Pinneberg
Bönningstedt

Schon als Kind war Luca Wrede filmverrückt

Der erst 17 Jahre junge Video-Filmemacher Luca Wrede zu Hause in seinem Filmstudio in Bönningstedt

Der erst 17 Jahre junge Video-Filmemacher Luca Wrede zu Hause in seinem Filmstudio in Bönningstedt

Foto: Burkhard Fuchs

Der 17-Jährige aus Bönningstedt hat schon 50 Kurzfilme gedreht und erreicht mit diesen bis zu 2500 Abonnenten bei Youtube.

Bönningstedt.  Angefangen hat seine Leidenschaft fürs Filmemachen vor sieben Jahren auf dem Dachboden mit einem Smartphone. Da war Luca Wrede erst elf Jahre alt. Inzwischen absolviert der 17-Jährige aus Bönningstedt eine Ausbildung zum Mediengestalter für Bild und Ton bei einer großen Werbefilmagentur in Hamburg und hat sich ein beachtliches Publikum im Netz für seine Kurzfilme erarbeitet.

2341 Abonnenten zählt seine Reihe „APPgefilmt“ auf dem Internetportal youtube schon. 189.879-mal sind seine bislang 50 produzierten Kurzfilme angeklickt worden. „Ich sehe mich mehr als Filmemacher denn als youtuber“, sagt Luca Wrede.

Der Berufswunsch seines Sohnes zeichnete sich schon im frühen Kindesalter ab, erzählt Vater Jens Wrede. Luca sei immer filmverrückt gewesen, drehte schon früh mit den einfachsten Mitteln kleine Videofilme, die er selbst zu Hause und in der freien Natur in Szene setzte.

Der Durchbruch kam mit einem Wettbewerb vor vier Jahren, bei dem Luca Wrede eine Spiegelreflexkamera gewann, die ihm das Filmemachen weiter erleichterte und die Filme immer professioneller aussehen ließ. Bei seinem preisgekrönten Film drehte er im Botanischen Garten mit einer Spezialkamera sogar unter Wasser.

Daraus entstand die Idee, bestimmte Geräte zu testen und darüber einen Videoclip zu drehen, die seine Meinung dazu darstellt, und dies dann auf der Plattform youtube hochzuladen. So war das Projekt „APPgefilmt“ geboren, das der damalige Schüler der Quickborner Comeniusschule in jeder freien Stunde weiter entwickelte. Dabei achtete Luca sehr auf Qualität. „Ich wollte keine 08/15-Filme drehen“, beschreibt der Jugendliche sein Selbstverständnis.

Für sein Publikum sollten seine Lehrfilme einen Mehrwert bringen, wobei er sich streng daran halte, das jeweilige Produkt möglichst neutral und objektiv zu bewerten. Geld von den Herstellern, die Mikrofone, Tablets, Smartphones oder Kameras produzieren, wollte er auf keinen Fall annehmen, um unabhängig urteilen zu können. Die fast 2500 Abonnenten seiner Arbeit scheinen ihm Recht zu geben, dass das gelungen ist.

Aber Luca wollte noch mehr als nur Produkte ausprobieren. Vor zwei Jahren drehte der gebürtige Hamburger, der mit seinen Eltern vor zwölf Jahren nach Bönningstedt gezogen ist, einen ersten Konzeptfilm über ein bestimmtes Thema. Der Titel lautete: „Music is my passion“ (Musik ist meine Leidenschaft). Dazu befragte er Freunde, Musiker und sehr erfolgreiche Youtuber wie Simon Unge und Felix Bahr, die selbst Millionen Hörer im Netz finden, vor der Kamera, wie wichtig für sie Musik in ihrem Leben sei.

Hommage an die Hansestadt: „Hamburg ist my passion“

Ein regelrechter Coup ist ihm gelungen, indem er dafür den britischen Rocksänger Mungo Jerry gewinnen konnte, der 1970 mit dem Hit „In the Summertime“ 30 Millionen Platten verkaufte. „I love music. Musik is my life“, verrät darin der frühere Popstar verbindlich und ohne Starallüren.

Luca geht dabei wie ein Profifilmer vor. Die Bilder sind in der hochauflösenden 4k-Technik gefilmt, die einzelnen Szenen mit einem Filmschnittprogramm genau zur Musik getaktet und aneinandergereiht. Da werde nichts dem Zufall überlassen, betont der Bönningstedter Jungfilmer. Alle Szenen habe er sich vorher schon im Kopf ausgemalt. Daraus entwickle er dann ein sogenanntes Storyboard, das wie ein professionelles Drehbuch erscheint.

Besonders gut gelungen ist ihm dies bei einem zwei Minuten kurzen Imagefilm über seine Geburtsstadt, der er in seinem Film „Hamburg is my passion“ ein kleines filmisches Denkmal gesetzt hat. Da zeigt er aus drei Stunden gedrehtem Filmmaterial von der Speicherstadt über den Hafen, die Elbe und den Fischmarkt in rasend schnell wechselnden Bildern, passend mit Musik untermalt, die schönsten Seiten der Hansestadt „im Wandel“ und filmt dabei aus der U-Bahn, vom Wasser aus und im alten Elbtunnel. Dazu erzählt er eine Geschichte über die historische Entwicklung Hamburgs, für die er sogar eine professionelle Sprecherin engagiert hat. 30 Kommentatoren loben das „sehr coole, extrem gut gemachte Video“. Ihm sei beim Filmen „die Message (Botschaft) wichtig“, sagt Luca Wrede. „Der Zuschauer soll sich angesprochen fühlen.“

Sein Berufsziel gibt Luca Wrede mit Werbefilmproduzent an. „Ich will Filme drehen und mein Hobby zum Beruf machen“, sagt er. „Das steht für mich fest, seit ich elf Jahre alt bin.“

Kontakt: https://www.youtube.com/user/APPgefilmt