Pinneberg
Haseldorf

Haseldorfer CDU verliert nach 42 Jahren die Macht

Haseldorf. Es ist eine Zeitenwende, der rund 50 Einwohner im Haseldorfer Hof beiwohnen wollten. Denn seit 1966 stellt die CDU mit ihrer absoluten Mehrheit den Bürgermeister in Haseldorf. Das ist seit der Kommunalwahl vorbei: Während der konstituierenden Gemeinderatssitzung wurde Klaus-Dieter Sellmann von der Freien Wählergemeinschaft „Bürger für Haseldorf“ (BfH) zum neuen Bürgermeister und damit zum Nachfolger von Uwe Schölermann (CDU) gewählt.

Die BfH war erstmals angetreten mit dem erklärten Ziel, die absolute Mehrheit der CDU nach 42 Jahren zu brechen. Sie konnte mit ihren 44,22 Prozent die Konservativen (36,56 Prozent) sogar auf den zweiten Platz verdrängen, gefolgt von der SPD (19,23 Prozent).

Sellmann erhielt die sechs Stimmen seiner Fraktion sowie die Stimmen der beiden Sozialdemokraten. Der Wähler hat einen klaren Auftrag erteilt, erklärte SPD-Fraktionschef Boris Steuer. Die fünf Christdemokraten enthielten sich. Sellmann rief die beiden anderen Fraktionen dazu auf, ihre Ideen in die Diskussionen einzubringen. Schölermann kündigte für die CDU an, Oppositionsarbeit leisten zu wollen. Steuer freute sich angesichts der neuen Konstellation ohne klare Mehrheit auf die lebhaften Diskussionen und wünschte sich eine gute Zusammenarbeit.

Trotz des Absturzes von 28,84 Prozent bleibt der gescheiterte CDU-Spitzenkandidat und -Gemeindeverbandsvorsitzender Schölermann weiter die Nummer eins seiner Partei. Er wurde von seiner Fraktion als stellvertretender Bürgermeister nominiert, bekam aber nur die Stimmen seiner Parteifreunde, SPD und BfH enthielten sich, was aber ausreichte. Außerdem machte ihn die Christdemokraten zu ihrem Fraktionsvorsitzenden. Der von der SPD als zweiter stellvertretender Bürgermeister vorgeschlagene Boris Steuer erhielt die Stimmen aller Fraktionen.