Pinneberg
Wedel

Initiative packt globale Probleme vor der eigenen Haustür an

Friederike Trenker (v. l.) mit Enzo, Axel Briéll, Kristina Krohn mit Maja, Ute Fenners, Susann Pauls und Ralph Dieckmann legen auf dem Spielplatz am Hans-Böckler-Platz in Wedel ein Hochbeet an

Friederike Trenker (v. l.) mit Enzo, Axel Briéll, Kristina Krohn mit Maja, Ute Fenners, Susann Pauls und Ralph Dieckmann legen auf dem Spielplatz am Hans-Böckler-Platz in Wedel ein Hochbeet an

Foto: Dominik Kordt

„Wedel im Wandel“ beschäftigt sich mit Klimawandel, Plastikmüll, langen Warentransportwegen - und legt ein Hochbeet auf Spielplatz an.

Wedel.  Angestrengt gräbt Maja mit ihrer Schaufel die Erde um. Die Sechsjährige hilft gerade dabei, die neuen Hochbeete auf dem Spielplatz am Hans-Böckler-Platz in Wedel zu bepflanzen. Kinderschutzbund und Stadtverwaltung haben die Aktion möglich gemacht, sorgen für Pflanzen, Erde und Baumaterial. Die Idee für das Beet auf dem Kinderspielplatz stammt von den Mitgliedern der Initiative „Wedel im Wandel“.

Die Gruppe ist weder als Verein noch als Partei organisiert – und im Kreis Pinneberg einzigartig. Was aber ist „Wedel im Wandel“ genau? „Ich hatte Freunde zu einer Diskussionsrunde eingeladen“, sagt Susann Pauls. Die 44 Jahre alte Wirtschaftsingenieurin im Bereich regenerativer Energien brachte damit alles ins Rollen. Zunächst habe sich die Runde über weltweite Probleme ausgetauscht – Klimawandel, Plastikmüll, lange Warentransportwege. „Wir wollten den Kopf nicht in den Sand stecken und fragten uns, was wir als einzelne Bürger tun können“, sagt Pauls. Aus den fortan monatlichen Diskussionsrunden entstand die Initiative. Und die erfreute sich schnellen Zuwachses. Zunächst über Mundpropaganda, dann auch online über eine eigene Internetseite. So kamen neue Gesichter dazu. Aktuell seien sie zehn bis 15 Personen, sagt Pauls.

Wasser war eine Grundvoraussetzung

Als Konzept nehmen die Wedeler Ideen der „Transition-Town“-Bewegung auf. Deren Begründer ist der britische Umweltaktivist und Dozent für nachhaltigen Gartenbau Rob Hopkins. Ziel der etwa 1400 Gruppen weltweit ist es, den globalen Problemen des Klimawandels und dem Rückgang fossiler Energieträger mit Projekten für lokale Produktion entgegenzutreten.

Doch noch einmal zurück zu den Hochbeeten. „Wasser war eine Grundvoraussetzung für das Projekt“, sagt Annette Lomberg, Mitarbeiterin der Wedeler Stadtverwaltung und Mitglied im Kinderschutzbund Wedel. Der Spielplatz am Hans-Böckler-Platz, ein Wasserspielplatz, sei deshalb für das Vorhaben optimal gewesen. Gleichzeitig ist der Platz öffentlich zugänglich. Und das soll so sein, denn jeder soll am kleinen Garten mitwirken und ernten dürfen.

Hochbeete sind nicht die erste Aktion der Initiative

Projekte wie das Hochbeet hätten natürlich zunächst minimale Auswirkungen auf die globale Produktion, so Pauls. Doch man müsse klein anfangen, Begeisterung wecken und so langsam an Mitwirkenden wachsen. Die Vision ist es, so viele Nahrungsmittel wie möglich in der Region zu produzieren. Aber nicht nur das: Es gehe auch darum, erneuerbare Energien zu fördern, Plastikmüll zu reduzieren und insgesamt regional zu produzieren.

Die Hochbeete sind nicht die erste Aktion der jungen Initiative. Im August hatte sie den Anstoß für eine Karte gegeben, die frei zugängliche Obstbäume in Wedel verzeichnet (wir berichteten). Mithilfe dieser Übersicht können Bürger etwa 100 städtische Bäume und auch Sträucher finden und selbst abernten. Die Karte gibt die Stadt Wedel heraus. In Zukunft werde es weitere Aktionen geben. Welche, werde bei einem der nächsten Treffen besprochen.

Die Initiative „Wedel im Wandel“ trifft das nächste Mal am Freitag, 21. September, um 18 Uhr zusammen, dann geht es um das Projekt „Wedel – genial, grün, essbar”. Treffpunkt: VHS, Raum 2, ABC-Straße 3; Im Internet: wedel-im-wandel.de