Pinneberg
Moorrege

Erweiterung der Schlangenfarm soll kommen

Nordmark Arzeneimittel gehört heutzutage zu den Top 40 der Pharmafirmen in Deutschland

Nordmark Arzeneimittel gehört heutzutage zu den Top 40 der Pharmafirmen in Deutschland

Foto: Nordmark / HA

Moorreger CDU und Grüne bringen Nordmark-Pläne auf den Weg. Die Bürger und die Opposition sind allerdings dagegen. Viele Kritikpunkte.

Moorrege.  In einer turbulenten Bauausschusssitzung haben CDU und Grüne die Erweiterung der Bebauung der Nordmark Arzneimittel in Moorrege auf den Weg gebracht. Etliche Bürger sowie die Oppositionsparteien BfM und SPD brachten gleich ein ganzes Bündel an Kritikpunkte vor.

Stadtplanerin Birgit Möller stellte die Änderungen des Flächennutzungsplanes vor. Am Werftweg kann der Neubau bis zu 60 Meter breit sein, im der Pinnau zugewandten Bereich 120 Meter. Die Bautiefe beträgt an einer Seite 27 Meter, an der anderen Seite 35 Meter. Zehn Meter hoch plus Aufbauten für Klimaanlagen und Fahrstühle kann gebaut werden. Alles darf bis auf drei Meter an die Grundstücksgrenze heranrücken. Anwohner des Werftwegs befürchten, dass ihnen ein großer Klotz vor die Nase gesetzt wird. Das jetzige Gebäude ist 30 Meter breit, sechs Meter hoch. Derzeit befinden sich dort eine Schlangenfarm, mit der Schlangengift als Rohstoffe für pharmazeutische Produkte gewonnen wird, sowie ein Speziallabor.

Kritikpunkt: Keine Infos über die Pläne

„Wir haben nichts gegen die Erweiterung der Nordmark. Es geht um das Wie“, sagte Ulrich Möller von BfM. Warum könnte der Neubau nicht an einem anderen Platz des riesigen Nordmark-Geländes entstehen? Er monierte die geringen Abstände, die zu den angrenzenden Wäldern eingehalten werden. Bei privaten Bauvorhaben müssten deutlich größere Abstände eingehalten werden. Außerdem kritisiert er, dass die B-Plan-Änderung in einem verkürzten Verfahren erfolgt, die Möglichkeiten der Bürger also eingeschränkt werden, Einwendungen zu machen.

Bürger sowie Politiker von BfM und SPD merkten an, dass es keine Informationen über die Nordmark-Pläne gibt. „Hätten wir eine vorhabenbezogene Bebauungsplanänderung gemacht, dann müsste die Nordmark uns mitteilen, was sie dort machen will, und wir könnten Einfluss nehmen“, kritisierte Thomas Casimir (SPD) die Verfahrenswahl, die Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (CDU) getroffen hatte.

Diskussion verfolgten mehr als 60 Zuhörer

In einem Punkt nahm die CDU-Grüne-Allianz die Bürgerbedenken auf. Nicht nur der Baustellenverkehr soll über den Lidl-Parkplatz an der B 431 abgewickelt werden. Auch der spätere Werksverkehr muss diesen Weg einschlagen. Die Anwohner des Werftwegs werden damit entlastet. Sie hatten befürchtet, dass der Lastwagenverkehr künftig an ihren Häusern vorbeidonnern würde.

Die Diskussion im Sitzungssaal des Moorreger Amtshauses verfolgten mehr als 60 Zuhörer. Einige von ihnen mussten stehen, genauso wie rund ein Dutzend weiterer Zuhörer, die vom Flur aus den Beratungen lauschen mussten. Einige Moorreger machten wegen der Raumnot bereits vor der Sitzung wieder kehrt. Eine Zuhörerin kritisierte deshalb, dass die Gemeinde nicht in der Lage sei, einen passenden Rahmen für die Beratungen zu schaffen.