Pinneberg
Quickborn

Brücken-Posse: FDP und CDU spielen auch mit

Bernd Weiher (CDU)

Bernd Weiher (CDU)

Foto: Burkhard Fuchs

Annabell Krämer fordert Tempo 50 im Harksheider Weg in Quickborn. Bernd Weiher sagt, das gelte schon immer. Was denn nun?

Quickborn.  Eine sanierte Brücke – genau: die mit dem zu schmalen Fuß- und Radweg. Ein Minister beim FDP-Grillfest. Ein über den Minister erboster Bürgermeister. Ein über den Bürgermeister erboster Anwohner: Das ist der Stoff für eine Posse, in der jetzt auch Quickborns FDP-Fraktionschefin Annabell Krämer, Landtagsabgeordnete, und CDU-Chef Bernd Weiher mitspielen.

Was bisher geschah: Die Brücke Harksheider Weg über die A 7 ist im Zuge des sechsstreifigen Autobahnausbaus ein halbes Jahr lang umgebaut worden. Nun ist der Fuß- und Radweg mit 80 Zentimeter Breite so schmal, dass Radfahrer einander nicht begegnen können. Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl hat daraufhin angeordnet, die Brücke wieder halbseitig für den Autoverkehr zu sperren. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hat unterdessen bei der FDP gegrillt und mit Parteifreunden über die Brücke gesprochen, ohne ein Schreiben des Quickborner Bürgermeisters vom Vortag beantwortet zu haben. Köppl, der die Verantwortung für die Fehlplanung beim Land sieht, kritisiert das. Anwohner Jürgen Flehr behauptet indes, die Stadtverwaltung sei über die Planung informiert gewesen und kritisiert, sein Schreiben an die Stadtverwaltung sei nicht beantwortet worden. Köppl bestreitet, dass die Stadt in die inhaltliche Planung involviert gewesen sei.

Es gibt verschiedene Vorschläge

Nun also Krämer und Weiher. Die FDP-Frau sagt, die habe sich erkundigt und erfahren, dass die zusätzlich eingebaute Schutzplanke, die den Fuß- und Radweg von vorher 1,35 Meter auf nur noch 86 Zentimeter Breite verkleinert hat, deshalb eingebaut worden sei, damit hier Fahrzeuge mit Tempo 100 über die Brücke fahren könnten. Aber das wolle ja keiner. Zwar liege die Brücke außerhalb der geschlossenen Ortschaft. Aber das bisherige Tempolimit von 50 Kilometern pro Stunde müsse auf jeden Fall beibehalten bleiben, allein schon, weil sich unmittelbar hinter der Brücke die Zufahrt und der Zugang zum Quickborner Friedhof befänden.

„Möglicherweise reicht es aus, die alte Höchstgeschwindigkeit von 50 beizubehalten, um die Schutzplanke wieder zu entfernen und zur ursprünglichen Bordsteinbegrenzung zurückzukehren“, schlägt Krämer vor.

Vertreter des ADFC weisen allerdings darauf hin, dass eine Rückkehr zur alten Spurbreite aus rechtlichen Gründen nicht möglich sei, weil Fahrradwege mindestens 2,50 Meter breit sein müssten. Der ADFC fordert deshalb eine zusätzliche, zweite Brücke für Fußgänger und Radfahrer. Oder es bleibe dauerhaft – wie jetzt – eine Fahrspur gesperrt.

CDU-Mann wundert sich über Krämers Forderung

Unverständlich ist Krämer, warum Bürgermeister Köppl wie berichtet den Verkehrsminister Bernd Buchholz in einem offenen Brief angegriffen hat. Krämer bestätigt, dass sich Buchholz die Brücke angeschaut habe und dann drei Stunden bei einem Grillfest der FDP gewesen sei. Da habe er aber noch nichts von Köppls Brief gewusst und ihr gegenüber angekündigt, sich des Problems anzunehmen. Krämer: „Wir sollten jetzt alle gemeinsam schnell eine Lösung finden.“

CDU-Mann Weiher wundert sich unterdessen über Krämers Forderung nach Tempo 50: „Tempo 50 galt schon immer auf der Brücke, auch vor der Sanierung. Auf der gesamten nachfolgenden Strecke bis Norderstedt gilt nur Tempo 60.“ Und: „Den Kenntnisstand, dass bei Tempo 50 lediglich die Erhöhung des Bordsteins erforderlich wäre und nicht eine Leitplanke, hatten wir auch schon letzte Woche. Insofern hätte der Verkehrsminister nach dem entspannten Grillabend ja gleich am vergangenen Montag die ihm zuständige unterstellte Behörde anweisen können die Maßnahme umzusetzen.“ (bf/sul)