Pinneberg
Einwohnerversammlung

Stadtumbau wird Elmshorn 20 Jahre beschäftigen

Was wird aus der Markthalle auf dem Buttermarkt in Elmshorn?

Was wird aus der Markthalle auf dem Buttermarkt in Elmshorn?

Foto: Mirjam Rüscher / HA

Großes Interesse an Infoveranstaltung. Investor für Haus der Technik abgesprungen. Keine Lösung die die Knetsche Hallen in Sicht.

Elmshorn.  Was genau soll eigentlich im Sanierungsgebiet Krückau-Vormstegen passieren? Wie löst die Stadt die Parkraumsorgen? Wann wird das neue Rathaus fertig? Und was wird aus den Knechtschen Hallen und der Markthalle auf dem Buttermarkt? Um diese Fragen drehte sich die Einwohnerversammlung am Dienstagabend im Elmshorner Rathaus.

Bürgervorsteher Andreas Hahn hatte alle Elmshorner eingeladen, sich ein Bild vom Stand des geplanten Stadtumbaus zu verschaffen. Etwa 120 Bürger waren der Einladung in den Kollegiumssaal gefolgt. Gemeinsam mit dem Stadtplaner Hendrik Welp informierte Hahn über aktuelle Änderungen und Ergänzungen. In einer anschließenden Fragerunde standen die Referenten sowie Bürgermeister Volker Hatje und die neue Vorsitzende vom Ausschuss Stadtumbau Dörte Köhne-Seiffert den Teilnehmern Rede und Antwort.

„Mit einer geplanten Investitionssumme von rund 100 Millionen Euro handelt es sich hierbei um das größte Projekt der Stadt Elmshorn seit dem Kriegsende. Die Umsetzung ist ein langwieriger Prozess, der etwa 20 Jahre dauern wird“, sagte Andreas Hahn. Die Investitionssumme für das 18,5 Hektar große Sanierungsgebiet dürfte mittlerweile doppelt so hoch sein, so die vorsichtige Schätzung des Bürgervorstehers.

Architekt: Der Stadt fehlt bislang die Tiefe

Die Entscheidung für den Stadtumbau West fiel bereits im Jahr 2011 - bis dahin waren schon zehn Jahre von der ersten Idee vergangenen. Seinerzeit gewann das Braunschweiger Architekturbüro Welp von Klitzing den von der Stadt ausgeschriebenen Wettbewerb für die Planung und Realisierung des Mammutprojektes. Welp erklärte, wie er die Stadt wahrnahm: „Sie hat keine Tiefe. Man kann nur die Königstraße hin und her laufen“.

Dabei biete das Areal um Krückau und Vormstegen fantastische Möglichkeiten, im Zentrum zu wachsen. Sein Ansinnen: die markanten Gebäude wie die Knechtschen Hallen, das Kibek-Hochhaus und die Markthalle zu erhalten und damit „die Qualitäten der Stadt zu nutzen“. Welp schwärmte von der tollen Kulisse der Kölln-Werke und des Hafens, die bislang kaum zur Geltung gekommen seien.

Die Fußgängerzone soll nach seinen Plänen nach Süden zum Buttermarkt hin geöffnet werden. Mit einem Durchgang zur Königstraße soll eine Verbindung zum neuen Stadtteil geschaffen werden. Dafür muss das ehemalige Apollo-Kino weichen. Den Raum um die Krückau möchte Welp als Freiraum erhalten. Ein Weg auf beiden Seiten soll entlang der Ufer führen.

Was in den vergangenen Jahren umgesetzt wurde

Die Markthalle auf dem Buttermarkt bleibt als frei stehendes Gebäude erhalten. Der Buttermarkt wird von einem Platz vor der Stadt zu einem Platz in der Stadt. Der Skulpturenpark vor dem Torhaus soll laut Welp aufgewertet werden. Welp schlägt zudem ein Gebäude am Hafenkopf vor. Dieses wurde bislang von Verwaltung und Politik in der Planung zurückgestellt.

Hahn zählte auf, was in den letzten Jahren bereits umgesetzt wurde: Der Architekten-Wettbewerb für den Rathaus-Neubau ist durch, der Wasserturmplatz und der Pott-Carstens-Platz wurden neu gestaltet, das Kibek-Hochhaus wurde saniert, dort wurden Wohnungen geschaffen, die Käpten-Jürs-Brücke ist neu entstanden.

„Wir haben auch mit dem Haus der Technik, das die Entwässerung im neuen Quartier regeln wird, angefangen“, so Hahn. Ende 2015 begannen die Arbeiten für das 5,3 Millionen-Euro-Projekt am Südufer. Die unterirdischen Arbeiten im Gefahrengebiet wurden unterbrochen worden, nachdem mehrere Bauarbeiter gleichzeitig erkrankten und Vergiftungserscheinungen aufwiesen. Nun sind die Arbeiten im Erdreich abgeschlossen. „Allerdings ist uns der Investor abgesprungen, sodass der Bau nun erst mal ruht“, sagte Hahn. Da dessen Fassade der des neuen Rathauses gleichen soll, gebe es nun die Überlegung, das Haus der Technik von den Rathaus-Architekten mit planen zu lassen.

Investor für das Haus der Technik ist abgesprungen

Die Stadt steht derzeit vor einem weiteren großen Problem. Sie kann sich nicht mit dem Eigentümer der Knechtschen Hallen einigen. Diese stehen seit 2006 leer und verfallen zusehends.

Weitere offene Fragen betreffen die Planung von Stellplätzen. Die Politik hat die Tiefgarage für das Rathaus abgelehnt. Ohne Stellplatzplanung können keine Bauanträge gestellt werden. „An einem Parkraumkonzept wird zurzeit gearbeitet“, so Hahn. Er verweist darauf, dass Bauprojekte in der Größe locker 20 bis 25 Jahre dauern können.