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Uetersener Maschinen-Sucher auf Erfolgskurs

Gruppenbild mit Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP, 2. v. r.): Sebastian und Susanne Dröber (v. l.) und Lars Kobialka beliefern auch Großkonzerne

Gruppenbild mit Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP, 2. v. r.): Sebastian und Susanne Dröber (v. l.) und Lars Kobialka beliefern auch Großkonzerne

Foto: Fabian Schindler / HA

Die Firma mworks aus der Rosenstadt hat eine Marktlücke aufgetan und zieht seitdem die Aufmerksamkeit der Industrie auf sich.

Uetersen.  Ein kleines Unternehmen aus Uetersen sorgt für Bewegung am Markt. Und das bundesweit. Denn die 2011 gegründete Firma mworks hat eine Marktlücke gefunden und sinnvoll für sich genutzt: die Suche nach maßgeschneiderten Produktions- und Automatisierungsmaschinen für Firmen. Es ist eine Dienstleistung, die es in dieser Form bislang nicht gegeben hat. Doch die Idee ist ein großer Erfolg. Inzwischen beschäftigt das Unternehmen 25 Mitarbeiter, befindet sich auf Wachstumskurs und erntet Lob aus Wirtschaft und Politik.

Lars Kobialka ist stolz auf das, was er mit seinem Kollegen Sebastian Dröber in wenigen Jahren in einem Hinterhof am Kleinen Sand in Uetersen geschaffen hat. Eher zufällig sind die beiden auf die Idee gekommen, Dienstleister zu werden. Kobialka, Gründer und Geschäftsführer der mworks GmbH, ist eigentlich Diplomingenieur für Elektrotechnik und Maschinenbauer. Als er vor Jahren von einer Firma gefragt wurde, ob er Maschinen kenne, die für jene Firma passen würden, begann er zu recherchieren und fand, was gebraucht wurde – weil er die Fachbegriffe kennt, die für eine zielgerichtete Suche nötig sind. Es ist ein Wissen, das nicht alle besitzen. „Wenn man nicht weiß, wonach man suchen muss, findet man nichts Passendes, das ist einfach so“, sagt Kobialka. Die Grundidee, eine zielgerichtete Suche für Firmen zu erschaffen, war geboren. Fehlte noch das Know-how für die Umsetzung. Und da kam Sebastian Dröber ins Spiel. Der ist Software-Entwickler. Beide verknüpften ihre Fähigkeiten und gründeten ein Dienstleistungsunternehmen: die Firma mworks.

Wenn keine passende Anlage existiert, wird eine erfunden

„Wir sind seitdem für Firmen die Maschinenfinder“, erklärt Kobialka. Vielen Industrieunternehmen fehle oft die Kombination aus Zeit, Know-how und einem weit gefächerten Netzwerk, um neue Produktionsanlagen und Sondermaschinen zu beschaffen, die für Produktionsprozesse benötigt werden. „Und genau darauf sind wir spezialisiert“, sagt Kobialka. Der Prozess beginne damit, gemeinsam die Anforderungen auf Seiten des Kunden zu analysieren. Daraufhin recherchiert mworks systematisch das Angebot auf dem Markt und ermittelt die technisch und wirtschaftlich beste Lösung für den Kunden. Wenn eine Entscheidung gefallen ist, unterstützt mworks den Auftraggeber bei der Abwicklung und Umsetzung des Projekts.

Die Stärke von mworks sei es, so Dröber, dass die Firma ein breites Netzwerk zu Maschinenbauern geknüpft habe, ein weites Wissen besitze, welche Komponenten für Maschinen es am Markt gibt und wie diese kombiniert werden können. Jede Firma habe andere Anforderungen. Eine Standardmaschine gebe es fast nie. Daher sei eine genaue Recherche nötig. Es könne natürlich auch der Fall eintreten, dass es für bestimmte Aufgaben kein passendes Gerät gibt. In dem Fall wäre Erfindergeist gefordert. Die Maschinen-Sucher könnten überlegen, ob sich vorhandene Geräte umwandeln ließen. Sollte auch das nicht funktionieren, könnten die Ingenieure von mworks die gewünschte Maschine entwickeln.

Sowohl Mittelständler als auch Großkonzerne setzen inzwischen auf die Beratung, Kompetenz und den Service der Uetersener bei der Errichtung oder Modernisierung ihrer Produktionsanlagen. Siemens, VW und BASF sind einige namhafte Kunden, die mworks betreut. „Wir hatten eigentlich unseren Fokus auf kleine und mittelständische Unternehmen gerichtet“, so Kobialka. Wenn ein Konzern wie Siemens anfrage, sei das eine Bestätigung, dass man etwas richtig gemacht habe.

Das sieht auch Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) so. Er hat sich vor Ort ein Bild von dem Erfolgsunternehmen gemacht. „Ich liebe solche Garagenfirmen. Sie zeigen, wie innovativ unser Land sein kann“, so Buchholz. Dass die Uetersener Firma die Chancen der Digitalisierung mit der Stärke des klassischen Maschinenbaus so kreativ vereine, sei bemerkenswert.

Ähnlich bewertet das die Branche. Dreimal in Folge ist mworks für den Großen Preis des Mittelstands der Oskar-Patzelt-Stiftung nominiert worden, 2017 waren die Uetersener Finalisten. Auf der Fachmesse Nortec Ende Januar ist die Resonanz ebenfalls überaus positiv gewesen. „Wir haben viele neue Kontakte knüpfen können“, bestätigt Kobialka. Wie viele Auftrage damit ins Land kommen werden, werde sich in einigen Jahren zeigen.