Pinneberg
Tornesch

K-22-Gegner schalten Steuerzahlerbund ein

Um das Stadtzentrum von Verkehr zu entlasten, drängt die Stadt Tornesch seit Jahrzehnten auf den Bau der Kreisstraße 22

Um das Stadtzentrum von Verkehr zu entlasten, drängt die Stadt Tornesch seit Jahrzehnten auf den Bau der Kreisstraße 22

Foto: Fabian Schindler

Die Bürgerinitiative gegen die geplante Trasse der Kreisstraße sehen in dem Vorhaben eine Verschwendung von Steuergeld.

Tornesch.  Bei ihrem Kampf gegen die geplante Trasse der Entlastungsstraße K 22 hat die Tornescher Interessengemeinschaft (IG) Südtangente den Bund der Steuerzahler wegen „Verschwendung von Steuergeldern“ eingeschaltet.

Mitte 2018 erwartet der Kreis den Planfeststellungsbeschluss, um mit dem Bau der Trasse zwischen Uetersen und Tornesch zu beginnen. Für die IG Südtangente ist es nach wie vor unerklärlich, warum der Kreis an einer Trasse festhält, die vor 40 Jahren geplant wurde und den Verkehr in Torneschs Zentrum nur um 16 Prozent reduzieren werde.

Eine weitaus bessere Lösung, die 42 Prozent Entlastung durch eine weiträumige Umfahrung weiter Teile Torneschs ermögliche, habe das Verkehrsplanungsbüro RegioConsult bereits erarbeitet. Bislang werde der Alternativ-vorschlag vom Kreis und der Stadt Tornesch aber nicht in Betracht gezogen, so die Sprecher der IG Südtangente, Jürgen Körner und Michael Krüger. Aus ihrer Sicht stellt das alte Konzept keine Lösung für die Verkehrsprobleme der wachsenden Stadt Tornesch dar.

Bei derzeit kalkulierten Baukosten von etwa 35 Millionen Euro entfalle auf den Kreis Pinneberg ein Kostenanteil von etwa 17 Millionen Euro. Dieser hoffe, drei Viertel der Summe vom Land über Fördermittel zurück zu erhalten.

Dass der Kreis nicht umdenke, habe sicherlich damit zu tun, dass die Landesregierung bei der finanziellen Förderung des Baus von Umgehungsstraßen von den Bauträgern nicht eine mindestens zu erreichenden Entlastungswirkung einfordere, so Körner und Krüger. Das habe der verkehrspolitischen Sprecher und Fraktionsvorsitzende der FDP im Kieler Landtag, Christopher Vogt, im Januar der IG Südtangente in einem Gespräch mitgeteilt. Danach sei die Förderungsentscheidung immer eine rein politische Angelegenheit. Eine Wirtschaft-lichkeits- oder Effektivitätsprüfung werde von den Kreisen nicht gefordert.

Als Bürger, Wähler und Steuerzahler so Krüger und Körner, könnten sie diese „Verschwendung von Steuergeldern“ nicht nachvollziehen. Die BI-Sprecher haben daher den Bund der Steuerzahler eingeschaltet. Für den ist die K 22 eine alte Bekannte. Schon 2008 hatte der Steuerzahlerbund die K-22-Planung mit dem Titel „Wie man Vernunft umgeht“ thematisiert.