzt mit der E-Commerce-Ausbildung die Lücke vom analogen zum digitalen Kaufmann geschlossen haben.“