Pinneberg
A7-Querung

Quickborns Problem-Brücke – Lösung in Sicht

Anwohner Jürgen Flehr steht an der A-7-Brücke in Quickborn. Noch ist die Fahrbahn dort halbseitig gesperrt, damit Fußgänger und Radfahrer genug Platz haben

Anwohner Jürgen Flehr steht an der A-7-Brücke in Quickborn. Noch ist die Fahrbahn dort halbseitig gesperrt, damit Fußgänger und Radfahrer genug Platz haben

Foto: Burkhard Fuchs

Stadt, Land und Baufirma einigen sich beim Krisengipfel auf einen Umbau der A7-Querung am Harksheider Weg.

Quickborn.  Die große Aufregung um die frisch sanierte Brücke über die A 7 im Harksheider Weg in Quickborn – genau: die mit dem zu schmalen Fuß- und Radweg – hat vorerst ein Ende. Ein gutes Ende, wie alle Beteiligten betonen. Und das sieht so aus: Bis Ende November soll das Bauwerk, das von Autos zurzeit nur auf einer Spur wechselseitig befahren werden kann, wieder auf ganzer Breite freigegeben werden.

Dann, so der Plan, verschwinden auch die Baustellenampeln an beiden Enden der Brücke, die zurzeit den Verkehr regeln – und für mitunter lange Staus sorgen. Fußgängern und Radfahrern – und das ist der entscheidende Punkt – wird wieder wie vor dem Umbau ein etwa 1,50 Meter breiter, von der Fahrbahn geschützter Streifen zur Verfügung stehen, auf dem sie einander ohne Probleme begegnen können. Radfahrer müssten allerdings auf der Brücke absteigen und das Rad schieben – so wie es vorher auch war.

„Das ist eine gute Lösung. Damit wird der alte Zustand praktisch wieder hergestellt“, sagt Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl. Und Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) sagt: „Damit können alle Beteiligten sehr zufrieden sein. Diese Lösung ist vernünftig und kommt damit dem Altzustand sehr nahe.“

Vorgehen muss noch mit Behörden abgestimmt werden

Die Kuh vom Eis bei dieser Brücken-Posse, die medial große Aufmerksamkeit fand und Anfang September auch die Emotionen zwischen der Stadt Quickborn und dem Ministerium hochkochen ließ, brachte ein klärendes Treffen am Donnerstagnachmittag im Quickborner Rathaus (wir berichteten). In diesem etwa einstündigen Gespräch mit Vertretern der Quickborner Verwaltung, des Verkehrsministeriums aus Kiel, der A-7-Projektmanagementgesellschaft Deges und des ausführenden Baufirmenkonsortiums Via Solutions Nord sei diese Lösung gefunden worden, berichten die Teilnehmer. „In diesem von meinem Haus vermittelten Gespräch haben die Beteiligten aus meiner Sicht eine Lösung gefunden, die den Vorgaben aus der Planfeststellung entspricht und die Verkehrssicherheitsbelange berücksichtigt“, sagt Minister Buchholz.

Nun müsse das weitere Vorgehen noch im Detail geplant und mit den zuständigen Behörden abgestimmt werden, kündigt Florian Zettel von Via Solutions Nord an. So werde das sogenannte Schrammbord an der Bordsteinkante zwischen dem Fußweg und der Fahrbahn von jetzt 7,5 auf 18,5 Zentimeter erhöht. Dadurch könnte die etwa einen Meter hohe Schutzplanke abmontiert werden, die nun den Fuß- und Radweg auf eine Breite von 80 Zentimeter fast halbiert.

Ursachenforschung ist noch nicht abgeschlossen

Wer die Kosten dafür trägt, sei zunächst „zweitrangig“, sagt Zettel. „Erst einmal geht es jetzt um die Lösung, dann um die Kosten.“ Bürgermeister Köppl versichert jedenfalls: „Die Stadt ist da raus. Wir zahlen das nicht.“ Was Ministeriumssprecher Harald Haase bestätigt: „Die Gemeinde zahlt keinen Cent, die genaue Kostenübernahme muss zwischen Auftragnehmer (Via Solutions Nord/Deges) und Auftraggeber (die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg) noch geklärt werden.“

So harmonisch und einig das jetzt klingt – die Frage, wie es überhaupt zu dieser Situation kommen konnte, scheint immer noch nicht ganz geklärt zu sein. So betont Via-Solutions-Sprecher Zettel nach wie vor: „Wir haben das richtig geplant und so gebaut, wie es die aktuellen Vorschriften vorsehen.“ So habe das hohe Geländer, das den „Gehweg“ eingeengt hat, deshalb eingebaut werden müssen, um zu verhindern, dass Fahrzeuge von der Brücke auf die Autobahn herunterfallen könnten, falls beispielsweise der Fahrer plötzlich einschlafe oder einen Herzinfarkt bekomme.

Krux bei der Brücke ist die geringe Breite

Eine Bedingung der jetzt gefunden Lösung sei auch das Tempolimit, erklärt Verkehrsminister Buchholz. „Die zulässige Höchstgeschwindigkeit für den Brückenbereich soll auch zukünftig auf 50 km/h bestehen bleiben.“ Das deckt sich mit den Interessen der Stadt Quickborn, da sich die Brücke zwar formal außerhalb der geschlossenen Ortschaft, aber nahe einem Friedhof, einer Hotelausfahrt und einem Sportplatz befindet. Als zuständige Straßenverkehrsbehörde habe die Stadt Quickborn es „nicht im Sinn gehabt, die erlaubte Geschwindigkeit heraufzusetzen“, sagte Fachbereichsleiter Volker Voß, als die Tempo-100-Regelung von der FDP-Landtagsabgeordneten Annabell Krämer ins Gespräch gebracht wurde.

Die Krux bei der Brücke sei ihre geringe Breite von neun Metern, sagt Via-Solutions-Sprecher Zettel. Bei einer Fahrbahn von 6,10 Meter für die Fahrzeuge und den beidseitigen Schutzvorkehrungen bleibe nur wenig Platz für den Gehweg. „Das Bauwerk ist zu schmal für das, was die Stadt Quickborn wollte“, nämlich einen befahrbaren Rad- und Fußweg. Der hätte 2,50 Meter breit sein müssen. Oder die Stadt hätte sich im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens für eine breitere Brücke aussprechen müssen, an deren Baukosten sie sich dann aber hätte beteiligen müssen. Das sei nicht geschehen. Dazu Bürgermeister Köppl: „Die Brücken waren nie Bestandteil des Planverfahrens.“