Kreis Pinneberg

Planfeststellungsbeschluss für K 22 liegt nun vor

Die Landesregierung hat dem Kreis Pinneberg den Planfeststellungsbeschluss für den Neubau der Kreisstraße 22 erteilt (Symbolfoto)

Die Landesregierung hat dem Kreis Pinneberg den Planfeststellungsbeschluss für den Neubau der Kreisstraße 22 erteilt (Symbolfoto)

Foto: Arno Burgi / dpa

Nach fast 40 Jahren der Planung wurde diese Nachricht aus Kiel zwar erwartet, kam dann aber doch etwas überraschend. Die Details.

Kreis Pinneberg.  Nach fast 40 Jahren der Planung wurde diese Nachricht aus Kiel zwar erwartet, zum jetzigen Zeitpunkt kam sie dann aber doch etwas überraschend: Die Landesregierung hat dem Kreis Pinneberg den Planfeststellungsbeschluss für den Neubau der Kreisstraße 22 erteilt. Die soll den Autoverkehr zwischen Uetersen und Tornesch beschleunigen und auf direktem Wege zur Autobahn 23 führen.

Die 200 Seiten umfassenden Planungsunterlagen werden nach den Herbstferien vier Wochen lang öffentlich ausgelegt, kündigt Kreissprecher Oliver Carstens an. Die Bürger können sich die Unterlagen dann im Kreishaus sowie den Rathäusern in Uetersen und Tornesch ansehen. Die Trasse verläuft von der Feldmuehle in Uetersen südlich des Wischmöhlenwegs bis über die Esinger Straße (L 107) und unter der Eisenbahntrasse hindurch zum Großen Moorweg, der bereits 2004 bis zur L 110 ausgebaut wurde.

Finanzierung des Straßenbauvorhabens noch nicht geklärt

Für den Kreis Pinneberg bedeutet dieser Planfeststellungsbeschluss, dass er im Haushalt 2019/20 nun erst mal 200.000 Euro für die Ausarbeitung der Detailplanung und des genauen Trassenverlaufs bereitstellen muss. Dies werde die Verwaltung nun beantragen, kündigt Landrat Oliver Stolz an. Zudem bleibe es abzuwarten, ob der Beschluss nun beklagt wird. Er rechne nicht damit, dass vor 2020 die ersten Bagger rollen. Auf Nachfrage kündigte Jürgen Körner von der IG Südtangente in Tornesch-Esingen schon mal an: „Wir werden dagegen klagen, weil die Straße den Ort durchschneidet und keine wesentliche Entlastung mit sich bringt.“

Somit könnte sich der Baubeginn bis zum Abschluss des Verfahrens verzögern. Denn für einen vorzeitigen Baubeginn trotz anhängiger Klagen dürfte sich keine Mehrheit im Kreistag finden.

Auch die Finanzierung des Straßenbauvorhabens ist noch nicht geklärt. So war in der letzten Kostenschätzung aus dem Jahr 2013 von etwa 30 Millionen Euro die Rede, die der Kreis etwa zur Hälfte selbst zahlen müsste. Das wäre mit der SPD nicht zu machen, betont Fraktionschef Hannes Birke. Grünen-Fraktionschef Thomas Giese sagt sogar: „Mit uns wird es keinen Haushalt geben, in den Geld für den Bau der K 22 eingestellt ist.“ Nur CDU-Fraktionschefin Heike Beukelmann sagt klipp und klar: „Wir stehen nach wie vor voll hinter dem Bau der K 22.“ Aber auch sie weiß, dass der Planfeststellungsbeschluss „nur ein erster Schritt“ sei, das so lange geplante Projekt dann auch zu realisieren.