Pinneberg
Kreis Pinneberg

Anruf bei 112 – und der Hausmeister kommt

Kreiswehrführer Frank Homrich fordert mehr Engagement der Kommunen bei der Bereitstellung von Arbeitsplätzen für Feuerwehrangehörige

Kreiswehrführer Frank Homrich fordert mehr Engagement der Kommunen bei der Bereitstellung von Arbeitsplätzen für Feuerwehrangehörige

Foto: Arne Kolarczyk / HA

Kreiswehrführer beklagt Alarmierungen aus nichtigen Gründen. 3566 Einsätze für die Feuerwehren im Kreis Pinneberg in 2017.

Kreis Pinneberg.  Der Pieper piept. Die Zeit drängt. Ab zur Wache, rein in die Uniform und los zum Einsatzort. Wer in einer Freiwilligen Feuerwehr dient, kennt dieses Prozedere. Jede Minute kann lebenswichtig sein. Im Kreis Pinneberg gibt es für die Wehren immer mehr zu tun. Gleichzeitig geht die Zahl der aktiven Helfer zurück. Während der Hauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes forderte Kreiswehrführer Frank Homrich daher mehr Engagement der Kommunen bei der Bereitstellung von Arbeitsplätzen für Feuerwehrangehörige.

3566-mal piepten 2017 die Funkmeldeempfänger der 2628 Einsatzkräfte im Kreis Pinneberg. Rechnerisch wurden die ehrenamtlichen Helfer damit jeden Tag zu knapp zehn Einsätzen von der Arbeit weggerufen oder aus dem Schlaf gerissen, um Menschen aus ihrem Auto zu befreien, Feuer zu löschen oder nach Stürmen umgestürzte Bäume zu beseitigen. 2016 waren es noch 3134 Einsätze gewesen. „Es zeigt sich, dass die Wehren immer mehr auch zu Hausmeisterdiensten gerufen werden. Wenn keiner mehr weiß, wie es weitergeht, wird die Feuerwehr alarmiert“, so Homrich, der zudem vermehrte Verbalattacken auf Einsatzkräfte der 53 Wehren im Kreis beklagt.

Während die Zahl der Einsätze 2017 stieg, sank die Zahl der aktiven Feuerwehrleute um 64 auf jetzt 2628. Nach Ansicht von Homrich kein Grund für Kopfzerbrechen. „Wir leisten eine hervorragende Jugendarbeit“, so der Feuerwehrchef. Mehr Sorgen bereitet Homrich die Verfügbarkeit der Kräfte, er fordert von den Kommunen, bei der Besetzung offener Stellen in der Verwaltung verstärkt Feuerwehrangehörige zu berücksichtigen. In seinem Grußwort forderte Landrat Oliver Stolz zudem Engagement der Kommunen bei der Bereitstellung günstigen Wohnraums für Feuerwehrangehörige.

2017 wurde das 125-jährige Bestehen des Kreisfeuerwehrverbandes gefeiert. Höhepunkt war ein Familienfest, zu dem mehr als 30.000 Besucher kamen. Insgesamt zog Homrich ein positives Fazit der Verbandsarbeit. Bei Großfeuern in Wedel, Elmshorn und Schenefeld sowie dem Pumpeneinsatz an der Wedeler Au hätten die Wehren 2017 ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt.