Pinneberg
Moorrege

Wechsel an der Spitze des Schulzweckverbandes

Oliver Ringel (M.) wird von Georg Plettenberg (r.) als Schulverbandsvorsteher vereidigt, Vorgänger Karl-Heinz Weinberg hört zu

Oliver Ringel (M.) wird von Georg Plettenberg (r.) als Schulverbandsvorsteher vereidigt, Vorgänger Karl-Heinz Weinberg hört zu

Foto: Thomas Pöhlsen / HA

Gemeinschaftsschule Moorrege: Karl-Heinz Weinberg gibt Posten auf, verhindert so eine Kampfabstimmung. Ringel übernimmt.

Moorrege.  Einer möglichen Abstimmungsniederlage ist der Moorreger Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg zuvorgekommen. 24 Jahre stand der Christdemokrat an der Spitze des Schulverbandsversammlung der Gemeinschaftsschule Moorrege, doch während der konstituierenden Sitzung trat er nicht noch einmal zur Wahl an. Der neue Holmer Bürgermeister Uwe Hüttner (CDU) hatte als Gegenkandidaten seinen Parteifreund Oliver Ringel als Schulverbandsvorsteher vorgeschlagen. Weinberg verzichtete auf eine erneute Kandidatur. Einstimmig ist der Holmer in das höchste politische Amt des Schulzweckverbandes gewählt worden. Die beiden Parteifreunde erklärten anschließend, dass sie sich bei einem Gespräch vor der Sitzung auf den Wechsel verständigt hatten.

Doch harmonisch ging der Wechsel an der Spitze nicht ab. Georg Plettenberg, CDU-Fraktionsvorsitzender in Moorrege und jahrzehntelanger politischer Wegebegleiter Weinbergs, holte zum verbalen Rundumschlag aus. Durch die Entscheidung der Schulverbandsversammlung gehe Weinbergs Fachwissen verloren. Ringel sei kein Bürgermeister, ihm fehlten wichtige Zugänge. Durch die Wahl des Holmer Gemeindevertreters wird für Plettenberg die Rolle der Amtsverwaltung Geest und Marsch Südholstein gestärkt. „Die Verwaltung interessiert nicht, woher das Steuergeld kommt und wofür es ausgegeben wird“, sagte er. Das Amt führt die Geschäfte des Schulzweckverbandes.

Vorwürfe: Verzögerungstaktik und schlechte Informationen

Am Tag nach der Sitzung reagiert Amtsdirektor Rainer Jürgensen auf die Plettenberg-Kritik. „Wir bereiten die Entscheidungen vor“, weist er die Kritik zurück. „Die Entscheidungen werden von der Politik getroffen.“

Bereits seit einigen Jahren hatte es immer wieder Kritik an der Arbeit Weinbergs gegeben. Etwa läuft seit 2013 eine Diskussion über den baulichen Zustand des Schulzentrums. Lehnte Weinberg anfangs sowohl Neubau als auch umfangreiche Sanierung ab, so gibt es mittlerweile eine breites Einverständnis unter den Politikern über umfangreiche Investitionen, die die Schule zukunftsfit machen soll. Entscheidungen wurden noch nicht getroffen. Nicht gerade zügig ging er auch Gespräche mit der Gemeinde Appen über einen Beitritt zum Schulzweckverband an. Die Verbandsversammlung hatte Weinberg damit beauftragt.

Und Kritik gab es in Sachen Verschimmelung der Sporthalle der Gemeinschaftsschule. Zu zögerlich sei Weinberg damals vorgegangen, habe Öffentlichkeit und Verbandsversammlung außerdem schlecht informiert, so die Kritik. Jürgen Neumann (CDU), Bürgermeister aus Heist, hatte immer wieder zügigere Entscheidungsprozesse und bessere Kommunikation angemahnt. Er wollte sich auf Nachfrage nicht zu dem Wechsel äußern.