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Tornesch

Kritik am Sanierungszeitplan für die L 110

Die Landstraße 110 ist marode und muss zwischen der Autobahn-Anschlussstelle Tornesch, bis ins Stadzentrum saniert werden

Die Landstraße 110 ist marode und muss zwischen der Autobahn-Anschlussstelle Tornesch, bis ins Stadzentrum saniert werden

Foto: Kay Nietfeld / picture alliance / dpa

Kommunalpolitiker aus Pinneberg und Tornesch fürchten Staus bei Bauarbeiten im Sommer. Landesbetrieb verweist auf Absprachen.

Tornesch.  Im Sommer wird die marode Landesstraße L 110 von der A-23-Anschlussstelle Tornesch bis ins Tornescher Stadtzentrum saniert. Täglich fahren schwere Lkw sowie Tausende von Autos über die Ahrenloher Straße. Tiefe Spurrillen, absackende Straßenränder und aufgeplatzter Asphalt prägen das Bild dieser Trasse. Nun soll sie auf Vordermann gebracht werden. Doch daran gibt es nun Kritik, insbesondere aus Pinneberg und Tornesch. Das sorgt beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr für Verwunderung, denn die Bauarbeiten sind seit Langem abgesprochen.

Tornesch und Pinneberg fürchten jedoch übermäßige Staus, wenn im Sommer saniert wird. Die Verwaltungsspitzen beider Städte haben daher eine Verschiebung der Arbeiten gewünscht, bis die Westumgehung bei Pinneberg 2019 abgeschlossen ist. Dann könne der Verkehr sinnvoll umgeleitet werden, ohne die Ausweichstrecke von Prisdorf nach Tornesch zu stark zu belasten. Insbesondere der Bahnübergang bei Prisdorf werde mehr Rückstau als bisher verursachen, so die Befürchtungen. Das könne auch Unternehmen in der Region vor Probleme stellen.

Täglich 15.600 Fahrzeuge auf der Ahrenloher Straße

Für den Landesbetrieb ist eine Verschiebung jedoch nicht möglich. Die L 110 zählt zu den am stärksten frequentierten Landesstraßen mit einem außerordentlich hohen Verkehrsaufkommen von etwa 15.600 Fahrzeugen pro Tag. Der Schwerlastverkehrsanteil liegt bei etwa fünf Prozent. Der Durchschnitt liegt in Schleswig-Holstein bei unter 5000 Fahrzeugen pro Tag. „Dies spiegelt die hohe Bedeutung der L 110 für die Anwohner in Tornesch und Umgebung wider, die eine einwandfreie Nutzung dieser Straße auch als Autobahnzubringer zur A 23 benötigen“, sagt Thorsten Conradt, Direktor des Landesbetriebes für Straßenbau und Verkehr in Kiel. Um die Sicherheit bei der Nutzung der Straße für Bürger und Firmen langfristig zu gewährleisten oder andere Nutzungseinschränkungen zu vermeiden, müsse die L 110 „schnellstmöglich saniert werden“.

Bei der Sanierung der Straße wird die Fahrbahn abschnittsweise abgefräst und mit einer neuen Asphaltdecke versehen. Ebenfalls wird der Radweg erneuert. An der Brücke über die A 23 werden zudem einzelne kleinere Reparaturarbeiten vorgenommen. Die Ampel am Knotenpunkt Ahrenloher Straße/Wilhelmstraße/Lindenweg erhält neue Masten und Signalgeber.

Die Kritik aus Tornesch und Pinneberg kommt aus Sicht des LBV zum falschen Zeitpunkt. Alle betroffenen Kommunen seien über die Sanierungspläne „schriftlich und fristgemäß informiert“ worden. Zudem habe es am 10. und am 18. Januar gemeinsame Gespräche mit Vertretern des LBV, der Stadt Tornesch, der Stadt Elmshorn, des Kreises Pinneberg, der Stadt Pinneberg und des Planungsbüros, das für den LBV den Bauentwurf plant, gegeben. „Insofern war die Stadt Tornesch von Anfang an in die Planungen einbezogen“, so Conradt.

Die Ergebnisse sämtlicher Gespräche seien in die Planung der Verkehrsführung mit eingeflossen. Die Umleitungsstrecke werde daher nicht über die Anschlussstelle Pinneberg Nord, sondern über die Anschlussstelle Pinneberg Mitte führen. Am 7. März sollen gemeinsam alle bisherigen Ergebnisse nochmals vorgestellt und diskutiert werden. Somit gebe es noch die Möglichkeit, die betreffenden Partner vor Ort zu hören und vor Versand der Vertragsunterlagen einen letzten „Feinschliff“ für die Baumaßnahme vorzunehmen, die vielleicht die Sorgen aus Tornesch und Pinneberg mindern, heißt es aus Kiel.