Pinneberg
Tornesch

Baubeginn für die Kita Seepferdchen steht fest

Der Entwurf für die neue Tornescher Kita Seepferdchen

Der Entwurf für die neue Tornescher Kita Seepferdchen

Foto: Entwurf: paloh architekten / HA

Endlich - gute Nachrichten. Nach wiederholten Ausschreibungen werden in Tornesch noch in diesem Monat die Bagger anrollen.

Tornesch.  Endlich: Der Bau der Kita Seepferdchen beginnt. Das Projekt verzögerte sich immer wieder, da die Stadt Tornesch trotz wiederholter Ausschreibungen keine günstigen Firmen verpflichten konnte. Jetzt wurde eine Baufirma für den Rohbau verpflichtet, am 24. September wird der Grundstein gelegt. Anfang 2020 soll alles fertig sein. Allerdings für einen deutlich höheren Preis als ursprünglich geplant.

„Wir erwarten eine erhebliche Kostensteigerung“, sagt René Goetze, der seit Anfang diesen Monats das Tornescher Bauamt leitet. Gemäß den ursprünglichen Plänen von Stadt und Stadtrat sollte die Kindertagesstätte weniger als drei Millionen Euro kosten. „Aktuell rechnen wir mit etwa 4,5 Millionen Euro“, sagt Goetze. Die zuständigen politischen Gremien müssen zwar noch darüber tagen, aber das Projekt sei nicht in Frage gestellt. Denn: „Der Bedarf ist da, und es muss gebaut werden.“

Auftragsbücher der Bauunternehmen sind voll

Mit der Kindertagesstätte Seepferdchen im Neubaugebiet am See will Tornesch dem stetig steigenden Bedarf an Kindergartenplätzen in der wachsenden Stadt Rechnung tragen. Im Krippenbereich ist die Versorgungsquote von einst 100 Prozent auf 58 Prozent gesunken. Dass gebaut werden soll, steht schon seit 2016 fest. Nur konnte bisher keine Bauunternehmen gefunden werden. Laut Verwaltung ist „die Verpflichtung günstiger Firmen in der heutigen Marktsituation kaum zu erreichen“.

Die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Westholstein weiß, warum das so ist: „Die Auftragsbücher der Bauunternehmen sind voll, und der Fachkräftemangel ist auch auf dem Bau angekommen“, sagt Claudia Mohr. Privatleute würden infolge günstiger Kredite überall bauen. Solche Aufträge seien attraktiver, auch weil die Bürokratie bei Ausschreibungen der öffentlichen Hand für kleinere Betriebe ein großes Hindernis darstelle. „Es kostet viel Zeit, ein kompliziertes Pamphlet von 50 Seiten auszufüllen“, sagt Mohr. Die Kapazitäten seien oft nicht vorhanden. Generell rät die Expertin dazu, Bauvorhaben in Einzelausschreibungen aufzuteilen, da es oft schwieriger sei, Auftragnehmer für Großprojekte zu finden.

Im neuen Gebäude gibts Platz für 80 Kinder

Das wurde auch in Tornesch getan. „Etwa zwei Drittel aller Gewerke, auch der Rohbau, sind vergeben“, sagt Goetze. Damit könne der Bau zumindest schon mal starten. Der Bauamtsleiter geht von mindestens einem Jahr aus, bis das Gebäude steht. Anfang 2020 sollen dann auch die Arbeiten an den Außenanlagen und der Ausstattung erledigt sein. Bis zur Fertigstellung sollen weiterhin die Räumlichkeiten des Bonhoefferhauses genutzt werden. Seit etwa einem Jahr mietet die Stadt diese von der Kirchengemeinde, damit die Awo hier provisorisch bis zu 25 Kinder betreuen kann.

Im neuen Gebäude wird Platz für 80 Kinder im Krippen- und Elementarbereich sein. Laut den aktuellen Plänen können die sich über besonders viel Bewegungsraum, eine kleine Turnhalle und sogar einen Werk- und Töpferraum inklusive Ofen freuen. Geplant ist außerdem, die schuhfreie Kita teilweise mit einem Flachdach auszustatten, das begrünt werden soll.

„Momentan wird geplant, das alte Konzept trotz der Preissteigerung umzusetzen“, sagt der Architekt Roland Paloh. Einsparmöglichkeiten seien zum Teil zwar vorhanden, aber kaum sinnvoll. „Anstatt der geplanten Klinkerfassade kann man die Wände auch verputzen“, sagt der Hamburger Architekt. Das sei aber auf lange Sicht teuer, da alle zehn Jahre gestrichen werden muss.