Pinneberg
Elmshorn

Minister Heiner Garg besucht Grüne Damen

Sozialminister Heiner Garg (M.) steht bei seinem Besuch in Elmshorn inmitten der Grünen Damen

Sozialminister Heiner Garg (M.) steht bei seinem Besuch in Elmshorn inmitten der Grünen Damen

Foto: Burkhard Fuchs

Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister lobt Ehrenamtliche in Regio Klinik Elmshorn und spricht sich gegen sozialen Pflichtdienst aus.

Elmshorn.  Dass ein Patient im Krankenhaus wieder gesund wird, hänge nicht allein von der Qualität der medizinischen Versorgung ab. „Auch die menschliche Komponente, also Empathie und Mitgefühl innerhalb des Hauses, spielt dabei eine wichtige Rolle“, sagt Heiner Garg (FDP). Und diese heilsame Unterstützung für die Genesung sei im Elmshorner Regio Klinikum besonders gut ausgeprägt, lobte Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister am Mittwoch bei einem Besuch in der Klinik. Denn neben den Ärzten und Pflegern sorgen dort seit mehr als 40 Jahren 50 ehrenamtliche Helfer, die Grünen Damen und Herren, dafür, dass sich die Patienten jederzeit wohlfühlen.

Garg sagte bei seinem Besuch, er sei ein klarer Befürworter des freiwilligen Sozialdienstes, wie es ihn in Deutschland sehr erfolgreich gebe. „Ich möchte nicht von Menschen gepflegt werden, die dazu gezwungen werden“, erteilte er der aktuellen Diskussion um einen sozialen Pflichtdienst eine klare Absage.

Das Team der Ober-Grünen-Dame Bärbel Heinitz, dem auch sieben Männer angehören, ist jedenfalls begeistert und leidenschaftlich bei der Sache, wie die Mitglieder jetzt berichteten. „Wir schaffen es, jeden Tag alle Stationen zu besuchen“, sagte Bärbel Heinitz. Dabei gehe es zum einen um kleine Dienstleistungen und Erleichterungen – Zeitung holen, ein Buch aus der Krankenhaus-Bibliothek besorgen, Patienten zu einer Untersuchung in eine andere Abteilung zu begleiten. Zum anderen schätzten die Patienten es, dass sich jemand ein wenig Zeit nimmt, mit ihnen zu sprechen, ihnen zuhört und Fürsorge zeigt. „Die Leute erzählen einem da alles, zum Teil ihre ganze Lebensgeschichte“, sagt Helga Hohnwald, die schon seit vielen Jahren bei den Grünen Damen ist. Auch die ehrenamtlichen Kollegen, die meist nach Ende ihres Berufslebens zum Team gestoßen sind, genössen es, auf diese Weise eine neue Aufgabe gefunden zu haben, die sie mit Sinn erfüllt. „Das ist ein Geben und Nehmen.“

Inzwischen sei ihre Arbeit in der Klinik so wichtig geworden und wertgeschätzt, dass sie nicht einmal mehr Sommerpause machen könnten, berichtete Bärbel Heinitz. „Wir müssen auf Wunsch der Klinik jetzt durcharbeiten. Aber das macht uns ja auch Spaß.“ Was Klinikleiterin Angela Bartels sogleich bestätigte: „Die Grünen Damen sind ein unschätzbares Goldstück, das wir hier haben.“

Minister Garg zeigte sich beeindruckt. „Pflege darf nicht zu einer reinen Satt-und-Sauber-Mentalität verkommen, sondern muss sich am Menschen orientieren.“ Darum halte er auch nicht viel von Pflege-Robotern, sagte der Minister, der über die Pflegeversicherung promoviert hat. Er wundere sich allerdings, warum es zumeist Frauen seien, die sich hier ehrenamtlich engagierten.