Pinneberg
Seester/Neuendorf

Deutschlands kleinste Fähre legt wieder ab

Der Fährmann bewegt die Fähre Kronsnest mithilfe eines sogenannten Riemens und setzt die Fahrgäste über die Krückau über

Der Fährmann bewegt die Fähre Kronsnest mithilfe eines sogenannten Riemens und setzt die Fahrgäste über die Krückau über

Foto: Anne Dewitz

Ab 1. Mai pendelt die „Hol Över“ wieder zwischen Seester und Neuendorf. Großes Fest zum Saisonauftakt an der Krückau.

Seester/Neuendorf.  Ab 1. Mai heißt es für die Fähre Kronsnest wieder „Hol Över!“ Die 26. Saison wird um 9 Uhr mit einem Gottesdienst auf Kronsnester Uferseite von Pastorin Antje Eddelbüttel von der St. Nikolai-Kirchengemeinde Elmshorn und Pastor Frank Petrusch von der Kirchengemeinde Kollmar Neuendorf eröffnet. Das Läuten der Fährglocke und der Ruf „Hol Över“ sind der Startschuss für die kleinste handbetriebene Personenfähre Deutschlands. Begleitet wird das Spektakel mit einem bunten Programm. So treten die Feuerwehrkapelle Seestermühe, die Band Moneybrothers und der Shantychor Elveshörn Maritim auf. Auch für das leibliche Wohl ist mit verschiedenen Ständen gesorgt. Die Raststätte „Sööte Eck“ öffnet, und im Minimuseum „Stöpenkieker“ gibt es eine kleine Ausstellung zu sehen.

Das massive Eichenboot mit dem Namen „Hol över“ verbindet dann in den kommenden Monaten wieder Seester im Kreis Pinneberg und Neuendorf im Kreis Steinburg. Bei Hochwasser ist die Krückau an dieser Stelle rund 40 Meter breit. Dann erspart die Fähre vielen eine Überlandfahrt von etwa 20 Kilometern. An gut besuchten Tagen setzt der Kahn bis zu 80-mal über den Elbe-Nebenfluss. Bis zu sieben Fahrgäste und Räder können pro Überfahrt transportiert werden. So setzen die ehrenamtlichen Fährleute durchschnittlich 7000 Menschen im Jahr über.

Aus wirtschaftlichen Gründen musste der Fährbetrieb 1968 eingestellt werden. Am 1. Juni 1992 gründete sich in Neuendorf der „Verein zur Förderung und Erhaltung der historischen Kronsnester Fähre als Denkmal auf dem Wasser“ und belebte den Fährbetrieb als Touristenattraktion wieder.

Durch ehrenamtliche Mitglieder und mithilfe der Freiwilligen Feuerwehren der beiden Gemeinden und regionaler Firmen wurden die stark verschlickten Zuwegungen im Flussbett freigelegt. Mit einem großen Fest zu beiden Seiten des Flusses wurde die Fähre am 1. Mai 1993 eingeweiht und der Fährbetrieb wieder aufgenommen. Seither wird der Auftakt der Saison traditionell mit Musik, Ausstellern, Essen und Trinken gefeiert.

Betriebszeiten: 1. Mai bis 3. Oktober, Sonnabend 12 bis 18 Uhr, Sonn- und Feiertage 10.30 bis 18 Uhr, ohne Mittagspause, 1,50 Euro, Hin- und Rückfahrt 2 Euro, Kinder bis 12 Jahre 1 Euro, Fahrrad 0,50 Euro, Anmeldung für Gruppenfahrten: 04121/213 99