Pinneberg
PZ-Regional

Ein Hort für selbstbestimmte Frauen

Die Geschichte des Klosters ist auch deshalb so interessant, weil die damalige Klosterordnung aus heutiger Perspektive durchaus als fortschrittlich angesehen werden kann: Es war der einzige Ort, an dem Frauen eines Damenstifts die Chance zu Unabhängigkeit und Bildung erhielten, zudem war das Damenstift in einem Kloster ein selbstverwaltendes Sozialsystem. Es sorgte fürs Gemeinwohl, was zur damaligen Zeit als unüblich galt. Arbeitsunfähige und betagte Konventualinnen (vor der Reformation hießen sie noch Nonnen) wurden mit Geld und Wohnraum unterstützt, was für die damalige Zeit alles andere als selbstverständlich war. Das Kloster in Uetersen funktionierte jahrhundertelang in einem Sozialsystem und stand unter der Leitung selbstbestimmter Frauen. „Aus heutiger Sicht kann man die Struktur des Klosters durchaus als Keimzelle für viele zukünftigen Entwicklungen ansehen, auch wenn es sich damals für die Frauen bestimmt nicht so angefühlt hat“, sagt Anja Stange.