Pinneberg
Quickborn

„Sexting“ – wenn Liebe in Hass umschlägt

Stadtjugendpflegerin Birgit Hesse (l.) und Michaela Berbner, Wendepunkt, klären über Gefahren im Internet auf.

Stadtjugendpflegerin Birgit Hesse (l.) und Michaela Berbner, Wendepunkt, klären über Gefahren im Internet auf.

Foto: Burkhard Fuchs

Aktionswoche der Stadtjugendpflege an Quickborner Schule soll über perfide Formen von sexueller Bloßstellung im Internet aufklären.

Quickborn.  Internet und soziale Medien können öffentliche Bloßstellungen in völlig neue Dimensionen ausarten lassen, deren Ausmaß vor allem junge Menschen nicht sofort erkennen. Die Stadtjugendpflege in Quickborn klärt jetzt Eltern, Lehrer und Schüler in Kooperation mit der Beratungsstelle Wendepunkt über zwei neue Phänomene auf, die für Betroffene besonders perfide sind. Das eine wird als „Sexting“, das andere als „Cyber-Grooming“ bezeichnet.

Der erste Begriff beinhaltet intime Fotos, Videos und andere mögliche sexualisierte Inhalte und Daten, die sich heute offenbar verliebte junge Leute über Smartphone, Computer oder sozialen Netzwerke einander zuschicken. Wenn die Beziehung vorbei ist und womöglich im Streit endete, nutzen manche die Foren als Racheinstrument und versenden die einst vertraulich erhaltenen Nacktbilder an andere. „Die landen dann oft im gesamten Schul-Chat und stellen den oder die Betroffene vor der ganzen Öffentlichkeit bloß“, sagt Michaela Berbner vom Wendepunkt, der Beratungsstelle für sexuellen Missbrauch. „Hierbei spielen Scham und Schuldgefühle eine große Rolle.“

Abgebildete Person sollte nie ihr Gesicht zeigen

Wie sich die Betroffenen schützen können, erfahren Schüler der achten Klassen der Quickborner Comeniusschule Anfang November in mehreren Projektwochen. Anschließend werden am 12. November Pädagogen sowie Eltern weiterführender Schulen über diese Gefahren und Möglichkeiten der Vorbeugung und des Einschreitens bei akuten Fällen aufklären. Ein wichtiger Aspekt dabei sei, dass die abgebildete Person nie ganz erkennbar und auf keinen Fall ihr Gesicht zeigen sollte, damit sie für Fremde nicht identifizierbar sei, rät Berbner.

Der Begriff „Cybergrooming“ bezeichnet die moderne Form, wenn sich Erwachsene im Netz an junge Menschen heranmachen. Sie suchen in Chatforen deren Vertrauen, um sich Fotos oder Filme von intimen Körperteilen bis zu sexuellen Handlungen zuschicken zu lassen. Dies führe zum Kontrollverlust bei betroffenen Jugendlichen, die sich nicht vorstellen konnten, welche Auswirkungen ihre Unbedarftheit haben kann. „Wir wollen den Jugendlichen aufzeigen, wie sie sich davor schützen können, welche Rechte sie am eigenen Bild haben und wie sie damit umgehen sollten, wenn sie in Kontakt zu pornografischen Daten anderer geraten.“